Spanien!! Japan! Deutschland!!!

Der Bauwelt-Preis 2019 ist entschieden. Die herausragenden „First Works“ machen deutlich, dass gerade auch das kleine Architekturprojekt zum aktiven Dreh- und Angelpunkt städtischer Veränderung werden kann.

Text: Geipel, Kaye, Berlin; Brinkmann, Ulrich, Berlin

    Die Jury des Bauwelt-Preises 2019: Verena von Beckerath, Felix Reiner ...
    Fotos: Jasmin Schuller

    Die Jury des Bauwelt-Preises 2019: Verena von Beckerath, Felix Reiner ...

    Fotos: Jasmin Schuller

    ... Jörg Stollmann ...
    Fotos: Jasmin Schuller

    ... Jörg Stollmann ...

    Fotos: Jasmin Schuller

    ... Eva Maria, Lang, Nicole Kerstin Berganski ....
    Fotos: Jasmin Schuller

    ... Eva Maria, Lang, Nicole Kerstin Berganski ....

    Fotos: Jasmin Schuller

    ... und Kaye Geipel (mittig, Bauwelt).
    Fotos: Jasmin Schuller

    ... und Kaye Geipel (mittig, Bauwelt).

    Fotos: Jasmin Schuller

Spanien!! Japan! Deutschland!!!

Der Bauwelt-Preis 2019 ist entschieden. Die herausragenden „First Works“ machen deutlich, dass gerade auch das kleine Architekturprojekt zum aktiven Dreh- und Angelpunkt städtischer Veränderung werden kann.

Text: Geipel, Kaye, Berlin; Brinkmann, Ulrich, Berlin

Da ist etwa der Fall Spanien: Es ist auffällig, dass die jungen spanischen Architekten, gute zehn Jahre nach der Finanzkrise und der geplatzten Spekulationsblase, ihr Nachdenken über den Zustand der Architektur in beispielhafte Projekte übersetzen und dabei ganz besonders auf die Rolle des Architekten in der Gesellschaft reflektieren, wie es die „Ersten Häuser“ der Preisträger aus Barcelona und Valencia und eine Arbeit der Engeren Wahl zeigen. Ähnliches gilt für die Teilnehmer aus Portugal, Italien und Zypern, wie weitere Projekte der Engeren Wahl deutlich machen. Festzustellen bleibt auch, dass in Ländern wie Japan und der Schweiz, die von den ökonomischen und sozialen Problemen des Südens wenig bis gar nicht betroffen sind, das traditionell hohe Niveau der Architektur von den jungen Architekten nicht nur gehalten wird, sondern sich auch aus den Fängen einer allzu akademischen Sichtweise längst wieder befreit, wie dies zum Beispiel das organisch anmutende Kindergarten-Projekt des japanischen Preisträgers Yamashita Takashige deutlich macht, der aus der „Schule“ von Kazuyo Sejima kommt.
Ein Anlass zur Freude waren für uns wieder die große Zahl der eingereichten Erstlingswerke ebenso wie deren Qualität. Zugegeben, die Bedingungen für das Entstehen guter Gebäude sind in weit entfernten Ländern für die Redaktion in Deutschland weniger übersichtlich als in Europa. Dass wir am 12. Oktober im CLB am Moritzplatz neugierig vor Arbeiten stehen konnten, die uns aus Nepal oder Bangladesch, aus Pakistan oder Peru, aus Neuseeland und aus dem Iran geschickt wurden, macht uns aber eines deutlich: Der globale Markt der Architekturproduktion funktioniert nicht nur für die Großprojekte weltweiter Investments, sondern auch in dem um ein vielfaches kleineren Maßstab der „First Works“ und produziert gerade dort eine Fülle neuer Ideen, wo es um programmatisch innovative Projekte geht. Für uns in der Redaktion ist dies eine Anregung, solche Entwicklungen in Zukunft noch stärker zu spiegeln, mit der nötigen Aufmerksamkeit, den jeweiligen Entstehungsbedingungen gerecht zu werden.
Die Bandbreite der prämierten Arbeiten umfasst 2019 die minimalistische Sanierung einer historischen Halle im Hafen von Valencia, die die drei Preisträger derart erfolgreich bewerkstelligt haben, dass das ursprüngliche Sanierungskonzept der Stadt neu in Angriff genommen wurde. Sie umfasst in München ein Atelierhaus, dessen Autoren deutlich machen, wie lapidar und beiläufig die Formensprache der Architektur heute sein kann, wenn sie die Bildergier des Neuen bewusst umgeht. Sie zeigt in Leipzig, was passiert, wenn junge Architekten bei einem Einfamilienhaus den Fehdehandschuh des unschlagbar billigen Fertighaues aufnehmen und eine Alter­na­tive entwerfen. Sie beschäftigt sich mit der Sanierung einer spanischen Villa aus der Zeit des Booms, bei der die Insignien der Spekulations­architektur zum Ausgangspunkt des Entwurfs werden. Und sie umfasst, neben dem oben erwähnten Bau aus Japan, ein Berliner Zukunftsmuseum, ein Gebäude, das, flankiert von zwei nichtssagenden Bürobauten des Spreebogens, architektonische Eigenständigkeit bewahrt.
Preisvergabe in München
Unser Dank gilt an dieser Stelle nicht nur den Juroren, die mit uns Ende Oktober weit über 200 Arbeiten diskutiert haben, sondern allen Teilnehmern, die uns ihr „Erstes Haus“ geschickt haben. Alles in allem bot sich uns ein fantastischer Überblick über das gegenwärtige Schaffen junger Architekten weltweit, der das, was wir in diesem Heft und in der Ausstellung auf der Münchner „BAU 2019“ präsentieren können, weit übersteigt. Womit wir bei der zweiten Danksagung wären: Ohne die Messe München, die uns als Mitauslober erneut großzügig unterstützt hat, gäbe es den Bauwelt-Preis nicht. Zur Preisverleihung am 17. Januar um 17:30 Uhr auf der BAU laden wir daher mit besonderer Freude ein – wie schon vor zwei Jahren im Forum C2. Und wie in den Vorjahren gibt es auch dieses Mal vorher Gelegenheit, mit den Preisträgern zu diskutieren. Am selben Tag um 13:30 Uhr moderieren wir im Vorhoelzer Forum der TU München ein Gespräch mit den sechs Preisträgern, zu dem wir ebenfalls herzlich einladen.

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