Die europäische Stadt lehren

Text: Schultz, Brigitte, Berlin

George Grosz’ Gemälde „Metropolis“ von 1916/1917, mit dem Berliner Hotel Atlantik im Hintergrund, hängt im Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid



Foto (Ausschnitt): akg-images © Estate of George Grosz, Princeton, N.J./VG Bild-Kunst, Bonn 2015

George Grosz’ Gemälde „Metropolis“ von 1916/1917, mit dem Berliner Hotel Atlantik im Hintergrund, hängt im Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid



Foto (Ausschnitt): akg-images © Estate of George Grosz, Princeton, N.J./VG Bild-Kunst, Bonn 2015


Die europäische Stadt lehren

Text: Schultz, Brigitte, Berlin

Während die Experten noch um eine Definition des Leitbilds der Europäischen Stadt streiten und über die richtige Ausbildung von Städtebauern diskutieren, wird an den Universitäten bereits die nächste Generation von Architekten und Städtebauern ausgebildet. Welches Bild von Stadt wird ihnen vermittelt? Welches Berufsbild entwickeln sie? Mit welchem Werkzeugkasten werden sie in die Praxis entlassen? Was von dem, das derzeit medienwirksam gefordert wird, ist an Lehrstühlen womöglich bereits Alltag? Und was bedeutet den Lehrenden und Studierenden eigentlich die vielzitierte Europäische Stadt? Wir haben Professoren deutschsprachiger Universitäten, die Städtebau und Stadtplanung unterrichten, gebeten, uns herausragende Entwürfe ihrer Studierenden zu schicken, die exemplarisch für ihre Lehre und ihr Verständnis der europäischen Stadt stehen können. Auf den folgenden Seiten präsentieren wir eine Auswahl der Einsendungen von sechs Fachgebieten, von Berlin bis Zürich. Schon dieser kleine Querschnitt macht deutlich: Angesichts der vielschichtigen Herangehensweisen und Vermittlungsformate kann eine pauschale Benennung von Stärken und Defiziten nur ins Leere laufen. Wo die einen mit Planspielen und alternativen Projektentwicklungen experimentieren und mit zivilgesellschaftlichen Kooperationspartnern gezielt über den Tellerrand schauen, planen die anderen die Stadt der kurzen Wege mit Baugruppen und Genossenschaften. Wo die einen architektonische Aspekte betonen, wollen die anderen soziale Beziehungen ordnen. Und wo die einen klassisch analysieren, entwerfen und vermitteln, sprechen die anderen von Dix, Kandinsky und der Atmosphäre der Metropole. Diese Varianz spiegelt eine lebendige Hochschullandschaft, die reflektiert, experimentiert und sich nicht über einen Kamm scheren lässt. Zum Glück, möchte man sagen. Wir wollen schließlich auch nicht, dass nachher alle Städte gleich aussehen.

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