Raumporträts

bogevischs buero in der Architektur Galerie Berlin

Text: Friedrich, Jan, Berlin

    Am Münchner Stadtrand bauten bogevischs buero einen zweigeschossigen Solitär für die „Kooperationseinrichtung Diamantstrasse“.
    Julia Knop

    Am Münchner Stadtrand bauten bogevischs buero einen zweigeschossigen Solitär für die „Kooperationseinrichtung Diamantstrasse“.

    Julia Knop

    In der städtischen Einrichtung werden seit 2011 drei Kindergarten- und zwei Kindergrippen-Gruppen betreut.
    Julia Knop

    In der städtischen Einrichtung werden seit 2011 drei Kindergarten- und zwei Kindergrippen-Gruppen betreut.

    Julia Knop

    Ausblicke, Belichtung und Raumfolgen sollen die Wahrnehmung der Kinder fördern und sensibilisieren.
    Julia Knop

    Ausblicke, Belichtung und Raumfolgen sollen die Wahrnehmung der Kinder fördern und sensibilisieren.

    Julia Knop

    Die Wohnanlage „Hollerstauden“ in Ingolstadt ist eines von zehn öffentlichen Pilotprojekten, bei denen die Anforderungen der EnEV um 60% unterschritten werden.
    Julia Knop

    Die Wohnanlage „Hollerstauden“ in Ingolstadt ist eines von zehn öffentlichen Pilotprojekten, bei denen die Anforderungen der EnEV um 60% unterschritten werden.

    Julia Knop

    2011 realisierte bogevischs buero die kompakte Struktur mit öffentlichen Freiflächen, Gemeinschaftsräumen ...
    Julia Knop

    2011 realisierte bogevischs buero die kompakte Struktur mit öffentlichen Freiflächen, Gemeinschaftsräumen ...

    Julia Knop

    ... großzügig belichteten Treppenhäusern.
    Julia Knop

    ... großzügig belichteten Treppenhäusern.

    Julia Knop

    Ebenfalls 2011 entstand an einer Münchner Ausfallstraße ein 140 Meter langer und 20 Meter hoher Stahlbetonskelettbau für den „Gewerbehof Laim“.
    Julia Knop

    Ebenfalls 2011 entstand an einer Münchner Ausfallstraße ein 140 Meter langer und 20 Meter hoher Stahlbetonskelettbau für den „Gewerbehof Laim“.

    Julia Knop

    Die Mieteinheiten sind flexibel unterteilbar und werden durch einen grünen Mittelgang erschlossen.
    Julia Knop

    Die Mieteinheiten sind flexibel unterteilbar und werden durch einen grünen Mittelgang erschlossen.

    Julia Knop

    Robuster Industriecharakter: Sichtbetonwände in den Treppenhäusern
    Julia Knop

    Robuster Industriecharakter: Sichtbetonwände in den Treppenhäusern

    Julia Knop

    2008 realisierten die Architekten in München-Neuhausen ...
    Julia Knop

    2008 realisierten die Architekten in München-Neuhausen ...

    Julia Knop

    ... die genossenschaftliche Wohnanlage „Drei Höfe“.
    Julia Knop

    ... die genossenschaftliche Wohnanlage „Drei Höfe“.

    Julia Knop

    Knallbunte Kommunikationsräume: Die Treppenhäuser verbinden insgesamt 89 Geschoss-, Maisonette- und Galeriewohnungen miteinander.
    Julia Knop

    Knallbunte Kommunikationsräume: Die Treppenhäuser verbinden insgesamt 89 Geschoss-, Maisonette- und Galeriewohnungen miteinander.

    Julia Knop

    In einer Arbeitsgemeinschaft mit Werner Wirsing sanierte bogevischs buero 2010 die Studentenwohnanlage im Olympischen Dorf. Während der Olympiade 1972 wurden die Wohnungen als Athleten-Unterkünfte genutzt.
    Julia Knop

    In einer Arbeitsgemeinschaft mit Werner Wirsing sanierte bogevischs buero 2010 die Studentenwohnanlage im Olympischen Dorf. Während der Olympiade 1972 wurden die Wohnungen als Athleten-Unterkünfte genutzt.

    Julia Knop

    Die wesentlichen Gesichtspunkte von Wirsings Planung, Individualität neben Gemeinschaft, wurden beibehalten.
    Julia Knop

    Die wesentlichen Gesichtspunkte von Wirsings Planung, Individualität neben Gemeinschaft, wurden beibehalten.

    Julia Knop

    Jeder Student kann in der Struktur aus kleinen, dörflichen Gassen und Gemeinschaftsflächen sein eigenes Haus bewohnen. Die Fassaden dürfen die Bewohner eigenständig gestalten.
    Julia Knop

    Jeder Student kann in der Struktur aus kleinen, dörflichen Gassen und Gemeinschaftsflächen sein eigenes Haus bewohnen. Die Fassaden dürfen die Bewohner eigenständig gestalten.

    Julia Knop

    Für das Studentenwerk München realisierten die Architekten 2002 die „Studentenwohnanlage am Felsennelkenanger“ mit fünf Wohntürmen und einem 250 Meter langen und 18 Meter tiefen Riegel.
    Julia Knop

    Für das Studentenwerk München realisierten die Architekten 2002 die „Studentenwohnanlage am Felsennelkenanger“ mit fünf Wohntürmen und einem 250 Meter langen und 18 Meter tiefen Riegel.

    Julia Knop

    Die dreigeschossigen Hallen sind gleichzeitig Verbindungs- und Kommunikationbereich.
    Julia Knop

    Die dreigeschossigen Hallen sind gleichzeitig Verbindungs- und Kommunikationbereich.

    Julia Knop

    Ornament und Sonnenschutz: Die sieben verschiedenen Rottöne der pulverbeschichteten Aluminiumtafelfassade sind eine Referenz an den Namensgeber des Standortes, die Felsennelke.
    Julia Knop

    Ornament und Sonnenschutz: Die sieben verschiedenen Rottöne der pulverbeschichteten Aluminiumtafelfassade sind eine Referenz an den Namensgeber des Standortes, die Felsennelke.

    Julia Knop

    Oberhalb der Münchner Theresienwiese steht seit 2009 das Bürogebäude „Theresienhöhe TH30“.
    Julia Knop

    Oberhalb der Münchner Theresienwiese steht seit 2009 das Bürogebäude „Theresienhöhe TH30“.

    Julia Knop

    Durch das Erdgeschoss blickt man auf eine halböffentliche „Passage“, die den Komplex in zwei Baukörper trennt.
    Julia Knop

    Durch das Erdgeschoss blickt man auf eine halböffentliche „Passage“, die den Komplex in zwei Baukörper trennt.

    Julia Knop

    Die Bürowelt soll durch „grüne“ Höfe belebt werden.
    Julia Knop

    Die Bürowelt soll durch „grüne“ Höfe belebt werden.

    Julia Knop

    Die Ausstellung „bogevischs buero - live“ mit Bildern der Hamburger Fotografin Julia Knop ist noch bis zum 20. Oktober in der Berliner Architekturgalerie zu sehen.
    Link
    Julia Knop

    Die Ausstellung „bogevischs buero - live“ mit Bildern der Hamburger Fotografin Julia Knop ist noch bis zum 20. Oktober in der Berliner Architekturgalerie zu sehen.
    Link

    Julia Knop

Foto: Julia Knop

Foto: Julia Knop


Raumporträts

bogevischs buero in der Architektur Galerie Berlin

Text: Friedrich, Jan, Berlin

Da steht dieses Ding in der Galerie. Nimmt den Ausstellungsraum vollkommen in Beschlag. Drückt sich bis fast an die Wände und die Decke. Was soll das sein: Exponat? Ausstellungsarchitektur? Schikane?
An Letzteres glaube ich ganz fest, als ich die Galerie betrete und hinter der Eingangstür nicht weiterkomme, ohne mich in das Ding hineinzuzwängen. Hier offenbart sich immerhin eine Struktur: Das aus spitzen Dreiecken zusammengesetzte Objekt ist ein labyrinthischer Gang, der durch den Raum mäandert. Also doch Ausstellungsarchitektur? Kaum – hier drin ist nichts aufgehängt, aufgestellt oder sonstwie präsentiert. Es sei denn, man würde die grell-leuchtende Farbe, in der Wände, Decke und Boden gestrichen sind, als Exponat bezeichnen. Wo das Ding Öffnungen hat (einige Dreiecke hat man einfach weggelassen), gibt es doch Exponate – nicht hier drin, aber an den Wänden der Galerie hängen Fotos. Soll man die von hier anschauen? Oder sich durch das Ding hindurch wieder in die Galerie zwängen, um die Fotos aus der Nähe zu betrachten? Sei’s drum: Ich fühle mich unbeobachtet und wage den Schritt nach „draußen“.

Auf den Fotos sind Menschen zu sehen. Menschen vor und in Gebäuden der Münchner Architekten bogevischs buero. Der Fokus scheint, irritierend in einer Architekturgalerie, tatsächlich auf den Menschen zu liegen. Doch das wirkt nur auf den ersten Blick so. Denn die Hamburger Fotografin Julia Knop hat nicht etwa Porträts dieser Leute angefertigt und die Bauten als Hintergrund benutzt – vielmehr por­trätiert sie die Außen- und Innenräume der Häuser. Und die Frauen, Männer und Kinder, die sie in den Fotos platziert, dienen dazu, diese Räume zu definieren. So wird eine Ecke an den Studentenbungalows im Olympischen Dorf durch einen Grill und eine Gruppe junger Leute, die um einen Tisch sitzen, zu einem geselligen Platz, an dem man sich gerne trifft. Der Durchgang in der Wohnanlage Hollerstauden in Ingolstadt kann gar nichts anderes sein als ein toller Ort zum Fußballspielen; ohne die Kinder im Bild wäre man vielleicht auf die Idee gekom­men, es könnte hier ein bisschen zugig sein. Details der Architektur treten auf Knops Fotos zurück zugunsten von Begegnungsräumen, die diese Architektur bildet – eine ungewohnte Perspektive.

Ist vor diesem Hintergrund auch das viel zu große Objekt in der Galerie zu verstehen? Soll es dem Galeristen sagen: Dieser Raum ist längst zu klein geworden, um hier auszustellen? Die Sache bleibt rätselhaft.
Fakten
Architekten bogevischs buero, München
aus Bauwelt 39.2012
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