Die Komfortmacher

Seit den neunziger Jahren gehören die Architekten Sauerbruch Hutton und die Klimaingenieure Transsolar zu den Protagonisten des klimagerechten Bauens. Matthias Sauerbruch und Thomas Auer werfen einen selbstkritischen Blick zurück. Und einen besonnen optimistischen nach vorn.

Text: Geipel, Kaye, Berlin; Friedrich, Jan, Berlin

    Stadtbauwelt-Gespräch im August 2015 bei Sauerbruch Hutton. Von links: Caroline Wolf (Sauerbruch Hutton), Matthias Sauerbruch, Thomas Auer, Bauwelt-Redakteure Kaye Geipel und Jan Friedrich
    Foto: Erik-Jan Ouwerkerk

    Stadtbauwelt-Gespräch im August 2015 bei Sauerbruch Hutton. Von links: Caroline Wolf (Sauerbruch Hutton), Matthias Sauerbruch, Thomas Auer, Bauwelt-Redakteure Kaye Geipel und Jan Friedrich

    Foto: Erik-Jan Ouwerkerk

    Caroline Wolf, Matthias Sauerbruch, Thomas Auer (v.l.)
    Foto: Erik-Jan Ouwerkerk

    Caroline Wolf, Matthias Sauerbruch, Thomas Auer (v.l.)

    Foto: Erik-Jan Ouwerkerk

    Seit dem Hochhaus für die Berliner Wohnungsbaugesellschaft GSW (1990–99) hat Sauerbruch Hutton
    das Thema Architektur und Klima nicht mehr losgelassen – genauso wie das Thema Fassade und Farbe
    Foto: Noshe

    Seit dem Hochhaus für die Berliner Wohnungsbaugesellschaft GSW (1990–99) hat Sauerbruch Hutton
    das Thema Architektur und Klima nicht mehr losgelassen – genauso wie das Thema Fassade und Farbe

    Foto: Noshe

    Norddeutsche Landesbank in Hannover (2002) von Behnisch, Behnisch & Partner, Stuttgart
    Foto: Klemens Ortmeyer

    Norddeutsche Landesbank in Hannover (2002) von Behnisch, Behnisch & Partner, Stuttgart

    Foto: Klemens Ortmeyer

    Lycée Charles De Gaulle in Damaskus (2006) von Ateliers Lion, Paris
    Foto: Adrià Goula Sardà

    Lycée Charles De Gaulle in Damaskus (2006) von Ateliers Lion, Paris

    Foto: Adrià Goula Sardà

    Von rechts: Matthias Sauerbruch, mit einem Papier-Bastelbogen-Modell des GSW-Hochhauses, Kaye Geipel
    und Jan Friedrich
    Foto: Erik-Jan Ouwerkerk

    Von rechts: Matthias Sauerbruch, mit einem Papier-Bastelbogen-Modell des GSW-Hochhauses, Kaye Geipel
    und Jan Friedrich

    Foto: Erik-Jan Ouwerkerk

Die Komfortmacher

Seit den neunziger Jahren gehören die Architekten Sauerbruch Hutton und die Klimaingenieure Transsolar zu den Protagonisten des klimagerechten Bauens. Matthias Sauerbruch und Thomas Auer werfen einen selbstkritischen Blick zurück. Und einen besonnen optimistischen nach vorn.

Text: Geipel, Kaye, Berlin; Friedrich, Jan, Berlin

Heute spricht jeder von energieeffizientem Bauen. Als Sie damit anfingen, war das Neuland. Wie kam es dazu, dass Sie dem Thema Bedeutung zumaßen?
Matthias Sauerbruch Für uns begann es mit dem GSW-Wettbewerb, zu dem wir 1990 eingeladen wurden. Ein relativ großer Verwaltungsbau direkt am ehemaligen Checkpoint Charlie, eine phantastische Chance für ein junges Büro. In Berlin herrschte damals totale Aufbruchstimmung. Man hatte das Gefühl, hier beginnt die Zukunft. Uns drängte sich die Frage auf: Wenn wir hier ein Verwaltungsgebäude planen, inwiefern ist das ein Beitrag zur Zukunft? Was kann man machen, das besser ist, als es heute ist?
Ihre Antwort, ein natürlich belüftetes, gläsernes Hochhaus, lag nicht eben auf der Hand.
Matthias Sauerbruch Zu dieser Zeit gab es in Deutschland so gut wie keine Klimatisierung. Wir lebten damals in London, und dort war alles klimatisiert. Wir dachten, wenn man im Bürobau in Deutschland den Komfort anheben, den Standard auf internationales Niveau bringen kann, ohne den Aufwand betreiben zu müssen, der mit einer Klimatisierung verbunden ist, dann wäre das eventuell unser Beitrag. In der Folge kamen wir mit Guy Battle zusammen, der damals für Arup arbeitete, und mit Chris McCarthy; die waren Feuer und Flamme für alles, was „low energy“ – so nannten wir das damals – war.
Neun Jahre dauerte es, bis das Gebäude stand. Es gab damals noch keine Simulationsprogramme, Arup machte das mit einem selbstgebastelten Programm. Und es wurden Sandmodelle gebaut, Fließmodelle, um das Lüftungsverhalten der Doppelfassade zu verstehen usw. Wir wurden zu Spezialisten in dem Thema, weil wir es allen möglichen Leuten 100.000 Mal erklären mussten.
Thomas Auer, was hat man als Klimaingenieur eigentlich für eine Ausbildung? Haustechnikingenieur?
Thomas Auer Wir sind bei Transsolar alle keine Haustechnikingenieure. Mein Partner Matthias Schuler hat Maschinenbau und Feinwerktechnik studiert. Ich habe Verfahrenstechnik studiert, da beschäftigten wir uns mehr mit chemischen Anlagen als mit Gebäuden. Matthias Schuler war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Thermodynamik und Wärmetechnik (ITW) in Stuttgart. Dort forschten sie im Bereich aktive und passive Solartechnik. Ich habe damals am ITW eine Studienarbeit gemacht. Von Klimatechnik und diesen Dingen hatten wir im Grunde keine Ahnung – zumindest aus heutiger Sicht. Was wir mitbrachten, war ein Verständnis für Physik und die Fähigkeit zu rechnen. In Stuttgart gibt es viele Architekten, mehr oder weniger zufällig kamen wir so in Wettbewerbe rein.
Was dann geschah: Die TGA-Branche war in den Achtzigern ja noch unanfechtbar; die Haustechniker haben gesagt, das brauchen wir. Punkt! Aus! Amen! Mit Leuten wie uns hatten die Architekten plötzlich einen Gesprächspartner, der die klimatischen Vorgänge im Gebäude vom Standpunkt der Physik betrachtete. Und Physik hat etwas mit Gestaltung zu tun: Mit welchem Glas baue ich denn? Kann die Fassade nicht auch anders aussehen? Wir waren lange Zeit eine Art Übersetzer zwischen den TGA-Planern und den Architekten. Uns wurde klar, wie stark Komfort über Gestaltung bzw. an der Schnittstelle zur Gestaltung beeinflusst werden kann. Und wie stark sich damit der Bedarf an TGA und Energie reduzieren lässt.
In zwanzig Jahren durchläuft man einen enormen Entwicklungsprozess. Welche Dinge haben Sie in Ihren Projekten neu umgesetzt?
Thomas Auer Zu Anfang waren das Projekte in der Größenordnung wie das Hauptquartier von Datapec in Gniebel von Kaufmann & Theilig. Ein gutes Haus wird ja nicht über eine einzelne Technologie, sondern über die Komposition verschiedener Elemente bestimmt. In Gniebel waren das ein Erdwärmetauscher, kombiniert mit einem Atrium, das Tageslicht in das Innere des runden Baukörpers bringt, die Art, wie die Luft verteilt wird und wie das Gebäude auf möglichst natürliche Weise im Sommer kühl gehalten wird. Das war Mitte der Neunziger. Ende der Neunziger gab es einen Maßstabssprung, mit einem Mal arbeiteten wir an Projekten wie die NordLB von Behnisch & Behnisch oder dem Post-Tower von Murphy/Jahn. Da waren vor allem Glasfassaden das Thema. Ein Erfolg von uns in jener Zeit war, dass wir Häuser mit hohem Glasanteil rechnen konnten – und Architekten unterstützt haben, solche Häuser in Deutschland bauen zu können.
Sie hatten dann viele Projekte im Ausland.
Thomas Auer Interessant für uns war, dass wir in extremen Klimata arbeiteten. Man wird sich um-so bewusster, dass wir in Deutschland ein unangestrengtes Klima haben, wir hier absolut privilegiert sind. Wenn das Klima extremer wird, wirkt es stärker in die Architektur. Da gab es Mitte der 2000er Jahre zwei Gebäude, an denen wir mitgearbeitet haben, das Hochhaus in Winnipeg/Kanada für Manitoba Hydro von KPMB aus Toronto und die französische Schule in Damaskus von Ateliers Lion aus Paris. Die Manitoba Hydro war zur gleichen Zeit wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Frankfurt von Sauerbruch Hutton. Ähnliche Bauherren, beides öffentliche Institutionen, aber ein Haus in Extremklima (Winnipeg ist die kälteste Großstadt der Welt), das andere in moderatem Klima, was zwangsläufig zu ganz unterschiedlichen Lösungen führt.
In Damaskus gelang es, in extrem heißem Klima eine Schule zu bauen, die ohne Klimatech-nik funktioniert. Nur über Solarkamine angetrieben, keine Steuerungstechnik, keine motori-sierten Klappen, die versagen könnten, ein Low-Tech-Gebäude.
Im Wüstenklima haben Sie sich auch erstmals dem Thema Stadt gewidmet: beim Masterplan für Masdar City in Abu Dhabi.
Thomas Auer Was wir dort unter anderem gelernt haben: Wenn man sehr energieeffiziente Gebäude plant, dann ist eine Infrastruktur, die zu 100 Prozent auf erneuerbaren Energien basiert, nicht teurer als eine konventionelle. Wir haben in Case Studies nachgewiesen, dass sich der Energiebedarf von Gebäuden gegenüber solchen, die zurzeit dort gebaut werden, im Schnitt um 80 Prozent reduzieren lässt. Und die verbleibenden 20 Prozent lassen sich dann auch zu 100 Prozent regenerativ decken –  zu quasi gleichen Kosten für die Infrastruktur. Das zeigt, dass es geht, aber auch, dass wir die Energiefrage auf jeder Maßstabsebene lösen müssen. Dass wir nicht sagen können: Die Infrastruktur macht’s!
Matthias Sauerbruch, die 20-Jahres-Lernkurve von Sauerbruch Hutton?
Matthias Sauerbruch Nach der GSW, wo uns Dinge wie das natürliche Querlüftungsprinzip, der Konvektionsschacht, das Aerofoil, der Venturi-Effekt, die Augen geöffnet hatten, war der nächste große Schritt das Umweltbundesamt (UBA) in Dessau. Dort wurden das Spektrum der Technologien erweitert – es gibt eine große Erdwärmetauscheranlage und eine solarbetriebene Kühlung – und der Blickwinkel auf die Materialfrage ausgedehnt. Jedes Material wurde unter dem Gesichtspunkt der Grauen Energie mit seiner ganzen Herstellungsgeschichte eingeordnet und für gut oder nicht gut befunden – soweit das möglich war damals (das ist heute schwierig, aber zu dem Zeitpunkt war es noch schwieriger). Da sind Dinge entstanden wie die Holzfassade; eine vollständige Holzfassade musste 2000/2001 in Sachen Brandschutz noch mit einer Sondergenehmigung des Regierungspräsidiums auf den Weg gebracht werden.
Die KfW in Frankfurt am Main haben Sie einmal als Climax dieser Entwicklung bezeichnet.
Matthias Sauerbruch Die KfW ist so etwas wie ein Hybridauto. Das Haus kann alles, es hat eine intelligente Klimatisierung, die mit rückgeführter Wärme arbeitet usw. Es kann aber auch vollkommen natürlich betrieben werden; es hat zwei Haustechniksysteme, die unabhängig oder auch zusammen in Betrieb gesetzt werden können. Hinzu kam eine Neuentdeckung für uns, angestoßen durch den Einfluss von Transsolar: dass man den Wind verwendet, um kontrolliert Frischluft in den Zwischenraum der Doppelfassade einzuführen, die Druckluftfassade, eine Idee, die auf Helmut Jahns Post-Tower aufbaut. Das Gebäude ist wie ein Schiff im Windstrom positioniert. Wir haben das als „klimatomorphe Architektur“ bezeichnet. Weil sich das Haus und die Fassade durch die Anpassung an die Windverhältnisse entwickelt haben.
Bei Ihrem nächsten großen Bürobau, der Behörde für Stadtentwicklung und Umweltschutz (BSU) in Hamburg, wurde all dieser technische Aufwand nicht mehr betrieben. Weshalb?
Matthias Sauerbruch Die Fertigstellung der KfW war für uns ein Moment, an dem wir dachten: Hier geht es nicht mehr weiter. Das Haus strotzt vor aufwendigen Technologien, die Geld kosten, unterhalten werden müssen. Dazu kommt, dass es mit der Steuerung immer Probleme gibt. Es vergehen Jahre, bis so ein Gebäude wirklich funktioniert. Wir hatten das Gefühl: Wir haben den Zenit erreicht, jetzt ist Schluss. Vielleicht soll-ten wir eher darüber nachdenken, wie wir vereinfachen können.
Deshalb ist die BSU ein super einfaches Gebäude. Im Prinzip: Fenster auf, Fenster zu, den Sonnenschutz zieht man mit der Hand rauf und runter. Und es gibt Höfe, Querlüftung über ganz normale Atrien, in denen durch Konvektion die Luft bewegt wird. Wenn es zieht, wird das Fenster geklappt, wenn man mehr Luft braucht, wird die Tür aufgemacht. Ist es morgens im Büro  zu heiß, dann merkt der einzelne Mitarbeiter, dass er den Sonnenschutz am Abend runterlassen muss. Bei bestimmten Orientierungen mag das nicht hundertprozentig funktionieren, aber im Großen und Ganzen ist das eine verlässliche Angelegenheit, die deutlich problemfreier und preiswerter zu haben war.
Und jetzt mit der Münchner Rück in München ein weiterer Schritt, ein recycelter Rohbau, wenn man so will.
Matthias Sauerbruch Bisher sind unsere Umbau-Projekte stets daran gescheitert, dass der Neubau billiger war als der Umbau des Altbaus. Oft scheitert es auch daran, dass der Altbau zu geringe Geschosshöhen hat, um ihn weiter nutzen zu können. Im Fall der Münchner Rück war es ein Computergebäude, ein Gebäude für Siemens Nixdorf aus den achtziger Jahren, enorm tief und mit großen Geschosshöhen, weil seinerzeit dort viele Kabel verlegt werden mussten. Das ließ sich umbauen, wurde nachweisbar preiswerter. Der Rohbau war im Prinzip nur ein Rückbau. Die Decken wurden mit Riesendiamantsägen geschnitten, mit Wasserschneidegeräten bearbeitet.
Lässt sich beziffern, was Sie damit an Grauer Energie eingespart haben?
Matthias Sauerbruch Wir haben einen Ingenieur von Werner Sobek gebeten, das auszurechnen. Seine Berechnung lief darauf hinaus, dass wir mit der Einsparung an Grauer Energie, also mit dem Rohbau, den wir nicht gebaut haben, sozusagen 34 Jahre Heizkosten vorab einsparen. Normalerweise ist es so: Man tätigt eine energetische Investition in der Hoffnung, dass das ein effizienteres System ist, das über die Jahre die anfängliche Mehrleistung nicht nur einsammelt, sondern übertrifft und irgendwann in der Gesamtbilanz günstiger wird. Hier hat man diesen Rucksack nicht, man beginnt im Grunde mit einer teilweise negativen Bilanz. Das ist erst einmal ein guter Anfang.
Im letzten Jahr hat das UBA zusammen mit Ihnen ein Buch herausgegeben, „Umweltbundesamt Dessau review“, in dem der Betrieb des Hauses beschrieben und die Ergebnisse des jahrelangen Monitorings veröffentlicht werden. Man bekommt etwas derartiges zu Gebäuden, denen die Energieeffizienz auf die Fahnen geschrieben wurden, nicht oft in die Hand.
Matthias Sauerbruch Wir sind seit 25 Jahren mit dem Thema unterwegs. Doch was das tatsächliche Erreichen unserer Energieeffizienzziele betrifft, darüber verfügen wir kaum über handfestes Material. Bei uns gibt es nur das Umweltbundesamt, das über einen längeren Zeitraum richtig gemessen wurde und bei dem wir definitiv sagen können: So viel wurde eingespart, so viel ist dabei herausgekommen.
Sie meinen, es ist eher selten, dass ein Bauherr ein so aufwendig geplantes, mit so aufwendiger Technik versehenes Gebäude darauf überprüft, ob es überhaupt funktioniert?
Thomas Auer Das ist sogar die Ausnahme. Wir arbeiten im Jahr an etwa hundert Projekten. In
25 Jahren haben wir an zigtausenden Projekten gearbeitet. Von circa zwei Handvoll haben wir detaillierte Daten. Manche der Daten sind eher frustrierend. Doch was wir zeigen konnten: Die Häuser, die wir tatsächlich monitoren, die kriegt man relativ schnell zu dem Energieverbrauch, den wir vorhergesagt haben. Aber im Umkehrschluss heißt das auch: Kein Haus hat am Tag eins den zuvor errechneten Energieverbrauch. Wenn sich niemand darum kümmert, und das trifft auf 95 oder 98 Prozent aller Gebäude zu, tun die alle nicht so, wie wir sie geplant haben.
Matthias Sauerbruch Das deckt sich mit unserer Erfahrung. Beim Umweltbundesamt lagen die Zahlen im ersten Jahr 98 Prozent über dem, was wir uns vorgestellt hatten. Wir waren schockiert. Dann haben wir versucht zu analysieren, woran es liegt. Und das war eine Mischlage. Zum einen hatte es mit der Technologie zu tun, die zu dem Zeitpunkt Avantgarde war. Eine solargestützte Kühlungsanlage, die hat erst einmal nicht funktioniert. Dann sind die Vakuumröhren der Solarkollektoren in die Luft geflogen, teilweise auch, weil die Firmen noch nicht damit umgehen konnten.
Zum anderen?
Matthias Sauerbruch Das andere war das Nutzerverhalten. Beim Bundesumweltamt hatte man eigentlich eine extrem motivierte Nutzergruppe, alle daran interessiert, dass es funktioniert, alle mit einer positiven Haltung gegenüber dem Gebäude. Und trotzdem dauerte es, ich glaube vier bis fünf Jahre, bis wir in die Nähe der avisierten Werte gekommen sind. Das ging nur durch kontinuierliche Information. Die Werte wurden im Intranet veröffentlicht, es gab Veranstaltungen. Stück für Stück hat man sich dem genähert.
Thomas Auer Ich sage inzwischen: Es ist gar nicht unsere Aufgabe, Häuser zu bauen, die weniger Energie brauchen. Es ist unsere Aufgabe, Häuser zu bauen, in denen sich die Nutzer wohlfühlen und die mit wenig Energieverbrauch betrieben werden können. Ob es der Nutzer macht? Sagen wir: Es ist sein Haus. Aber wir müssen ihm die Möglichkeit geben.
Matthias Sauerbruch Wenn die Leute zu Hause sind, sind sie bereit, sehr viel zu tun. Sie machen im Sommer tagsüber die Läden zu und die Fenster Nachts auf. Am Arbeitsplatz erwarten viele, dass sie morgens kommen und alles in Ordnung ist und am Abend gehen sie wieder nach Hause und das war’s. Verantwortung zu übernehmen für sein Fenster, für seinen Arbeitsplatz, das ist ein viel größerer Schritt, als wir dachten.
Thomas Auer Was uns umtreibt: Wie verstehen wir besser, wie der Nutzer reagiert, was der Nutzer gern und was er nicht gern hätte? Wir wissen z.B., dass die Leute in Außenräumen andere Temperatur- und Feuchteschwankungen akzeptieren als in Innenräumen. Wir wissen inzwischen auch, und das ist in die Normungen eingeflossen, dass Leute in Räumen mit natürlicher Lüftung andere Temperatur- und Feuchteschwankungen akzeptieren als in klimatisierten Räumen. Wir haben als Ingenieure den Drang, dass das Haus zu jedem Zeitpunkt das Richtige tun muss. Und der Nutzer ist bei dieser Auffassung erst einmal ein Störfaktor. Ich tendiere dazu – wie Sie es bei der BSU gemacht haben – zu sagen, wir regeln überhaupt nichts mehr. Weil die Regelung immer das macht, was der Nutzer gerade nicht will.
Oder glaubt, nicht zu wollen.
Thomas Auer Nein, nicht will. Er will vielleicht den Ausblick haben in dem Moment. Der Nutzer muss das Recht haben zu schwitzen, wenn er will. Wir müssen Systeme konzipieren, die das auffangen. Was ich ein schönes Element finde: Im Winter gibt es Fensterkontakte, die den Heizkörper ausschalten. Wenn der Nutzer das Fenster aufmacht, geht der Heizkörper aus und der Raum wird kühl, macht er das Fenster wieder zu, geht die Heizung wieder an. Ganz einfach. Das muss ihm niemand erklären.
Matthias Sauerbruch Nicht zuletzt glauben wir natürlich auch, dafür sind wir Architekten, dass die Arbeit, die wir in die Häuser reinstecken – die Räume, die Details, die man in der Hand hat, das Licht, wenn man einen Raum betritt –  dass das Qualitäten, Werte sind. Und dass der „Verlust“ an Komfort, der mit einem sparsameren Energiekonzept einhergeht, auch ausgeglichen werden kann durch höhere architektonische Qualität.
Es gibt eine Reihe von Begriffen, für das, was Sie machen, die sich im Lauf der Jahre zum Teil abgewechselt haben: klimagerechtes, energieeffizientes, nachhaltiges Bauen. Welcher trifft es am besten?
Matthias Sauerbruch Wenn man sagt „nachhaltige Architektur“ oder „nachhaltige Architekturkonzepte“, dann versteht jeder mehr oder weniger, wohin es gehen soll. Und trotz aller Widersprüchlichkeit, Abnutzung, Klischeehaftigkeit ist mir bisher nichts Besseres eingefallen. Der Begriff öffnet das Spektrum, und konzentriert sich nicht nur auf den Effizienzfaktor, die Performance. Er suggeriert auch, dass es sich bei einem Haus um einen architektonischen Eingriff handelt, der längerfristig brauchbar sein muss. Der über Generationen einen Beitrag leistet. Das muss nicht an der Ölfeuerung oder an Solarenergie liegen, im Gegenteil.
Im Gegenteil?
Matthias Sauerbruch Das Umweltbundesamt liegt Luftlinie 300 Meter von Gropius’ Bauhaus-Gebäude entfernt. Wir dachten damals, jetzt zeigen wir, wie man das richtig macht – von wegen Atelierfenster nach Westen orientiert, Sonnenschutz innen, keine Querlüftung. Wir waren siegesgewiss, dass wir die besseren Modernen sein können. Und haben diesen Aspekt wohl auch besser gelöst. Aber, wenn Sie überlegen, was sich als eines der nachhaltigsten Gebäude im heutigen Dessau erwiesen hat, dann ist es das Bauhaus, in anderthalb Jahren geplant und gebaut von totalen Außenseitern in dieser gesetzten Bürgerstadt. Heute ist es die Ikone der Stadt, trägt die ganze Stadt, sie nennt sich Bauhausstadt Dessau. Wie viele Leute kommen wegen des Bundesumweltamts nach Dessau? Schon ein paar; die haben ein eindrucksvolles Besuchsprogramm. Aber das ist natürlich keinesfalls vergleichbar mit den Zahlen der Leute, die kommen, um sich das Bauhaus anzuschauen und mit all dem, was da dran hängt: Tourismus, Geschäfte, Gastronomie.
Dass das Bauhausgebäude klimagerecht wäre, hat sicher nie jemand gewagt zu behaupten ...
Matthias Sauerbruch … aber es ist nachhaltig! Es ist ein Gebäude, das seiner Stadt einen wesentlichen Beitrag geleistet hat, schon fast hundert Jahre lang. Das muss man erst mal nachmachen.
Thomas Auer Ob unser Tun wirklich nachhaltig ist, können wir heute gar nicht beurteilen. Wir erwecken den Anschein, als würden wir ganzheitlich betrachten. Doch eine ganzheitliche Betrachtung gibt es nicht für das, was erst in der Zukunft beurteilt werden kann.
Was halten Sie von dem französischen Begriff „architecture durable“? Damit ist in der Tendenz etwas anderes als nachhaltig gemeint. Der handwerkliche Aspekt, das hält für die nächste Generation, klingt in anderer Weise an.
Thomas Auer Wenn man es wörtlich übersetzt, ist es zu eindimensional, im Sinne, dass Langlebigkeit zwangsläufig nachhaltig ist. Diese Diskussion hat man im Kontext von Miele-Waschmaschinen, die ewig halten, aber irgendwann völlig ineffizient sind. Die Holländer haben die Vorstellung geprägt, dass man Kurzlebigkeit als alternativen Entwurfsparameter zur Ewigkeit sehen könnte.
Matthias Sauerbruch Kurzlebigkeit in Verbindung mit Recyclingfähigkeit.
Spricht man über Bauen und Klima, kommt man nicht umhin, die EnEv zu streifen, die mitunter heftig kritisiert wird. Was ist Ihre Meinung dazu?
Thomas Auer Ob einem das gefällt oder nicht: Wenn man sich die Statistiken anschaut, z.B. über Gebäude, die Fernwärme nutzen, dann sieht man, dass die Regulierung durch die EnEv einen großen Einfluss hat. In Summe viel mehr als die wenigen Gebäude, an denen wir arbeiten, die haben eher Leuchtturmcharakter.
Matthias Sauerbruch Die Geister, die wir riefen: Im Grunde hat die EnEV das erfüllt, was wir als große Hypothese in den Neunzigern in den Raum gestellt haben.
Thomas Auer Das Traurige ist: In Summe stagniert der Gebäudesektor, was die CO₂-Emission betrifft. Das gilt zwar nicht nur für den Gebäudesektor, sondern für die Gesellschaft insgesamt. Aber der Gebäudesektor hätte das höchste Potenzial. Und es tut sich nichts. Wenn man sich die einzelnen Bausteine ansieht, hat sich selbstverständlich etwas verändert. Aber alles wird über Rebound-Effekte, über gesteigerte Ansprüche zunichte gemacht. Was ich sagen will: Vermeintlich haben wir das Wissen, wie es geht, sehen aber, dass wir trotzdem nicht erfolgreich sind.
Hinzu kommt die Klimaveränderung, die wir in diesem Sommer wieder hautnah gespürt haben. Die Veränderung des Klimas wird dazu führen, dass die Städte nachts nicht mehr abkühlen und dass die Leute anfangen, sich im Baumarkt Klimaanlagen zu kaufen. Was die Energiebilanz nicht eben besser macht ...
Was können wir tun?
Thomas Auer Ich bin überzeugt, dass wir das Stadtklima über die Begrünung des öffentlichen Raums in den Griff bekommen können. Es gibt die These, die zugegebenermaßen nie bewiesen wurde, dass der Einzelne weniger Wohnfläche akzeptiert, wenn der öffentliche Raum höhere Qualität hat. Darin steckt Potenzial für mehr Lebensqualität bei weniger Ressourcenverbrauch. Der öffentliche Raum ist im Prinzip der Straßenraum. Wir müssen dem Verkehr Platz abknapsen, um die nötigen Qualitäten zu schaffen und das Stadtklima zu regulieren.
Matthias Sauerbruch Wir haben bessere Wärmedämmung, bessere Energieverteilsysteme, smart grids, Windräder in der Landschaft – gleichzeitig müssen wir beklagen, dass das einherzugehen scheint mit einer gewissen Versachlichung der gebauten Umwelt. Ganz offensichtlich führt die Energiewende nicht automatisch zu einem Mehr an Lebensqualität im Stadtraum, auf dem Land, wo auch immer. Architekten und Designer stehen da in der Verantwortung, sich einzumischen, zu versuchen, eine Stimme zu erhalten. Nicht nur als Ästhetik-Bespaßer, als die sie die Gesellschaft häufig wahrnimmt.
Thomas Auer Architekten, Ingenieure und Designer spielen eine entscheidende Rolle bei der Energiewende.
Inwiefern?
Thomas Auer Es hat sich durchaus viel bewegt in Deutschland in den letzten zehn, zwanzig Jah-ren. Den größten Einfluss hatte die Einspeisevergütung, da stieg der Anteil an regenerativem Strom auf fast 30 Prozent – was eine echte Revolution ist. Da ist gerade die Bremse reingekommen, nun, gewisse Dinge müssen sich manchmal fügen, bis sie weiter gehen. Ich denke, in so einer Phase sind wir gerade. Wichtig ist, dass es weiter geht.
Im Modell der EU Urban Road Map wird angenommen, dass die Stromversorgung zu 80 Prozent auf erneuerbare Energie umgestellt wird und die CO2 Emissionen inklusive Verkehr und Wärme gegenüber 1990 um 80 Prozent reduziert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, können wir uns nicht darauf verlassen, dass irgendwo Offshore-Windkraftanlagen gebaut werden. Der Gebäudesektor muss dafür noch kräftig reduzieren, um 90 Prozent! Und das wird dazu führen, dass sich die gebaute Welt, dass sich unsere Städte verändern. Wie? Wer kann das wissen? Wenn wir aber wissen, dass wir heute die Antwort noch nicht kennen, dann ist es die Aufgabe von Architekten und Ingenieuren, die Suche nach der Antwort zu unterstützen. Auf den Gesetzgeber kann man sich nicht verlassen, der kann nur reagieren auf das, was wir heute wissen.
Inzwischen stützen sich die Hoffnungen auf den Stadtmaßstab: Häuser produzieren Energie, die produzierte Energie wird rückgespeist ins Quartier, womit man autarke Systeme schaffen kann, die auch eine Abkoppelung vom großen System möglich machen. So etwas erfordert enormen Regelungsbedarf.
Thomas Auer Im Thema Vernetzung steckt ein Potenzial. Aber, wie in den Neunzigern die Hightech-Systeme, wird es auch jetzt wieder überschätzt. Man hört nur noch von smart grid. Und wenn ich von Siemens lese, dass sie ganze Städte regeln wollen, dann frage ich mich, ob ich will, dass Siemens oder Google oder wer auch immer weiß, wann ich zu Hause bin und wann nicht. Die eigenen vier Wände sind der letzte geschützte Raum. Wollen wir das opfern? Die andere Frage ist: Wenn man es schon nicht schafft, ein Haus vernünftig zu regeln, schaffen wir es dann, eine ganze Stadt zu regeln?
Geschieht da vielleicht etwas Ähnliches wie bei der Gebäudetechnik: Wir sind noch in der euphorischen Phase, in der es politisch und ökonomisch interessant ist, alles auszuprobieren, Forschungsgelder loszueisen. Und dann gibt es in einiger Zeit wiederum eine Besinnung auf das, was sinnvoll ist?
Thomas Auer Wir sind eine Exportnation, damit hat das auch zu tun. Wir wollen Technologie entwickeln, die sich exportieren lässt. In Südostasien werden in Zukunft große Städte gebaut, dort findet ein Wahnsinns Urbanisierungsprozess statt. Da geht es darum, welches Land technologisch führend ist.
Das Problem, das ich sehe: Haben wir Zeit für diesen Lernprozess? Bei den Gebäuden hat das zwanzig Jahre gedauert. Das System Stadt ist viel komplexer. Haben wir nochmal zwanzig, dreißig, vierzig Jahre Zeit? Um dann festzustellen: Über Technologie können wir das Thema nicht lösen. Technologie leistet sicher einen Beitrag. Ich glaube, wir suchen vor allem Ausreden, sei es auf po-
litischer, sei es auf gesellschaftlicher Ebene, dass wir nichts an unserem Lebensstil ändern müssen.
Matthias Sauerbruch Die Verantwortung für das eigene Fehlverhalten, für überhöhte Komfortansprüche wird an Technologie delegiert.
Thomas Auer Die Schweizer sind uns da einen Schritt voraus, mit dem Modell der 2000-Watt- Gesellschaft. Das Schöne: Es ist keine EnEv oder Norm, sondern ein Gesellschaftsmodell, das dazu dient, das gesellschaftliche Bewusstsein zu schärfen. Interessant daran ist: Der Energieverbrauch wird auf die Person runtergebrochen. Wenn wir den Wohnungssektor betrachten, rechnen wir immer noch in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Der Bedarf an Wohnfläche ist seit den neunziger Jahren um zehn Quadratmeter pro Person gestiegen. Wir können super effiziente Häuser bauen, aber wenn die riesig werden, frisst das alle Fortschritte auf. Im Modell der 2000-Watt-Gesellschaft wird das berücksichtigt. Wenn ich in den Urlaub fliege, wenn ich ins Museum gehe, das wird mit betrachtet. Und plötzlich kommt der Lebensstil mit rein.
Matthias Sauerbruch Wenn auf den Lebensstil gesellschaftlicher Druck aufgebaut wird und man in ein Verhaltensmuster gezwängt wird, wird es schwierig ...
Thomas Auer Wenn der Gesetzgeber mir vorschreibt, wie groß meine Wohnung sein darf, dann wird es schwierig, ein echter Eingriff in die Privatsphäre. Eine Ökodiktatur wollen wir nicht. Aber mit dem Schweizer Modell wird die Sache transparent. Man kann sich nicht mehr verstecken hinter irgendwelchen Technologien und fragwürdigen Zahlen.
Hat das 2000-Watt-Modell in der Schweiz schon konkrete Auswirkungen?
Thomas Auer In Zürich gab es eine Volksabstimmung, ob die Stadt sich dem Modell der 2000- Watt-Gesellschaft verpflichten soll. Fast drei Viertel haben dafür gestimmt. Als Konsequenz dürfen jetzt Wohnungsbaugesellschaften Geschosswohnungsbau planen mit einer Stellplatzkennzahl von Null, wenn die Wohnungsmiete einen Jahrespass für den ÖPNV beinhaltet. Dann fängt es an, die gebaute Umwelt zu verändern, nachhaltig zu verändern. Der Parkplatz wird nie mehr gebaut werden.
Ohnehin lohnt es sich manchmal, das Pferd von hinten aufzuzäumen. In England gab es in den neunziger Jahren die gesetzliche Forderung: 20 Prozent erneuerbare Energie in jedem Gebäude. Keines der größeren Verwaltungsgebäude hat das geschafft. Das bedeutete, die mussten ihren Gesamtverbrauch erst einmal halbieren, damit sie die zwanzig Prozent erreichten. Die Halbierung des Bedarfs war viel effektiver als die Sache mit der regenerativen Energie. Die Auswirkung war sehr viel besser als die ursprüngliche Intention.
Das war in den Neunzigern. Eine Forderung, die heute etwas Ähnliches bewirken könnte?
Thomas Auer Eine Forderung, die ich aufstellen würde: Jede Stadt in Europa braucht einen Masterplan, wie sie die nächsten zehn Jahre das Stadtklima so reguliert, dass die Stadt robust ist gegen die zunehmenden Hitzewellen. Diese Maßnahme hätte als Auswirkung, dass man eine Menge vom Straßenraum dafür hergeben muss. Damit würde der Straßenverkehr auto-matisch mitreguliert.
Wie radikal müssen sich Städtebau und Architektur angesichts der Energiewende ändern? Diese Frage stellt der Bauwelt-Kongress im November. Thomas Auer, Sie haben mit einer Vielzahl von Architekten zu tun, die alle ihre eigene Herangehensweise haben. Bahnt sich da bei aller Unterschiedlichkeit etwas an, Ansätze einer neuen Architektursprache vielleicht?
Thomas Auer Die Diskussion, inwieweit sich das Thema Nachhaltigkeit in der Architektur abbilden soll, verfolgt uns seit mindestens zwanzig Jahren. Es geht ja nicht um irgendwelche Ismen, nicht um eine vordergründige Sprache, sondern um Inhalt – was ich wesentlich interessanter finde. Wenn wir beim Bauen jetzt tatsächlich an dem Punkt sind, an dem wir das Technik-Thema umdrehen und sagen, das Haus funktioniert passiv und wir setzen nur dort Technik ein, wo wir den Nachweis führen müssen, dass das Passive nicht mehr ausreicht – wenn man das in aller Konsequenz durchdenkt, dann hat das Einfluss auf die Materialität.
Stichwort Dietmar Eberles Bürohaus „2226“, das fast ohne Technik auskommt ...
Thomas Auer Eberle tut ja so, als ob eine 80 Zentimeter dicke Mauer die Lösung wäre. Aber letztendlich sind die exponierte Betondecke, der reduzierte Glasanteil und vor allem die Raumhöhe entscheidende Parameter. Wenn wir eine andere Raumhöhe haben, brauchen wir weniger Glas, um gleiche oder bessere Tageslichtverhältnisse zu schaffen. Dann haben wir auch nicht mehr so sensibel reagierende Häuser, die sich permanent aufheizen. Wenn wir weniger Technik haben, brauchen wir weniger Raum, brauchen wir weniger Glas, brauchen wir mehr thermische Masse, vielleicht Holz, vielleicht Lehm – mit Herzog & de Meuron haben wir das Ricola-Kräuterzentrum aus Lehm gebaut, jetzt diskutieren wir gerade Lehm für ein Verwaltungsgebäude für Alnatura. Das wird sich natürlich in der Architektur ausdrücken. Ob man gleich von einer Sprache reden soll? Es wird die Gestaltung beeinflussen.
Fakten
Architekten Sauerbruch Hutton, Berlin; Transsolar, Stuttgart/München
aus Bauwelt 36.2015
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