Fünf Wege zur Metropole Ruhr

Ideenwettbewerb Zukunft Metropole Ruhr

Text: Crone, Benedikt, Berlin

Team A: bgmr Landschaftsarchitekten, Berlin/Leipzig; Uberbau, Berlin; InD – InitialDesign, Berlin mit: Weert Canzler, WZB, Berlin; Brigitte Scholz, Alanus Hochschule, Alfter; Fritz Reusswig, PIK, Potsdam; LNC, Berlin

Team A: bgmr Landschaftsarchitekten, Berlin/Leipzig; Uberbau, Berlin; InD – InitialDesign, Berlin mit: Weert Canzler, WZB, Berlin; Brigitte Scholz, Alanus Hochschule, Alfter; Fritz Reusswig, PIK, Potsdam; LNC, Berlin


Team B: Maxwan architects + urbanists, Rotterdam  LOLA Landscape Architects, Rotterdam Goudappel Coffeng, Deventer mit: Thomas Sieverts, München; Paul Gerretsen, Rotterdam

Team B: Maxwan architects + urbanists, Rotterdam  LOLA Landscape Architects, Rotterdam Goudappel Coffeng, Deventer mit: Thomas Sieverts, München; Paul Gerretsen, Rotterdam


Team E: yellow z urbanism architecture, Zürich/Berlin lad+, Hannover; Planung Gertz Gutsche Rümenapp, Berlin mit: urbanista, Hamburg; Nexthamburg Plus, Hamburg; Benjamin Davy, TU Dortmund

Team E: yellow z urbanism architecture, Zürich/Berlin lad+, Hannover; Planung Gertz Gutsche Rümenapp, Berlin mit: urbanista, Hamburg; Nexthamburg Plus, Hamburg; Benjamin Davy, TU Dortmund


Fünf Wege zur Metropole Ruhr

Ideenwettbewerb Zukunft Metropole Ruhr

Text: Crone, Benedikt, Berlin

Das Ruhrgebiet will mehr sein, als ein Ballungsraum mit 5,1 Millionen Menschen. Fünf Planungsteams lieferten Ideen für eine gemeinsame Zukunft – und gegen altes Kirchturmdenken
Team A: Vernetzen
Drei Städte machen eine Metropole: Zeitstadt, Feldstadt und Schwammstadt, heißen die drei Themenstädte, die es nach Team A zu kombinieren gilt. Mit jeder Themenstadt rücken die Planer andere, in ihren Augen bisher zu wenig genutzte Potenziale des Ruhrgebiets in den Vordergrund. Die Zeitstadt soll durch ein besseres Verkehrsnetz den Bewohnern bei ihrem alltäglichen Zeitmanagement helfen, indem sie sich einfacher und schneller durchs Ruhrgebiet bewegen können. Die Feldstadt unterstützt die lokale Landwirtschaft, und die Schwammstadt ermöglicht einen neuen Umgang mit dem Wasser der Region. Im Zusammenspiel der drei Themenstädte entsteht die Netzwertstadt, die „Dinge zusammen führt, die bisher wenig mit­einander zu tun haben“.
Hinter den lyrischen Titeln stecken 36 konkrete Werkzeuge. So schlägt das Team im Sinne der Zeitstadt vor, die bestehenden Gleisanlagen des DB-Netzes zu drei Schienenringen zu koppeln, den Güter- vom Personenverkehr zu trennen, wettergeschützte Fahrradabstellplätze einzurichten, den Transport- und Durchgangsverkehr auf die A2 zu verlagern und die Grundschulen als schnell erreichbare Versorgungs­standorte für Güter des täglichen Bedarfs in der Quartiersmitte auszubauen. Die davon erhofften „kurzen Wege“, finden sich auch bei der Feldstadt, die vorsieht, dass die zahlreichen Landwirtschafts- und Brachflächen der Region mehr zur Nahversorgung beitragen. Brachenbauern und Stadtfarmer sollen ihre Produkte an den Versorgungsstandorten der Grundschulen vertreiben können, Firmenkantinen und Krankenhäuser beliefern, aber über die Rheinschiene auch fernere Absatzmärkte in den Niederlanden erreichen. Die Politik sollte dazu eine Rural-Urban-Kooperationsstrategie entwickeln, „die regionale Lebensmittel zu kompetitiven Preisen auf dem regionalen Markt absetzt“. Eine Brachen-Börse würde außerdem auf un­genutztes Land und innerstädtische Leerstände hinweisen und Interessenten mit Grundstückseigentümern an einen Tisch bringen – was das Team als 54. Stadt bezeichnet (53 Städte und Kommunen gibt es im Ruhrgebiet). „Damit wächst das Interesse daran, auch in der Nachbargemeinde zu investieren“, glauben die Autoren. Zu dieser 54. Stadt, deren Idee vom Gremium viel Lob erhielt, gehört das Einrichten von Online-Platt­formen, die beim Vernetzen von Carsharing und Co-Working, also dem gemeinsamen Nut­zen von Arbeitsräumen, helfen könnten.
Die Ideen seien, so der Kommentar der  Gremiumsmitglieder, auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen – vor allem die der Schwammstadt.
Hier wirft das Team als eines der wenigen ei­nen Blick auf die Ressource Wasser. Es schlägt vor, auf Brachen, Dächern und entlang von Straßen Regenwasser zu sammeln, das in Zeiten des Klimawandels zur Kühlung der Städte beiträgt. Und auch Wasser, das derzeit in Poldern fließt, könnte hierbei Verwendung finden. In die eingedeichten Überschwemmungsgebiete wird unentwegt Wasser aus Bergbaugruben, das sich nicht mit dem Grundwasser mischen darf, gepumpt. Dringend nötig sei eine Polderland-Strategie, um die Leistung der wartungs- und kostenintensiven Pumpen zu regulieren. Auch die Brachenbauern und Stadtfarmer der Feldstadt könnten gefiltertes Polderwasser nutzen: für den Gemüseanbau, für die Fisch- und Schrimpzucht und für die Poldertomaten – nur einige der zu erwartenden neuen Lebensmittel „Made in Ruhr“.
Team B: Zentrieren
„Wir akzeptieren nicht, dass das Ruhrgebiet eine der Regionen ist, in der eine schrumpfende Wirtschaft und der Verlust von Arbeitsplätzen unvermeidbar sind“, sagt Rients Dijkstram, Leiter des holländischen Büros Maxwan architects + urbanists. Statt nur sein Schrumpfen zu verwalten, solle das Ruhrgebiet in die Offen­sive gehen und sich zu einer „global wettbewerbs­fähigen Metropolregion“ aufschwingen. Das Potenzial dafür sei da – den Weg ebnen würde ein neues Verkehrskonzept. Zunächst aber müsste eine allen Kommunen übergeordnete Regierung gebildet werden, ähnlich Greater London oder den Regionen Bordeaux und Mailand. Diese Regierung sollte dann – mit Finanzen von EU, Land und Bund – eine übergreifende Strategie für das Verkehrswesen entwerfen, geführt von einer Person, bei der alle Fäden zusammenlaufen. Das holländische Team – plus Thomas Sieverts als „Kenner der Region“ – setzen auf die Zentren. Duisburg soll an der Kreuzung der Rhein- und Ruhr-Korridore den Hauptsektor für Logistik und Handel bilden, in Essen, das auf Grund seiner zentralen Lage von den meisten Einwohnern schnell erreicht werden kann, werden städtische Einrichtung gebündelt, und Dortmund wie Bochum bieten sich dank ihrer Bildungseinrichtungen als Standorte für Unis und wissensbasierte Branchen an.
Jeder Bahnhof wird auf sein Potenzial als Knotenpunkt und auf seinen Raumwert hin gescannt, veranschaulicht durch ein Schmetterlingsmodel. Um die Details der Verkehrsver­besserung sollen sich die Experten vor Ort kümmern. Verwandte Knotenpunkte werden zu einem Korridor miteinander verbunden. Die einzelnen Korridore unterscheiden sich inhaltlich voneinander (links: der „Wissenskorridor“ Dortmund-Bochum). Das bisherige Verkehrssystem wird auf vier Niveaus vereinfacht: ICE, Ruhr-Express, Sprinter und Straßenbahn/Stadtbus. Dazu sollen Busspuren angelegt und dem ÖPNV Vorfahrt bei Ampelanlagen gewährt werden. Zur Entlastung des innerstädtischen Autoverkehrs schlägt das Team einen Autobahnring rund um die Städte vor und Pannenstreifen, die in der Rush-Hour als Stoßzeitspuren befahren werden dürfen. Das Radnetz gilt es auf holländisches Niveau zu bringen, mit maximal 30 Fahrtminuten zwischen den Enden der Fahrradnetze.
Das neue Verkehrssystem steigere nicht nur die Wirtschaftsleistung der Region, sondern führe auch zu mehr „sozialer Gerechtigkeit“, so glaubt Rients Dijkstra, und verweist auf die gewonnene Bewegungsfreiheit für die Menschen und für den Transport. Das aber wohl größte Versprechen des Teams: In Zukunft würde es höchstens eine Stunde dauern, um vom einen Ende des Ruhr­gebiets zum anderen zu gelangen.
Team C: Entdecken
Fragmentiert, heterogen, polyzentrisch – so lautet die Ausgangslage des Ruhrgebiets, der Team C gerecht werden will. Dafür setzt es bei den Quartieren an. Hier, auf der Lokalebene, würden sich leuchtende Räume (statt Leuchttürme) entdecken lassen, die bisher wenig Beachtung fanden – wie die für den Tourismus eigentlich prädestinierte Halterner Seenplatte oder die von Migranten geführte Lokalökonomie der Brautmoden im Duisburger Norden.
Was kann die Politik zu solchen Entwicklungen beitragen? „Temporär verdichten und intensivieren“, meinen die Planer. Das heißt u.a.: Eine Grundstücks- und Immobilienagentur wählt auf Empfehlung von Bürgern und Unternehmern Orte aus, an denen temporär öffent­liche Veranstaltungen stattfinden. Die Ak­tionen verschaffen den Gebieten überregional Aufmerksamkeit und setzen wirtschaftliche Impulse. Die Organisatoren erhalten für ihren Einsatz Vergünstigungen, z.B. beim Mieten von Räumen und Flächen. Auch sollen die Orte mit der sie umgebenden Landschaft verbunden werden, indem die Projekte (wie diese aussehen könnten, bleibt im Konzept offen) an „agrikulturelle Angebote“ gekoppelt werden. Um für eine neue, kleinteilige Produktion auf Quartiers­ebene Experimentierräume zu schaffen, biete sich eine 2-Prozent-Klausel an. Die Regelung würde besagen, dass bei größeren Planungen (ob des RVR, der Kommunen oder des Lan­des), zwei Prozent der Flächen und der Gebäude an „Pioniere, Kulturinitiativen oder gemeinwohl­orientierte Gruppen“ für einen bestimmten Zeitraum kostenlos vergeben werden. Davon verspricht sich das Team „neue Formen des Zusammenlebens, des Wirtschaftens und neue Kulturpraktiken“.
Zum „Verdichten“ trage auch ein neues Verkehrsnetz bei. Gerade der Individualverkehr und der ÖPNV sollte aufeinander abgestimmt werden: durch Carsharing, Schnellwege für Fahr- und Elektroräder und ein „nutzungssensitives Preisverfahren“ für Straßen und Parkplätze. Die A40 könnte zweitweise für einen Marktplatz oder auf lange Sicht für einen Ruhrboulevard gesperrt werden. Eine Unendlichkeitstrasse soll „Zentren unterschiedlicher Hierarchien“ miteinander verbinden, unterstützt von Mobilitäts-Hubs. Diese Hubs sind Verkehrsknotenpunkte, für die die Reisenden online Echtzeit-Infos über Wartezeiten und Streckenoptionen erhalten. Neben den Ideen, die das Team unter Leitplanke Mobilität zusammenfasst, soll sich der Regio­nalplan an der Leitplanke Landschaft orientieren: Naherholungsgebiete der Region sollen wiedererkennbar werden (z.B. durch kontinuier­li­che Baumreihen, klare Wegegestaltung), und bisher undefinierte Freiräume sollen einen Na­men bekommen. Am Ende stünde der Politik
ein Regionales Regiebuch zur Verfügung, das einerseits verbindliche Vorgaben für den Regionalplan enthält, andererseits aber auch „flexible Regeln und Strategien für ein Regional­management“.
Team D: Vermitteln
Team D legt den Schwerpunkt auf den Prozess: Eine flexible Erstellung und Aktualisierung des Regionalplans soll die bisher „schwerfälligen“ und „bürokratischen Planungsapparate“ im Ruhrgebiet ablösen. Die neue Planungskultur müsste vor allem „die Chancen und Möglich­keiten der Informationsgesellschaft“ – von Internetforen bis zur regionalen Mobilitäts-App – stärker einbinden. Die Ziele des Regionalplans, der das Ruhrgebiet in eine „partizipative“ und „post­-fossile“ Zukunft führen soll, unterteilt das Team auf zwei Ebene: das große WiR für überregionale Aufgaben und das kleine wir für Aufgaben von Quartieren und Nachbarschaften. Die Ortsteile sollen sich an vagen und bewusst bildhaft klingenden Raumtypen orientieren – wie dem heimlich Starken (ein stabiles Wohngebiet in gu­ter Lage), dem vernetzten Promi (ein „Ort mit Strahlkraft“) oder dem Landschaftswandler (Brachen und Freiräume, „die noch unter Wert schlummern“). Überregionalen Ziele, z.B. ein neues Verkehrsnetz, müssen auf die Ansprüche und Möglichkeiten dieser Raumtypen abgestimmt werden – und umgekehrt. Für die Umsetzung und ständige Anpassung des Regionalplans sollen Moderatoren eingesetzt werden, sogenannte WiR-Agenten. Diese WiR-Agenten vermitteln zwischen Politikern und Bewohnern und sammeln Meinungen und Erfahrungen in einem digitalen Wissensspeicher. Die einzelnen Raumtypen der Region werden für eine Selbsteinschätzung in einer Karte, der Zellenkarte, zusammengepuzzelt. Zusätzlich werden in einer Dynamikkarte die Räume abgebildet, für die aufgrund der gesammelten Fakten starke Verän­derungen zu erwarten sind (benachteiligte Orte, steigende Mieten, starker Bevölkerungsverlust). Diesen „dynamischen“ Räumen werden stabile Räume gegenübergestellt, z.B. Wohn­lagen mit geringen Mietpreisänderungen und Schutzzonen wie Wälder und Landwirtschafts­flächen. Zusammen bilden die Karten einen Regionalplan, der „präzise und ausreichend ab­strakt“ sei, „um als einprägsames Bild die notwendige Dauerhaftigkeit und Robustheit zu erhalten“. 
Team E: Freisetzen
Team E verspricht mit seinem Konzept unverblümt das, was einige (linke) Herzen in Politi­kerzimmern und Planungsbüros wohl höher schlagen lässt: „Laborräume für die postkapitalistische Region des 21. Jahrhunderts“. Ganze Ortsteile des Ruhrgebiets sollen in ein neues, noch unbekanntes Wirtschaftssystem befördert werden – als Vorreiter einer „postkapitalistischen und krisenresistenten Stadtgesellschaft“. Klingt utopisch, soll aber mit wirklichkeitsnahen Methoden erreichbar sein. Gesetzliche De- und Re-Regulierungen könnten Eigeninitiative und Innovationskraft der an diesen Orten lebenden und arbeitenden Menschen unterstützen. Nicht die Zentren, sondern gerade die „vermeintlich schwachen Räume“ des Ruhrgebiets sollen so zu „starken Orten eines gesellschaft­lichen Aufbruchs“ werden: zu einem Neuland.
Wie wird ein Quartier zu diesem „Sonderpraxisbereich“? Der Regionalplan legt zunächst anhand von Parametern (Arbeitslosigkeit, Bildungsmangel, Leerstände, schlechte Anbindung an den ÖPNV) eine Innovationszone fest, in der sich marginalisierte Räume auf den Status Neuland bewerben können. Dafür müssen sich Vereine, Stifter, Initiativen, Eigentümer in den Stadtteilen und Vertreter der Kommunen an einen Tisch setzen und ein Konzept entwickeln, das Probleme und Potenziale ihres Ortes darlegt. Die Akkreditierung als Neuland beschließt ein Gremium aus Fachleuten, Bürgervertretern und Mitgliedern des RVR. Von da an kann sich dieses Neuland durch eine „situative Bürokratie“ entwickeln – womit das Lockern von Regeln und Gesetzen gemeint ist. Für die Finanzierung der Projekte, des Auswahlgremiums und der Betreuung des Neulands, wird ein Neuland-Fonds eingerichtet, ein Umlageverfahren, das Geld aus dem gesamten Ruhrgebiet sammelt.
Das Team E entwarf vier Neuland-Modelle, nach denen sich die ausgewählten Ortsteile entwickeln könnten. Im Produktionsneuland sollen Neugründungen unterstützt werden, indem z.B. die Baunutzungsverordnung gelockert, Verfahren zur Gewerbegründung vereinfacht, fach­liche Beratungen und Begleitungen angeboten und Ausnahmeregelungen wie die Duldung informeller Gastronomie beschlossen werden. In Stadtteilen mit hoher Leerstandsquote könnten Unternehmen und Privatpersonen wie Empfänger von Arbeitslosengeld-II in öffentlichen oder leerstehenden Gebäuden mit bereitgestellten Werkzeugen und Maschinen tüfteln und an ihrem eigenen Kleinstgewerbe arbeiten. Ähnlich will das Bildungsneuland Bewohnern mit niedrigem Schulabschluss eigene Möglichkeiten zur Fortbildung bieten, z.B. indem Schulen nach dem Unterricht ihre Computer- und Musikräume, Bibliotheken und Turnhallen für die Anwohner offen halten. Im Landschaftsneuland gedeihen Kleingärten, „Abenteuerareale“ und Stätten der Biomasseproduktion auf einstigen Brachen, die sich die Interessenten z.B. durch klassisch-sozialistische Mittel aneignen könnten: durch eine Lockerung des Schutzes privater Eigentümerinteressen. Alternativ können Beteiligte und Eigentümer Allmende-Verträge zur gemeinschaftlichen Nutzung schließen. Als viertes Neuland soll das Mobilitätsneuland primär die Orte, die bisher schlecht zu erreichen sind, ans Verkehrsnetz anbinden.
Wie die juristischen Eingriffe – die einen, wenn nicht neoliberalen, dann doch liberalen Unterton haben – rechtens sein könnten, sei noch zu prüfen, so das Team. Seine Vorschläge: Das Neuland als ein nach dem Raumordnungs­gesetz definiertes Vorbehaltsgebiet ausweisen und die 2010 gestrichene Experimentierklausel wieder einführen. Die Regeln eines Neulands müssten zudem kontinuierlich angepasst und auf ihre Wirkung überprüft werden. Nach ei­nem mehrjährigen Zeitraum wandert die Innovationszone weiter, damit andere Orte des Ruhrgebiets zu Neuländern werden können. Ob die Gebiete dabei auch den Kapitalismus hinter sich lassen, bleibt abzuwarten.
Vorbehaltsgebiet (§8, Absatz VII, des ROG)
„Die Festlegungen nach Absatz 5 können auch Gebiete bezeichnen, [...] in denen bestimmten raumbedeutsamen Funktionen oder Nutzungen bei der Abwägung mit konkurrierenden raumbedeutsamen Nutzungen besonderes Gewicht beizumessen ist.“
Experimentierklausel  (§35 LPlG 2005)
„(1) Auf Anregung aus den Regionen können neue oder vereinfachte Verfahren zur Erarbeitung von Raumordnungsplänen und zur Anwendung von weiteren Instrumenten der Plansicherung und Planverwirklichung erprobt werden. [...]
(2) Die Landesplanungsbehörde bestimmt im Einvernehmen mit den fachlich zu­-stän­digen Landesministerien und mit Zustimmung des für die Landesplanung zuständigen Ausschusses des Landtags die Räume und die Dauer der Erprobung durch Rechtsverordnung.
(3) Die Auswirkungen des §35 werden nach einem Erfahrungszeitraum von vier Jahren durch die Landesregierung überprüft.“
Fakten
Architekten bgmr Landschaftsarchitekten, Berlin/Leipzig; Uberbau, Berlin; InD – InitialDesign, Berlin; Canzler, Weert, Berlin; WZB, Berlin; Scholz, Brigitte Alfter; Alanus Hochschule, Alfter; Reusswig, Fritz, Potsdam; PIK, Potsdam; LNC, Berlin; Maxwan architects + urbanists, Rotterdam; LOLA Landscape Architects, Rotterdam; Coffeng, Goudappel, Deventer; Sieverts, Thomas, München; Gerretsen, Paul, Rotterdam; rha reicher haase associierte, Aachen; West 8, Rotterdam; Mobility In Chain, Mailand; Kuma, Kengo, Tokio; Archimedia architects, Aukland; Institut für Stadt- und Regional­management, München; Transsolar Energietechnik, Stuttgart; STADTart, Dortmund; anOtherArchitect/FutureCitiesLab, Berlin; Legenda, Duisburg; Strategic Partners Group, Berlin; Center for Urban Studies, Havana; Hi­sako Koura, Osaka University, Osaka; Urban Catalyst Studio, Berlin; berchtoldkrass space&options, Karlsruhe; R+T Verkehrsplanung, Darmstadt; integral ruedi baur, Zürich;yellow z urbanism architecture, Zürich/Berlin lad+, Hannover; Planung Gertz Gutsche Rümenapp, Berlin; urbanista, Hamburg; Nexthamburg Plus, Hamburg; Davy, Benjamin, TU Dortmund
aus Bauwelt 7.2014
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