Der Wunsch, eine japanweite Share-Bewegung zu etablieren, treibt uns an

Interview mit Taichi Kuma, einem der Architekten des SHAREtenjinchos

Text: Alihodžić, Selma, Basel

    Taichi Kuma studierte in Tokio und Stuttgart Architektur und arbeitete danach in New York bei SHoP Architects. 2021 machte er sich mit dem Büro TAILAND selbstständig.
    Foto: Kaoru Yamada

    Taichi Kuma studierte in Tokio und Stuttgart Architektur und arbeitete danach in New York bei SHoP Architects. 2021 machte er sich mit dem Büro TAILAND selbstständig.

    Foto: Kaoru Yamada

    Umbau statt Abriss: das Projekt „SHAREyaraicho4“, ...
    Foto: Kaoru Yamada

    Umbau statt Abriss: das Projekt „SHAREyaraicho4“, ...

    Foto: Kaoru Yamada

    ... ein Tokioer Einfamilienhaus, das von den Architektinnen für eine Wohngemeinschaft umgeplant wurde.
    Foto: Kaoru Yamada

    ... ein Tokioer Einfamilienhaus, das von den Architektinnen für eine Wohngemeinschaft umgeplant wurde.

    Foto: Kaoru Yamada

    Im Stadtteil Tsuboya der Präfektur Okinawa wurde aus einem Wohnhaus ...
    Foto: Kaoru Yamada

    Im Stadtteil Tsuboya der Präfektur Okinawa wurde aus einem Wohnhaus ...

    Foto: Kaoru Yamada

    ... ein Gästehaus mit Gemeinschaftsflächen, einer Bar und Büros.
    Foto: Kaoru Yamada

    ... ein Gästehaus mit Gemeinschaftsflächen, einer Bar und Büros.

    Foto: Kaoru Yamada

Der Wunsch, eine japanweite Share-Bewegung zu etablieren, treibt uns an

Interview mit Taichi Kuma, einem der Architekten des SHAREtenjinchos

Text: Alihodžić, Selma, Basel

Vor acht Jahren wurde das erste Share-Haus fertiggestellt und bezogen ...
... und viele der ersten Bewohner leben noch immer in dem Haus in Yaraicho, auch die Architektin Ayano Uchimura. Ich wohnte über zwei Jahre dort und bin dann zusammen mit zwei anderen Bewohnern in das dritte Share Haus gezogen. Nach all den Jahren passt die Wohnform immer noch gut zu meinen Bedürfnissen.
Zwischenzeitlich sind vier weitere Share-Haus-Projekte entstanden, was hat sich seit dem ersten verändert?
Unsere Arbeitsgemeinschaft haben wir auf drei Architekturbüros erweitert, um nicht nur mehr Projekte mit allen Planungsleistungen umsetzen, sondern auch die Grundstücks- und Gebäudeverwaltung erbringen zu können. Nach wie vor möchten wir mit den Projekten einen positiven Beitrag leisten: die Lebensqualität verbessern, großzügige Räume schaffen, auf die Wohnungsnot reagieren.
Wie haben Sie und die Share-Gemeinschaft die Pandemie erlebt?
In Japan gab es bisher vier große Lockdowns. Durch die Covid-19-Pandemie hat sich das Bedürfnis nach eigenem günstigem Wohnraum in einer Gemeinschaft verstärkt. Das Wohnen im Share-Haus hat sich für die meisten Bewohner und Bewohnerinnen als Rettung vor einer Vereinsamung bewiesen; gerade die Gemeinschaftsräume haben sich als Alltagsluxus entpuppt. Die Dachterrassen werden auch von den Nachbarn als Begegnungsort genutzt – natürlich immer noch unter Einhaltung aller Abstandsregeln. Auch wenn unsere Veranstaltungen online abgehalten wurden, blieb das Interesse an den Projekten groß. Als wir die Ankündigung des Neubaus in Tenjicho lancierten, hatten wir bereits in den ersten Wochen vier unterzeichnete Mietverträge. Diese Nachfrage zeigt, dass die ersten Projekte bereits den Weg für die neue Wohnform geebnet haben.
Wie sieht die Zukunft des Share-Konzepts aus?
Die Pandemie hat uns gezeigt, dass in Japan das Arbeiten von überall möglich ist und in Zukunft von vielen Japanern und Japanerinnen angenommen werden wird. Aktuell planen wir in der Stadt Chiba einen weiteren Umbau. Der Standort ist ideal für alle Großstadtgeplagten, mit Strand und Wald in unmittelbarer Nähe. Das Gebäude ist ein altes Einfamilienhaus in traditioneller japanischer Holzbauweise. Die Herausforderung ist es, den Holzbau zu ertüchtigen und ein Share-Haus mit gleichwertigen Wohneinheiten und Gemeinschaftsräumen zu schaffen. Der Wunsch, eine japanweite Share-Bewegung zu etablieren, treibt uns an, das Share-Konzept auch in die traditionelleren Städte zu bringen. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass wir das Modell auf andere Orte in Japan übertragen können, wo vorrangig in klassischen Wohnformen gelebt wird. Das ist ein Zeichen für den gesellschaftlichen Wandel in allen Generationen. Wir werden uns in Zukunft also nicht nur auf Neubauten und Tokio beschränken. SHARE schreiben wir selbst bewusst in Großbuchstaben, wir wollen die Potenziale des Bauens im Bestand und des zirkulären Bauens weiter ausloten.
Die Fragen stellte Selma Alihodžić.
Fakten
Architekten SHAREtenjinchos, Tokio
aus Bauwelt 10.2022
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