Fünf Positionen europäische Stadt

Text: Geipel, Kaye, Berlin

Dem Namen nach europäische Stadt: die „Europaallee“ am Zürcher Bahnhof. Klone des Modells gibt es
in Frankfurt am Main und bald auch am Berliner Hauptbahnhof.
Foto: Stefan Müller

Dem Namen nach europäische Stadt: die „Europaallee“ am Zürcher Bahnhof. Klone des Modells gibt es
in Frankfurt am Main und bald auch am Berliner Hauptbahnhof.

Foto: Stefan Müller


Fünf Positionen europäische Stadt

Text: Geipel, Kaye, Berlin

Was denken unsere Nachbarn über das Modell der europäischen Stadt? Dieses Heft hätte eine unverzeihliche Lücke, wenn es nicht die Perspektive von Planern jenseits der Grenze zur Sprache bringen würde. Pars pro toto stellen wir fünf Positionen vor: Der niederländische Planer und Architekt Kees Christiaanse, der für den Masterplan der Hamburger HafenCity verantwortlich zeichnet und an der ETH Zürich unterrichtet, ist angesichts der aktuellen Krise zuversichtlich, was die Erneuerungskraft unseres engmaschigen Städtenetzes betrifft. Der französische Architekt Frédéric Bonnet, der vor zwanzig Jahren am legendären Pariser Stadtatlas mitgezeichnet hat und 2014 mit dem „Grand Prix d’urbanisme“ ausgezeichnet wurde, sieht in der hybriden Mischung unserer Städte ihren Wesenskern. Der damit verbundene Contrat Social, Teil der Geschichte der europäischen Stadt, sei heute aber in Gefahr. Die venezianische Stadtplanerin Paola Viganò, mit Bernardo Secchi verantwortlich für die vielfach gelobte städtebauliche Aufwertung im Großraum Antwerpen, plädiert für eine radikale Blickverschiebung hin zu den Rändern der Städte – hier sei Platz für ein neues Nachdenken über das Zusammenleben in der Stadt – ein Emanzipationsprojekt. Der Schweizer Wirtschaftswissenschaftler Alain Thierstein, der an der TU München lehrt, ist unzufrieden mit der Stadtentwicklung in Deutschland, die nach wie vor zuviel Fläche konsumiere – er sieht im österreichischen Aspern oder im dänischen Ørestad Ideen, wie es weitergehen kann. Schließlich stellt der Berliner Architekt Wilfried Kühn die Gestaltfrage: Man müsse am konkreten Projekt lernen, moderne und historische Stadträume immer neu zusammenzufügen, denn ohne Offenheit gerate das gewachsene Stadtmodell zum Zwangskorsett.

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