Kein Studienweg gleicht dem anderen

Welche Studiengänge bieten deutsche Hochschulen derzeit für Studierende an, die sich der Lehre der Planung von Stadt und Land verschreiben wollen? Diese Frage stellte sich bei den vorbereitenden Arbeiten für dieses Heft. Unsere Recherche filterte das Angebot von 15 Hochschulen – die Studienlandschaft ist vielfältig wie nie zuvor.

Text: Nöther, Hanna, Berlin

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Abb. Redaktion ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit

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Kein Studienweg gleicht dem anderen

Welche Studiengänge bieten deutsche Hochschulen derzeit für Studierende an, die sich der Lehre der Planung von Stadt und Land verschreiben wollen? Diese Frage stellte sich bei den vorbereitenden Arbeiten für dieses Heft. Unsere Recherche filterte das Angebot von 15 Hochschulen – die Studienlandschaft ist vielfältig wie nie zuvor.

Text: Nöther, Hanna, Berlin



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Wer heute anfangen will, Stadt- und Raumplanung, Architektur, Städtebau oder Urban Design zu studieren, sieht sich einem breit gefächerten Angebot an Studiengängen gegenüber. Seit zwei Jahrzehnten befinden sich deutsche Hochschulen in einem Strukturwandel und haben ihr Studienangebot insbesondere in Richtung Stadt- und Raumplanung diversifiziert. Nachdem lange Zeit Dortmund und Weimar (neben Wien in Österreich) die einzigen Städte waren, in denen Raumplanung bzw. Städtebau und Gebietsplanung als grundständige Studiengänge angeboten wurden, bieten heute acht der 15 von uns für diese Recherche ausgewählten Lehreinrichtungen Bachelor-Studiengänge für zukünftige Stadt- und Raumplaner an.
Diese Ausdifferenzierung des Angebots an Studiengängen könnte mehrere Ursachen haben: Zum einen haben sich in den letzten Jahren die Anforderungen an das Berufsbild stark geändert – ein Ende ist hier noch nicht absehbar. Zum anderen wurde die deutliche des Studienangebots auch durch die Bologna-Reform begünstigt.
Der in der deutschen Hochschullandschaft mittlerweile fest etablierte Bachelor-Abschluss (für dessen Erreichen üblicherweise 6 Semester vorgesehen sind) stellt eine prägnantere Zäsur im Studienverlauf dar, als es noch das Vordiplom (nach mindestens vier Semestern) war. Zwar gab es auch nach letzterem die Möglichkeit der Spezialisierung bzw. der Vertiefung eines Teilaspekts des Studiengangs, wie z. B. das Thema „Städtebau“ für Architekturstudenten. Ein ergänzendes Aufbaustudium jedoch fand üblicherweise erst im Anschluss an das, nach mindestens acht (und meist deutlich mehr) Semestern erworbene, Diplom statt.
Solch ein ergänzendes Aufbaustudium ist nun mit dem auf den Bachelor folgenden Masterstudiengang möglich, also bereits nach drei Jahren Studium. Derzeit werden 25 verschiedene zwei- bis viersemestrige Masterstudiengänge an den oben aufgeführten Hochschulen angeboten – und dies ohne Wertung der an die Bachelor-Architektur-Studiengänge anschließenden, gleichnamigen Master-Studiengänge.
Aber nicht nur die Studienrichtung kann stärker den eigenen Wünschen entsprechend modifiziert werden als noch „vor Bologna“; auch ein Wechsel der Hochschule, ja, des Studienlandes, ist dank des vereinheitlichten Punktesystems zu einem kalkulierbareren „Risiko“ geworden.
Diese neuen Freiheiten bergen aber auch Herausforderungen. Allein sich eine Übersicht über das aktuelle Angebot an Masterstudiengängen zu verschaffen, ist ein beachtliches Unterfangen. Es bedarf eines gewissen Zeit- und Rechercheaufwandes um die Inhalte zu analysieren, die sich hinter den Bezeichnungen der Studiengänge verbergen und so schließlich eine Entscheidung für den eigenen Ausbildungs-Weg treffen zu können.
Dabei sollte auch schon das im späteren Berufsleben angestrebte Ziel bekannt sein. Ist eine Eintragung in die Architekten- oder Stadtplanerlisten gewünscht, sollte im Vorfeld abgeklärt werden, ob der gewählte Studiengang bzw. die Kombination aus Bachelor und Master dies auch ermöglicht. Auf Nachfrage hin stehen die Hochschulen mit den Kammern des jeweiligen Bundeslandes in Kontakt und kennen deren Einschätzung zu den angebotenen Studiengängen. Diese Informationen werden aber nicht vollumfänglich in den Studiengang-Beschreibungen veröffentlicht. Will der Studierende Überraschungen vermeiden, sollte auch dieser Aspekt bedacht und frühzeitig aktiv hinterfragt werden.
Schlussendlich finden sich alle diese neuen Wahlmöglichkeiten, die sich den Studierenden bieten, dann natürlich auch in deren Lebensläufen wieder. Welche Auswirkungen hat dies auf die Erwartungshaltung der zukünftigen Arbeitgeber gegenüber den Absolventen? Können erstere noch verlässlich einschätzen, welches Wissen den Studenten an den Hochschulen vermittelt wurde?
Wenn angesichts einer kaleidoskopischen Vielfalt an Möglichkeiten kein Studienweg mehr wie der andere ist, lässt sich die eigene Studienerfahrung nicht mehr mit anderen vergleichen.

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