Lucius Burckhardt im Werkbund Hessen
Text: Santifaller, Enrico, Frankfurt am Main
Lucius Burckhardt im Werkbund Hessen
Text: Santifaller, Enrico, Frankfurt am Main
Anlässlich eines Kongresses der Spaziergangwissenschaftler im Jahre 2008 hat die FAZ die Stadt, in der sie erscheint, die „Vorzeigestadt der Promenadologen“ genannt. Knapp 20 Jahre später – eigentlich viel zu spät – ist in dieser Stadt eine Ausstellung zu Lucius Burkhardt (Bauwelt Einblick 17), dem Begründer dieser Wissenschaft, zu sehen. Der kritische Grenzgänger Burckhardt, der sich bereits 1949 als Student gegen autogerechten Umbau seiner Heimatstadt Basel engagiert hatte. Der Dozent und Professor an der HfG Ulm, an der ETH Zürich, an der Gesamthochschule Kassel, schließlich nochmal als Gründungsdekan des Fachbereichs Gestaltung an der Bauhaus-Universität in Weimar hat sich gern in Debatten eingemischt, Diskussionen entfacht, Selbstverständlichkeiten und daraus entwachsene Machtpositionen hinterfragt. Mit Essays wie „Wer plant die Planung?“, „Selbstbestimmt bauen und wohnen“ oder „Der kleinstmögliche Eingriff“ ging Burckhardt, der von 1976 bis 1983 Vorsitzender des Deutschen Werkbunds war, manch etablierten Kollegen auf die Nerven. Doch die Reflexion des Planerberufs war – retrospektiv gesehen – ebenso nötig wie die postmoderne Kritik an der damals zeitgenössischen Architektur und die Auseinandersetzung mit dieser Kritik. Die kleine, von Felix Dölker und Alexander Stumm und Studierenden der Hochschule Darmstadt und TH Lübeck erarbeitete Schau, die im WerkbundForum Frankfurt gezeigt wird, lädt dazu ein, sich mit dem Lehrer, Aktivisten, Denker und bedeutenden Spaziergänger Lucius Burkhardt zu beschäftigen.







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