Forschen!

Boris Schade-Bünsow fragt sich, ob wir heute genug an die Architektur für die Zukunft denken

Text: Schade-Bünsow, Boris, Bauwelt

Boris Schade-Bünsow fragt sich, ob wir heute genug an die Architektur für die Zukunft denken

Boris Schade-Bünsow fragt sich, ob wir heute genug an die Architektur für die Zukunft denken


Forschen!

Boris Schade-Bünsow fragt sich, ob wir heute genug an die Architektur für die Zukunft denken

Text: Schade-Bünsow, Boris, Bauwelt

Vor drei Wochen schloss die weltgrößte Baumesse, die Bau 2019 in München, ihre Pforten. 250.000 Besucher suchten bei 2250 Ausstellern Ideen und Neuartiges für die „Zukunft des Bauens“. Knapp 70.000 Architekten, Planer und Ingenieure waren darunter. Ob sie fündig geworden sind?
Die „Zukunft des Bauens“ ist im großen Maße von der Gesellschaft geprägt, in der wir leben werden. Diese Zukunft mag im Ungewissen liegen, einiges wissen wir heute schon ganz genau: Wir werden – auch aufgrund der Digitalisierung und ihrer heimlichen Schwester, der Globalisierung – schon in den nächsten Jahren vollkommen anders arbeiten als bisher. Unsere Mobilität wird sich gravierend ändern. Und wir werden in den kommenden Jahren eine vollkommen andere Energieversorgung und -verteilung vorfinden. Diese Faktoren prägten unsere gebaute Umwelt im umgekehrten Sinne in der Vergangenheit. Die Industrialisierung führte zur Urbanisierung, die Massenmobilisierung veränderte die Stadt. Und der scheinbare Überfluss von Energie erlaubte eine Architektur, die sich von fast allen statischen und klimatischen Erfordernissen befreite.
Die Frage nach der „Zukunft des Bauens“ ist auf der Bau nicht beantwortet worden, und das lag nicht an der Messe. Die Münchener schaffen immerhin ein Forum dafür. Aber die Aussteller sind heute viel zu sehr mit der boomenden Baukonjunktur beschäftigt. Hierfür gibt es viele gute Lösungen, die das Bauen, schneller, preiswerter und manchmal auch einfacher machen. Aber ist das, was wir heute bauen, auch für die Zukunft genug? Ist es genug Architektur, genug Städtebau, genug technologischer Fortschritt und genug Innovation?
Um das zu beurteilen, müssten wir forschen. Hier ist neben der Industrie, die den eigenen wirtschaftlichen Erfolg im Blick hat, vor allem die Politik gefragt. In Deutschland wurde im Jahr 2016 von 1,9 Millionen Beschäftigten ein Bauvolumen von 350,8 Milliarden Euro geschaffen, das sind mehr als 50 Prozent aller Bruttoanlage­investitionen. Der Etat der Forschungsinitiative Zukunft Bau hat ein Jahresvolumen von 18 Millionen Euro.

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