Räume für die Verkehrswende
Gruber + Popp zeigen "Next Stop" in der Architektur Galerie Berlin und laden zum Ausstellungsgespräch
Text: Jan Friedrich
Räume für die Verkehrswende
Gruber + Popp zeigen "Next Stop" in der Architektur Galerie Berlin und laden zum Ausstellungsgespräch
Text: Jan Friedrich
Originale in einer Architekturausstellung? Eher selten. In der Schau „Next Stop“ von Gruber + Popp, die noch bis Ende dieser Woche in der Architektur Galerie Berlin zu sehen ist, jedoch gleich viermal. Freilich nicht die ganzen Bauten im Maßstab 1:1, sondern Teile davon: ein Schalungskörper für die Oberlichter des Münchner U-Bahnhofs Martinsried (ja, es gibt Tageslicht auf dem Bahnsteig!); ein Segment der launemachenden Lichtdecke des Hamburger U-Bahnhofs Hagenbecks Tierpark mit grafisch abstrahierten Tiermotiven; ein hölzernes – tatsächlich: aus Holz gefertigtes – Tragelement der oberirdischen Stadtbahnhaltestellen in Dortmund; und schließlich, vielleicht die schönsten Originale der Ausstellung: historische Fliesen und Stationsschilder des Berliner U-Bahnhofs Uhlandstraße, der derzeit saniert wird. (Nein, die Keramiken in der Bauwanne sind kein Abfall, sondern werden sämtlich aufgearbeitet und wieder eingebaut. Also: keine „Mitnahmekunst“.)
So ungewöhnlich diese Originale sind – zunächst fällt etwas anderes ins Auge. Schon beim Näherkommen, spätestens beim Betreten der Galerie, scheint sich der Raum in einen überdimensionalen, dreidimensional gewordenen ÖPNV-Netzplan verwandelt zu haben. Die typischen farbigen Linien solcher Pläne ziehen sich umlaufend über die drei Ausstellungswände und verbinden die Projekte von Gruber + Popp zu einem eigenen Nahverkehrssystem des Berliner Büros. Haltestellen in München, Hamburg, Berlin und Dortmund würde man sonst kaum auf einem gemeinsamen Linienplan finden – es sei denn, man denkt in der übergreifenden Kategorie des „Deutschlandtickets“.
Auch das erste Verkehrsprojekt von Gruber + Popp markiert einen Haltepunkt in diesem Liniengefüge: die Straßenbahnstation am Berliner Hauptbahnhof. Sie machte das Büro, das zuvor vor allem für Schulbauten bekannt war, gleichsam zu Verkehrsbau-Experten – eine Entwicklung, die sich in der Dichte und Vielfalt der hier versammelten Projekte anschaulich nachzeichnen lässt.
Zu jeder Schau in Ulrich Müllers Architektur Galerie Berlin gehört auch ein Ausstellungsgespräch. Jenes zu „Next Stop“ findet an diesem Donnerstag, 19. Februar 2026, um 19 Uhr statt. Über die Räume und Prozesse der Verkehrswende diskutieren: Steffen Fiedler, Leiter Geschäftsfeld Großprojekte, Berliner Verkehrsbetriebe BVG, Carolin Genz Stadtanthropologin, TU Wien, Doris Gruber Gruber + Popp Architekt:innen BDA, Christian Scheler, Mobilitätsplaner, Studio 1komma2, und Daniel Schröder, Co-Direktor Consulting, MCube – Münchner Cluster für die Zukunft der Mobilität in Metropolregionen. Sally Below moderiert die Veranstaltung.
Gruber + Popp. Next Stopp
Architektur Galerie Berlin, Karl-Marx-Allee 96 10243 Berlin
architekturgalerieberlin.de
Bis 21. Februar
Galeriegespräch am 19. Februar, 19 Uhr
Architektur Galerie Berlin, Karl-Marx-Allee 96 10243 Berlin
architekturgalerieberlin.de
Bis 21. Februar
Galeriegespräch am 19. Februar, 19 Uhr







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