Christ & Gantenbein
Projects I-III
Text: Krieg, Adrian
Christ & Gantenbein
Projects I-III
Text: Krieg, Adrian
Die dreibändige Publikation „Christ & Gantenbein: Projects I-III“ versammelt das Werk des Basler Büros aus mehreren Jahren Praxis und Forschung. In einer Zeit, in der architektonische Produktion oft durch schnelle Bildzirkulation geprägt ist, wirkt die Sammlung der Projekte wie eine bewusste Verlangsamung. Sie ermöglicht einen konzentrierten Blick auf ein Werk, das sich durch klare Entwurfsstrategien und eine intensive Auseinandersetzung mit dem architektonischen Umfeld auszeichnet.
Das Büro, gegründet von Emanuel Christ und Christoph Gantenbein, zählt zu den prägenden Architekturbüros der europäischen Gegenwart. Seine Projekte zeichnen sich durch die Einbeziehung im städtebaulichen Kontext, architektonischer Typologie und historische Referenzen aus. Anstatt auf spektakuläre Formgesten zu setzen, entwickeln die Architekten ihre Gebäude aus der Analyse bestehender Strukturen und aus der Weiterführung architektonischer Traditionen. Viele ihrer Projekte entstehen aus Wettbewerben und bewegen sich häufig im Spannungsfeld von Bestand und Neubau, wodurch Fragen der Transformation und Weiterentwicklung von Architektur eine besondere Bedeutung erhalten. Neben der praktischen Arbeit ist auch die theoretische und akademische Auseinandersetzung ein wichtiger Bestandteil der Arbeit, etwa durch Publika-tionen, die den Entwurfsansatz von Christ & Gan- tenbein im architektonischen Diskurs verorten.
Die Monographie gliedert sich in drei Bände, die jeweils einen eigenen Schwerpunkt setzen. Gemeinsam bilden sie weniger ein klassisches Werkverzeichnis als vielmehr eine umfangreiche Dokumentation der Arbeitsweise des Büros. Projekte werden in Form von Fotografien, Zeichnungen, Plänen und Modellen präsentiert und durch kurze Texte begleitet, die die Entstehung und die zentralen Entwurfsgedanken erläutern. Dabei steht nicht die ausführliche theoretische Analyse im Vordergrund, sondern die visuelle und zeichnerische Darstellung der Architektur.
Der erste Band konzentriert sich auf die gebauten Projekte. Ohne einführende Texte werden Gebäude hier in Fotografien und Plänen vorgestellt, häufig ergänzt durch Modelle und Detailzeichnungen. Die Darstellung bleibt dabei bewusst zurückhaltend in einem klaren Layoutraster: Großformatige Bilder wechseln sich mit Grundrissen, Schnitten und Fassaden ab. Die Texte sind knapp gehalten und beschränken sich meist auf kurze Projektbeschreibungen, wodurch die architektonische Logik vor allem über Zeichnung und Bild vermittelt wird.
Der zweite Band erweitert diesen Blick um Wettbewerbe, Studien und nicht realisierte Projekte. Gerade hier wird die Bedeutung der Zeichnung als Entwurfsinstrument besonders deutlich. Skizzen, Diagramme und Modellfotografien geben Einblick in die Entwicklung der Projekte und zeigen, wie stark die Arbeit des Büros von typologischen Untersuchungen und städtebaulichen Fragestellungen geprägt ist. Die Bildstrecken werden am Ende der Publikation durch kurze Essays und projektbezogene Texte ergänzt, die die jeweiligen Entwurfsideen kontextualisieren.
Der dritte Band schließlich rückt die theoretische und diskursive Dimension der Arbeit in den Vordergrund. Neben Projektdokumentationen finden sich hier längere Texte, unter anderem von Kersten Geers, die das Werk von Christ und Gantenbein in einen architekturtheoretischen Zusammenhang stellen. Diese Essays reflektieren Fragen von Typologie, Referenz und architektonischer Kontinuität und geben der Publikation eine zusätzliche Ebene.
Auffällig ist über alle drei Bände hinweg die klare und zurückhaltende Gestaltung. Zeichnungen, Modelle und Fotografien sind großzügig gesetzt und erhalten viel Raum auf den Seiten. Dadurch entsteht ein Lesefluss, der von kurzen Textpassagen wie von der visuellen Abfolge der Projekte geprägt ist. Die Bücher funktionieren so zugleich als Archiv, als Projektatlas und als Einblick in die Denkweise des Büros.







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