Baut längere Leitern ein

Boris Schade-Bünsow wünscht sich höhere Häuser und längere Leitern

Text: Schade-Bünsow, Boris, Berlin

Boris Schade-Bünsow wünscht sich höhere Häuser und längere Leitern

Boris Schade-Bünsow wünscht sich höhere Häuser und längere Leitern


Baut längere Leitern ein

Boris Schade-Bünsow wünscht sich höhere Häuser und längere Leitern

Text: Schade-Bünsow, Boris, Berlin

Die TU Darmstadt belegt in einer „Deutschlandstudie 2016“, die von den führenden Verbänden der Bauwirtschaft in Auftrag gegeben wurde und am 15. März veröffentlicht wird, dass sich in ungesättigten Wohnungsmärkten 1,1 bis 1,5 Mio. zusätzlicher Wohnungen mit einer mittleren Wohnfläche von ca. 80m² nur durch Aufstockungen schaffen ließen. Damit würde die Versiegelung von Neulandfläche von mehr als 150 Mio. m² vermieden werden, die oft gewünschte Erhöhung der Dichte der Stadt käme einen großen Schritt voran und wir lösten einen Teil des akuten Wohnungsbau-Problems.
Leider stehen vor der Erschließung dieser Potentiale rechtliche Hürden. Der Bebauungsplan muss geändert werden, die Geschossflächenzahl, die Trauf- und Firsthöhe müssen neu verhandelt werden. Doch das ist alles nichts gegen den Brandschutz. Denn sollte die oberste Geschossdecke mehr als 22,5 Meter oberhalb der Erdgeschossfußbodenhöhe liegen, wird nach allen Landesbauordnungen in Deutschland aus dem Haus ein Hochhaus. Jetzt ist die Erschließung über einen zweiten baulichen Rettungsweg erforderlich, das Treppenhaus muss dauerhaft rauchfrei sein. Dies und vieles mehr ist in den Richtlinien über die bauaufsichtliche Behandlung von Hochhäusern festgelegt. Und das alles macht die Aufstockung womöglich unwirtschaftlich.
Das Ganze liegt am vermeintlich größten Rettungsgerät der deutschen Feuerwehren, der DLK 23/12, Drehleiter mit Korb, mit der eben genau 23 m Nennrettungshöhe bei einer Nennausladung von 12 m erreicht werden und mit der so bei Nicht-Hochhäusern der immer geforderte zweite Rettungsweg über die Feuerwehr
sichergestellt wird. Das Fahrzeug mit Leiter wiegt  16 Tonnen. Mit einer maximalen Achslast von 10 Tonnen dürfen damit die Feuerwehr-Aufstellflächen nach DIN 14090 befahren werden. 1980 lieferte Magirus bereits Fahrzeuge mit dieser Drehleiter. Heute ist diese Leiter nicht mehr im Programm, die kleinste verfügbare Drehleiter mit Korb, die M27L, erreicht 27 Meter Arbeitshöhe. Mit dem Fahrzeug zusammen wiegt sie 14 Tonnen. Damit kommt die Feuerwehr schon ein Geschoss weiter. Leitersätze verkauft das Unternehmen auch in Längen von 27 m bis 60 m.

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