Sanierung der Biblio­thek der FH Darmstadt


Kraftakt Konjunkturpaket II


Text: Buxbaum, Ramona, Darmstadt


    Thomas Eicken

    Thomas Eicken

Der ca. 100 Meter lange, zweigeschossige Bau aus den 1960er Jahren, der ehemals als Ver­lagsgebäude fungierte, bildet den westlichen Abschluss des Campusgeländes der (Fach-)Hochschule Darmstadt (h_da) und ist einer von mehreren Pavillons, die sich auf dem stark begrünten Campus um das zentrale Hochhaus gruppieren.
Im Erdgeschoss befinden sich der Fachbereich Informatik und das Hochschulrechenzentrum, im Obergeschoss die Hochschulbibliothek und die Patentschriftenstelle.
Die Baumaßnahme beinhaltete die ener­getische Sanierung und die Brandschutzertüchtigung. Durch die notwendig gewordene Er­neuerung der Fassaden waren über die technischen Belange hinaus Überlegungen zum Er­scheinungsbild des Gebäudes für die zentrale Bibliothek der Hochschule Darmstadt anzustellen; insbesondere auch deshalb, weil die h_da mit zahlreichen weiteren Baumaßnahmen den Umbau des Gebäudebestands zur „Campus-Hochschule“ anstrebt.
Die zwei vorrangigen Gestaltungsabsichten waren die Akzentuierung des Haupteingangs zur Bibliothek an der Südseite und die Überformung und Zusammenfassung der Fassadenabwicklung an der Schöfferstraße. Eine stark senkrecht gegliederte Fassade überspannt die Gebäudeteile über die gesamte Länge entlang der Schöfferstraße, sie löst die alte Mischfassade aus Natursteinverblendung, Putz und Metall­verkleidungen ab und verleiht dem Gebäude ei­nen einheitlichen Ausdruck. Der durch die Wiederholung der Lisenen entstehende serielle Eindruck findet seine formale Referenz in der neuen Südfassade des Hochhauses, bei der ebenfalls mit dem Thema „Wiederholung und Variation“ gearbeitet wurde (Bauwelt 18.2012). An der Südseite entwickelt sich aus den senkrechten Lamellen ein Rahmenmotiv, das die stirnseitige Erschließung und den Zugang zur Bibliothek markiert.
Die perspektivische Verkürzung, die durch die Betrachtung in einem sehr flachen Win­kel eintritt, lässt das Haus als eine endlose Abfolge von Rahmen oder Lamellen erscheinen. Dieser optische Effekt löst sich im Vorbeigehen auf, wenn die eigentlichen Fassadenfelder und Fenster sichtbar werden.



Fakten
Architekten Karle/Buxbaum, Darmstadt; Ramona Buxbaum, Darmstadt
Adresse Schöfferstraße 8 64295 Darmstadt


aus Bauwelt 27-28.2012
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