Parkhäuser und Werkshallen

Text: Crone, Benedikt, Berlin; Flagner, Beatrix, Berlin; Spix, Sebastian, Berlin; Thein, Florian, Berlin

Parkhäuser und Werkshallen

Text: Crone, Benedikt, Berlin; Flagner, Beatrix, Berlin; Spix, Sebastian, Berlin; Thein, Florian, Berlin

Dass dreißig Jahre nach dem Ende der DDR in Deutschland wieder über Enteignungen diskutiert wird, mag manche überraschen, einige gar schockieren. Der Grund für den Griff zu diesem auf der Verfassung basierenden Vergesellschaftungsinstrument ist dagegen einfach und nachvollziehbar: die Mieten steigen vielerorts weiter – und es ist weder ein Ende noch eine wirksame Kontrollinstanz in Sicht.
Viele Politiker antworten auf die Befürworter von Enteignungen des Bestands privater Wohnungsunternehmen, nur Neubau könne das Problem hoher Wohnkosten mindern. Das jedoch zieht unweiger­lich die Fragen nach sich, wie dieser Neubau bezahlbar und architektonisch ansprechend gestaltet werden kann – auch, wenn Bauland knapp und teuer ist. Bisher sind solche Vorzeigeprojekte eine Rarität. Stattdessen entsteht in vielen Städten meist, was auch am Rand des Berliner Parks am Gleisdreieck zu fin­den ist: eine Bebauung, teuer, steril und nur mit einem geringen Anteil an günstigeren Mietwohnungen.
Der Park zwischen den Stadtteilen Kreuzberg, Schöneberg und Tiergarten hatte einen gestalterisch bemerkenswerten Anfang genommen, stets gut besucht, von Planern bestaunt und von der Presse gelobt. Die auf den Park folgenden Neubauten am Rande des Areals, die wir in diesem Heft beleuchten, sprechen jedoch Bände über die heutigen Mechanismen des Marktes und die Zwänge kommunalpolitischer Entscheidungen. Warum wurde in dieser Lage Baurecht für einen großen Baumarkt geschaffen? Wieso fehlt es vielen Erdgeschossen an Läden oder Betrieben? Und wieso verriegelt eine Genossenschaft, die auf Offenheit angeblich Wert legt, bis auf wenige Schlupflöcher ihren Zugang von der Straße?
Erklärungen erhofften wir uns auch von der Politik. Der eine Bezirksbaustadtrat sah keine größeren Pro­bleme. Der andere, Florian Schmidt vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, erkennt in der Randbebauung die Ergebnisse einer vergangenen Ära. Schmidt sitzt bereits an neuen, größeren Plänen (Interview, Seite 34), die vermutlich auch bei einigen Mitstreitern der Enteignungs-Initiative Anklang finden könnten.

Unternehmensarchitektur

Wie gehen Architekten mit dem Wiedererkennungswert einer Marke um? Zwei ganz unterschiedliche Unternehmen erforderten zwei unterschiedliche Antworten. Während Snøhetta bei einer Showroom-Manufaktur für Swarovski im Tiroler Wattens auf Transparenz und Helligkeit setzt, griffen haascookzemmerich Studio 2050 beim Bau der Alnatura-Zentrale in Darmstadt auf Stampflehm und recyclebare Materialien zurück.

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