Gedeckelt

Dach- und Fassaden­gestaltung des Dom-Hotels

Text: Winterhager, Uta, Bonn

In dem von ingenhoven architects entworfenen Dachgeschoss sollen Lounge und Konferenzräume und im zusätzlichen Aufbau die Technik untergebracht werden.
Rendering: Architekten

In dem von ingenhoven architects entworfenen Dachgeschoss sollen Lounge und Konferenzräume und im zusätzlichen Aufbau die Technik untergebracht werden.

Rendering: Architekten


Gedeckelt

Dach- und Fassaden­gestaltung des Dom-Hotels

Text: Winterhager, Uta, Bonn

Die Anekdoten, die sich um das fast 150 Jahre alte Dom-Hotel ranken, sind ebenso schräg wie legendär – und im Nachhinein nur schwer überprüfbar. Im Krieg größtenteils zerstört, entstand das Hotel am Roncalliplatz bald wieder als ein Bau, der weitgehend seinem historischen Vorbild entsprach.
Nur auf die Wiederherstellung des Mansarddaches mit Kup­pel und Türmchen wurde verzichtet. Das moderne Flachdach hielt sich an die Traufhöhe seiner Nachbarbauten, um nicht den Blick auf den Dom zu versperren. Vor drei Jahren wurde das Hotel im Inneren auf Fünf-Sterne-Plus-Standard gebracht und um das angrenzende Blau-Gold-Haus erweitert, ein in den 50er Jahren von dem Architekten Wilhelm Koep entworfenes Geschäftshaus. Für den Umbau durch das Kölner Büro ksg ist das Hotel derzeit geschlossen, eine Wiedereröffnung ist für 2015 geplant.
Der Eigentümer, die Domkloster Lammerting GmbH, suchte nun in einem Einladungswettbewerb mit sechs Teilnehmern einen Entwurf für eine Neu­gestaltung der Fassade hinter den Kolonnaden im Erdgeschoss sowie für das Dach über seine bisherige Funktion als Hülle hinaus. Der Vorschlag von ingen­hoven architects, der von der Jury unter Vorsitz von Johannes Schilling den 1. Preis erhielt, erinnert mit einer feingliedrigen, gut proportionierten Dachgestaltung an die Formensprache der 50er Jahre. Da der verglaste Aufbau und das darüber leicht auskragende Dach zurückgesetzt werden, bleibt die Orientierung an der Traufkante der Nachkriegszeit bestehen. Im Bereich der Kolonnaden wurden die Eingriffe auf ein visuelles Minimum reduziert: Die fili­granen Rahmenprofile verschwinden hinter den Säulen, die Verglasung läuft vom Boden bis zur Decke durch, sodass die historische Gliederung der Fassade trotz des dahinter liegenden Gewerbes nicht gestört wird.
Mehr Mut bewies das Büro Bartscher Architekten (2. Preis), das die Traufkante mit einer Balustrade ähnlich der Brüstung im 1. OG, oberhalb der Kolonnaden, betont, und ksg architekten (3. Preis) mit einer perforierten Metallverkleidung als Neuinterpretation des Mansarddachs.
Einladungswettbewerb
1. Preis ingenhoven architects, Düsseldorf
2. Preis Bartscher Architekten, Aachen
3. Preis ksg architekten
Anerkennung 6a architects, London
Fakten
Architekten ingenhoven architects, Düsseldorf; Bartscher Architekten, Aachen; ksg architekten; 6a architects, London
aus Bauwelt 13.2014
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