Abschied von Felix Zwoch

Text: Redecke, Sebastian, Berlin

Felix Zwoch 2009 in der Provinz Sichuan. Jianchuan Museum Cluster mit der Chinese Heroes Statues Plaza
Foto: Erik-Jan Ouwerkerk

Felix Zwoch 2009 in der Provinz Sichuan. Jianchuan Museum Cluster mit der Chinese Heroes Statues Plaza

Foto: Erik-Jan Ouwerkerk


Hotel Metropol in Warschau 2007. Ausblick vom Hotel-zimmer durch eine vor die Fassade gehängte Werbeplane
Foto: Erik-Jan Ouwerkerk

Hotel Metropol in Warschau 2007. Ausblick vom Hotel-zimmer durch eine vor die Fassade gehängte Werbeplane

Foto: Erik-Jan Ouwerkerk


Abschied von Felix Zwoch

Text: Redecke, Sebastian, Berlin

Am 10. Februar ist der ehemalige Redakteur und Chefredakteur der Bauwelt, Felix Zwoch, im Alter von 61 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Wir erinnern an eine streitbare Persönlichkeit, einen strengen Architekturkritiker und großen Stadtliebhaber.
Vor allem die Stadtbauwelt hat Felix Zwoch in den letzten zwei Jahrzehnten entscheidend geprägt.
Letzte Woche schrieb uns Jerry Riemer, ein langjähriger Freund von Felix Zwoch aus Washington, eine Anekdote, die ihm anlässlich der Todesnachricht wieder einfiel. Bei einem Gespräch mit ihm über seine Neigung zu starken Meinungen sagte er ihm: „Felix, du bist tolerant, aber nicht vorurteilsfrei.“ Das fand er passend. Felix habe ihm geantwortet: „Ja, Jerry, der Spruch gehört auf meinen Grabstein: Felix Zwoch – Tolerant, aber nicht vorurteilsfrei.“
Felix Zwochs Großprojekt war über drei Jahrzehnte die Reihe „Stadtbauwelt“, die er mit viel Leidenschaft deutlich veränderte, vor allem internationalisierte. Unter seiner Führung entwickelte sie sich zu einer Reihe großer Stadtporträts aus aller Welt, mit renommierten Autoren aus der jeweiligen Stadt. Felix Zwoch zeigte weniger die Planungen, vielmehr suchte er nach der Seele und der Magie der Städte, nach ihren Geschichten. Er besuchte sie oft gemeinsam mit der Autorin Martina Düttmann und dem Fotografen Erik-Jan Ouwerkerk. Wenn er wieder zurückgekehrt war, erzählte er mit Enthusiasmus schöne, oft bizarre Begebenheiten aus dem Leben der Stadt. Die Ausgaben zu Lodz, Bukarest, Algier, Saigon, Tiflis, Magnitogorsk, Hongkong und Marseille sind legendär. Spätestens als 1997 der Beitrag „Un oeil sur Bucarest“ über die Stadtbauwelt 131 in Le Monde erschien, war er mit seinem Konzept angekommen. Seine Stadtbauwelt musste man als Ganzes le­sen. Man brauchte Zeit. Felix Zwoch verlangte vom Leser ein Hineindenken. Mit schnellem Durchblättern im Architek­ur­büro hatte das nichts zu tun. Jedes Heft stand für sich. Wer den Eingang fand, wurde reich belohnt.
In den neunziger Jahren hat er mit Engagement und klarem Standpunkt Stellung bezogen zu den großen Bauprojekten in Berlin nach dem Fall der Mauer. Unvergessen ist das Bauwelt-Heft 39.1991 mit dem Titel „Die Herren mit der weißen Weste am Förderband Berlin-Mitte“. Er zeigte 66 Hauptstadt-Projekte von Investoren aus aller Welt, die wie Kletten am Senatsbaudirektor und an der Berliner Politik hingen. Diese Projekte waren in seinen Augen alle „erbärmlich oder größenwahnsinnig, oft beides zugleich“. Das Bauwelt-Heft war ein Protest gegen den Ausverkauf der Stadt, es rüttelte auf. Die Ausgabe war eine erfolgreiche Warnung. Was Felix wollte, ist nachzulesen in seinem mit Klaus Novy heraus­gegebenen Bauwelt Fundamente-Band 93 aus dem gleichen Jahr. Dort schrieb er mit Stephan Reiß-Schmidt den Aufsatz „Städtebau jetzt! Von der Verantwortung für die Schönheit der Stadt“.
Unvergessen bleiben die Lapidarium-Gespräche im Jahr 1995. Zusammen mit der Senatsverwaltung für Bau und Wohnungswesen gelangen große Momente der Diskussion zu den Hauptstadtprojekten nach 1990. Auf den fünf internationalen Konferenzen waren sie alle da: Rem Koolhaas, Aldo Rossi, Giorgio Grassi, Arata Isozaki, Jean Nouvel, Philip Johnson, Helmut Jahn, David Childs, Dominique Perrault, David Chipperfield, Nicholas Grimshaw, Will Alsop – und Felix Zwoch war der Moderator. Berlin und die Welt waren um ihn herum.
Die Erinnerungen an Felix Zwoch sind vielfältig. Für mich reichen sie zurück bis ins Jahr 1988. Damals begann ich als Praktikant bei der Bauwelt. Ich bekam kleine Aufgaben und mir wurde sofort gewahr, dass ich es hier mit einem Menschen mit Stärke und Willenskraft zu tun hatte. Es gab ganz unterschiedliche Momente. Zum einen hat er mich immer wieder erstaunt mit seinem großen Wissen, seinem phänomenalen Gedächtnis. Er war jederzeit hilfsbereit bei der Recherche und erinnerte sich gleich auch an viel mehr, eine Anekdote, daran, wie ein bestimmter Beitrag in der Bauwelt entstanden war oder wie der Architekt auf den Artikel reagiert hatte. Diese Geschichten, das Erzählerische bei Felix, auch wenn es manchmal ein wenig kryptisch oder nur zu ausführlich war, werden mir fehlen. Zum anderen hatte er immer eine klare aber eben nicht „vorurteilsfreie“ Meinung. Vieles war für ihn eine Glaubensfrage. Manche fühlten sich vor den Kopf gestoßen. Es gab persönliche Enttäuschungen, auch Verletzungen.
Thematisch war Felix Zwoch in den neunziger Jahren der Zeit voraus. Mit seinen Stadtporträts wollte er sich ganz bewusst von der Planungssprache, den spröden, unsinnlichen Gedanken zu Stadtbau-Konzepten der damaligen Zeit abwenden. Er wollte sogar ganz weg von den in seinen Augen besserwisserischen Planungstheoretikern und ihren Konzepten, die überall greifen sollten. Erst Jahre später wurde dies zu einem allgemein anerkannten Forschungsgebiet. Die Erkenntnis, dass jede Stadt ihre Eigenlogik hat, war nicht nur bei den Stadtsoziologen angekommen. Felix Zwoch trennte sich von den Herausgebern der Stadtbauwelt und nahm alles in die eigene Hand.
Er hatte auch die Idee des Bauwelt-Wettbewerbs für junge Architekten, „Das Erste Haus“, den er vorausschauend mit der Messe München etablierte. Dieser alle zwei Jahre ausgelobte Wettbewerb ist inzwischen eine Erfolgsgeschichte, die von anderen kopiert wurde.
Nach China reiste Felix Zwoch früher als viele andere. Er lernte die Städte kennen und knüpfte Kontakte. Mehrere Stadtbauwelt- und Bauwelt-Hefte hatten chinesische Städte und Architekturbüros zum Thema. 2006 gründete er Bauwelt China, eine zweimonatliche Reihe auf Chinesisch und Englisch, die leider zu früh eingestellt wurde. Er befreundete sich mit Ai Weiwei, noch bevor dieser in den Feuilletons herum­gereicht wurde, und als einer der ersten veröffentlichte er den späteren Pritzker-Preisträger Wang Shu.
Felix Zwoch ermutigte und unterstützte diejenigen, die er schätzte. Er war ein Mensch der Autorität, der klaren Position, die man zu akzeptieren hatte. Eine Diskussion oder gar eine Kritik war bei Felix Zwoch allerdings schwierig, er war empfindlich. Man musste sich zurücknehmen. Er besaß die große Gabe zu redigieren, Texte, Übersetzungen, mitunter auch wirre Texte durch sprachliche, manchmal auch inhaltliche Umformungen und Vereinfachungen und manchmal gnadenlosen Kürzungen eine Struktur und Klarheit zu geben. Es gab sehr positive Reaktionen oder – eher selten – heftige Beschwerden.
Felix Zwoch liebte die Ordnung, begeisterte sich für den Film und für Kriminalromane, vor allem für Georges Simenon und Léo Malet in den Pariser Arrondissements. Er lebte bescheiden, genoss vor allem beim Redigieren seine Gitanes sans Filtre und bot dem Gast Wein aus der Pfalz oder Tiger Beer aus Fernost an. Sein Zuhause stand für Freunde immer offen. Wer verreist war, brachte Felix eine Dose Tomatenmark zur Vervollständigung der Sammlung auf dem Küchenschrank mit. Unvergessen bleiben die Stadtbauweltfeste der neunziger Jahre, es waren rauschende Feste in seiner Wohnung, ein regelmäßiges Berliner Ereignis der Architekten- und Planerszene. Kurz nach der Maueröffnung tanzten zwei Gäste aus Ostberlin in der Naussauischen Straße auf den Tischen.
Die letzten Jahre waren von Krankheiten überschattet, die Felix Zwoch die Lebenskraft und zuletzt auch die Lebensfreude nahmen. Er hatte immer aus dem Vollen geschöpft, stand mitten im Leben, verlangte viel von sich, war präsent, dominant und streitbar. Dies alles war nicht mehr möglich.
Felix Zwoch bleibt als ein Mensch mit Ecken und Kanten in Erinnerung, aber auch als einer mit vielen feinsinnigen Gedanken. Seine Positionen forderten heraus, selbst den Blick zu schärfen und einen Standpunkt einzunehmen, selber stark zu sein. Meinungen gibt es heute viele, die Haltung ist das entscheidende, sie ist unverzichtbar. Wir brauchen Menschen mit klaren Positionen, die sie vehement vertreten, über die man streiten kann. 
Stadtbauwelt 108 Bauwelt 48/1990
Wäre die Stadtvision der Moderne tatsächlich realisiert worden – die Stadtkultur wäre mit dem imaginierten Abriß der Städte für immer verschwunden. Der Städtebauer kann seiner Verantwortung ganz sicher nicht gerecht werden, wenn er gedankenlos immer weiter die Prinzipien des „modernen Städtebaus“ vollstreckt. Wir brauchen Visionen zur Wirklichkeit der Stadt, eine Kultur des Städtebaus und endlich wieder ein Berufsethos. Erst die Befreiung von der Moderne kann uns den Blick wieder öffnen für die Magie der Stadt.
Stadtbauwelt 102 Bauwelt 24/1989
Aber gibt es nicht doch immer wieder architektonische städtebauliche Visionen, die nicht von Gefälligkeitssucht bestimmt, sondern ernsthaft und verantwortlich auf eine Stadt der Zukunft verweisen? Solche Entwürfe sind unpopulär, weil sie Interessen offenlegen, bewerten und im konkreten Projekt deutlich machen, daß keinesfalls immer und an jedem Ort alles möglich sein kann. Solche Entwürfe sperren sich gegen die allgemeine Akzeptanz, gerade weil sie die Stadt als ganzes und nicht als die Summe ihrer Teile sehen. Solche Projekte muß man sich wünschen, weil sie begeistern und weil man für sie kämpfen kann. Sie tragen das Risiko des Scheiterns in sich. Das Wichtigste ist: Sie beziehen Position und sind angreifbar.
 
Stadtbauwelt 104 Bauwelt 48/1989
Wir wollen öffentlich machen, mit welchen Argumenten heute Architektur und Städtebau in der Bundesrepublik verkauft, ausverkauft, verraten werden. Wenn die Architektur zum Image wird, und der Städtebau zur Propaganda, ist es höchste Zeit zu protestieren. Das haben wir früher getan, als es um den undifferenzierten Schrei nach dem starken Sozialstaat ging, der für alle zu sorgen habe, das haben wir getan, wenn es um Ausgrenzung von Bürgerinitiativen ging und auch dann, wenn es galt, lautstark vorgetragenen Einzelinteressen zu widersprechen. Wir haben die staatliche Wohnungspolitik kritisiert, wenn es uns nötig schien, und wir haben einseitig orientierte Verkehrsplanungen angegriffen. Heute müssen wir weiter gehen, denn heute sind Architekten und Städtebauer, vor allem jene, die sich Planer nennen, angesprochen. (...) Wir wenden uns an jene, die ebenso empört sind wie wir. Welche Chancen werden bei diesem Wettlauf unsinniger, törichter Planerphantasien vertan! Warum überhaupt muß so schnell gehandelt werden, wo doch niemand weiß, was Stadt und Bürger wirklich brauchen? Warum werden händeringend neue Nutzungen und private Investoren gesucht, die dann irgendein Bauwerk finanzieren sollen? Wer treibt zur Eile an, die verlassenen Flächen schleunigst wieder der Verwertung und Vermarktung zuzuführen? Ich denke es ist höchste Zeit, diesem unheilvollen Verwertungsstreben, das immer neue Begehrlichkeiten weckt, Einhalt zu gebieten. Kostbare Reserven in den Städten dürfen nicht länger panikartig verschleudert werden. Warum nicht innehalten, nachdenken, herausfinden, was wirklich gebraucht wird, und warum im Zweifel nicht einfach abwarten?
Die Vorstellung von der Entwicklung einer Stadt, die sich nicht notwendig aus den tatsächlichen Bedürfnissen, erst recht nicht aus der Not der Menschen, die dort leben, herleiten und begründen läßt, entbehrt jeder moralischen Grundlage. Mehr noch: Wer solche Vorstellungen als neues Leitbild verkauft, begeht Betrug. Das geschieht dann, wenn alle Städte und alle Planer an jedem Ort immer wieder das gleich Unwirkliche und das gleich Überflüssige erfinden? Wenn alle Städte mit den gleichen Reizworten werben, und keiner weiß, was das ist? Die Planerfiktion als exquisite Postwurfsendung – für wie dumm hält man das Volk – übers ganze Land verstreut, ist schon pervers genug. Wird an­schließend von allen Städten mit dem gleichen, fantastischen Plänen Reklame gemacht, wird es absurd. Eine Konkurrenz der Städte mit den gleichen fiktiven Plänen, den gleichen fiktiven Angeboten, den gleichen verstiegenen Versprechungen wird zur fiktiven Konkurrenz. Städte im corporate identity-Outfit der neunziger Jahre, zurechtgeschneidert von Obergutachtern und Public-Design-Experten: das ist nicht nur zutiefst ahistorisch, weil es alle Unterschiede zwischen den Städten verwischt, es verringert sogar, ent­gegen den hochgespannten Erwartungen, die Wettbewerbschancen der Städte.
 
Stadtbauwelt 121 Bauwelt 12/1994
Wir leben in einer Zeit, in der Chaos-Theorie schon zum Allgemeinwissen gehört und die Philosophie der Dekonstruktion an allen unseren vertrauten Denkvorstellungen rüttelt. Wir können nicht mehr über Jahrzehnte planen und wir bauen nicht mehr für die Ewig­keit – und wir übernehmen allmählich ökologische Verantwortung. Wäre es nicht wirklich Zeit, den alten Konventionen des Städtebaus Partikel eines neuen Denkens zu infiltrieren?
 
Stadtbauwelt 131 Bauwelt 36/1996
Anca Petrescu ist skeptisch, sie will grundsätzlich nicht mehr mit Journalisten reden, weil sie doch nur diffamiert und als Alleinschuldige am städtebaulichen Desaster Bukarests hingestellt würde. Wir bleiben hartnäckig. Die Formulierung Patrimonium überzeugt sie schließlich. Es geht um ihren Entwurf für das „Haus des Volkes“, heute „Palast des Parlaments“. Wir verabreden uns für den übernächsten Abend. Das Haus der Wissenschaften in Bukarest hat in seinem Hinterhof einen Biergarten eingerichtet. Anca Petrescu ist hochkonzentriert. Zwei Stunden lang sitzt sie vor einem Glas Cola, spricht fließend Deutsch. Sie ist sehr genau in ihrer Wortwahl. Den Diktator Ceausescu nennt sie stets den Staatspräsidenten und seinen Sturz im Dezember 1989, der blutig vonstatten gegangen war, den nennt sie einen Regierungswechsel. Mit Politik, sagt sie, habe sie ihr ganzes Leben lang nichts zu tun gehabt, und sie vergewissert uns: „Ich war nicht einmal Mitglied der Partei.“
 
Stadtbauwelt 109 Bauwelt 12/1991
Der Zauber von Paris liegt in seiner Innenstadt, im Marais-Viertel, im Quartier Latin und auf dem Montmartre. Niemand fährt nach London, um die Spekulationsburgen in den Docklands zu besichtigen und niemand nach Wien wegen der UNO-City. Alle diese wunderbaren Städte leben von ihrer Identität und von dem, was klug aus dieser gewonnen worden ist.
 
Bauwelt 32/1998
Bonn-Bad Godesberg, Ortsteil Muffendorf, Gemarkung Pennenfeld. Eine Reihenhaussiedlung aus zehn Häusern. Dort bin ich aufgewachsen. An einer Straße mit je fünf Häusern, streng himmelsrichtungsrichtig, die Eingänge von Osten, drei Stufen hoch, Vordach, die Gartenstücke nach Westen. Vier bevorzugte Lagen: die Endhäuser. Meine Familie besaß eins davon. Nachbar Stiehl, der vierte von links, er stamme von der Mosel, sagt er, habe Wein vom Familiengut im Keller gelagert und günstig im Angebot. (...) Er, Kurt, hoffe, hier recht lange in friedlicher Nachbarschaft zu leben und habe sich schon einen Grabplatz gesichert auf dem sehr anständigen Kirchhof, wie er meint. (...) Dr. Klaus Schultze, später Schultze-Niestroy, dritter von links, Jurist im Bundeswirtschaftsministerium, verweist sogleich auf die bauordnungsrechtlich unbedenkliche und grundbuchamtlich gesicherte Möglichkeit, die Dächer zu Wohnzwecken auszubauen. Was später auch geschah, Haus um Haus. Vorher allerdings erweiterte man die Häuser nach unten. Aus drei Kellern wurden in den ersten drei Jahren nach Erstbezug drei Haifischbars, Fischernetze über der Theke, der Raum rundum getäfelt in Kiefer, Nut und Feder, wahlweise Messingschrauben oder verdeckt genagelt. (...) Außerdem gab es noch die Familie Haas, die Herches, mit deren Zwillingen ich den Konfirmantenunterricht besuchte, und Generalleutnant Biedermann. Der ist inzwischen wieder in sein Reihenhaus zurückgekehrt. Manche der Erstbewohner sind gestorben, Nachbar Stiehl ruht dort, wo er wollte, geblieben sind die Herches und das Ehepaar Steinkamp. Die Kinder sind fortgezogen. Meine Mutter und mein Bruder wohnen noch immer da.
 
Bauwelt 19–20/2000
Berlins Bürgermeister und Potsdams Bürgermeister halten beide auf der MIPIM in Cannes eine Rede. Es herrscht mittelalterliches Flair. Das Defilee wird abgenommen. Politiker und Investoren, Bankiers und Bauherren, Architekten und Agenturen, Propagandisten und Journalisten geben sich die Ehre. Außerdem sind da: zwölf Köche, vierzig Kellner, und eine Theatercompagnie mit Feuerschluckern und Akrobaten. (...) Ein wenig abseits werden leise Verhandlungen über Projekte geführt. Nicht jeder kommt zum Zug, und mancher bleibt enttäuscht, aber das lässt sich keiner anmerken. Den Abend, den Berlin und Potsdam uns beschert haben, bleibt auf höchstem MIPIM-Niveau, und bei dem feinen Buffet könnte man fast vergessen, dass sich Berlin und Potsdam auf der Messe schlecht verkauft haben. Da standen Mika Häkkinens McLaren Mercedes, zwei Löwen aus dem Ägyptischen Museum und das schöne große Stadtmodell – wie seit Jahren schon. Wissenschaftsstadt Adlershof, Großflughafen Schönefeld? Wirkliche Entwicklungschancen haben andere Städte besser präsentiert.
Fakten
Architekten Zwoch, Felix (1952-2014)
aus Bauwelt 10.2014
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