Man muss auch wollen

Energieeinsparung und Klimaschutz standen auf der fünften Leading Air Convention im Vordergrund

Text: Red.

    Mit 350 Teilnehmern war die LAC gut besucht.
    Foto: Daikin

    Mit 350 Teilnehmern war die LAC gut besucht.

    Foto: Daikin

Man muss auch wollen

Energieeinsparung und Klimaschutz standen auf der fünften Leading Air Convention im Vordergrund

Text: Red.

„Wenn Europa so weitermacht wie bisher, steuert die Erde auf eine Erwärmung von vier bis sechs Grad Celsius, anstelle der geforderten zwei Grad.“ In ihrem Vortrag malt Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit, düstere Zahlen. „Die Umsetzung des 50-80-90-Modells ist dringend erforderlich: Das heißt 50 Prozent weniger Primärenergie, 80 Prozent Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien und 90 Prozent Treibhausgasminderung.“ Um das Ziel zu erreichen, sind der Kohleausstieg, die Verkehrs- sowie die Gebäudeenergiewende – alle drei untrennbar miteinander verknüpft und Voraussetzung.
Unter dem Motto „Wissen. Können. Wollen.“ fand Mitte April die fünfte Leading Air Convention statt. Auf der zweitägigen Veranstaltung in Berlin wurde schnell deutlich, dass die Kälte- und Klimabranche mit der Entwicklung von umweltfreundlichen Techniken eine wichtige und tragende Rolle im Klimaschutz spielt. Wären da nicht steigende Baukosten und die fehlenden Rahmenbedingungen seitens der Politik, die am zweiten Veranstaltungstag während der Podiumsdiskussion zur Frage „Führt der Wunsch nach Energieeffizienz zwangsläufig zu Mehrkosten am Bau?” debattiert wurden. Durch eine klare Regelung wie eine CO2-Steuer würden klimaschädliche Technologien unrentabel werden, so Podiumsteilnehmerin Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung 2°. Das Resümee der Podiumsgäste: „Wissen und Können reichen nicht, man muss auch wollen.“
Im Fokus der diesjährigen Convention standen die vier Fachforen mit insgesamt 15 Vorträgen. Im Forum „Daikin-Gesamtlösungen“ zeigte der Gastgeber anhand verschiedener Beispiele, wie Kältemittel und Technologien explizit auf den jeweiligen Anwendungsfall zugeschnitten werden müssen und stellte konkrete Projekte zur Diskussion. Ohne Scheu wurde da auch festgestellt, dass sich vor allem im Betrieb Herausforderungen ergeben, die bei der Planung nicht vorherzusehen sind, wie anhand des Hotelprojekts Arborea Marina Resort in Neustadt an der Ostsee erläutert wurde: Handhabungsfehler, Regelungsprobleme und ein mangelndes Gespür für energiesparendes Verhalten im laufenden Betrieb treiben den Endenergiebedarf in die Höhe. Wie kann man durch sein Verhalten zum Klimaschutz beitragen? Eine Frage, die in den Pausen von den 350 Besuchern ganz besonders rege diskutiert wurde.

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