Wohnen, wo es teuer ist

Editorial

Text: Geipel, Kaye, Berlin; Kleilein, Doris, Berlin

Briefkastencollage in der Münchner Genossenschaft wagnis 2
Foto: Kaye Geipel

Briefkastencollage in der Münchner Genossenschaft wagnis 2

Foto: Kaye Geipel


Wohnen, wo es teuer ist

Editorial

Text: Geipel, Kaye, Berlin; Kleilein, Doris, Berlin

Deutsche Metropolen sind voll vermietet, so die Schlagzeile der Neuen Zürcher Zeitung vom 29. April. Die Statistik untermauert diese Feststellung: In den Großstädten gibt es kaum noch Wohnungsleerstand, die Quote sank von 2,75 Prozent im Jahr 2011 auf 0,88 Prozent im vergangenen Jahr. Der Neubau kommt der Nachfrage nicht hinterher – eine Situation, in der auch über spezifische Konzepte wieder mehr nachgedacht wird. Wir zeigen in diesem Heft Wohnhäuser aus zwei Städten, die zu den teuersten in Deutschland zählen, München und Frankfurt am Main. Die Beispiele machen zweierlei deutlich: Wie wichtig es ist, sich die lokalen Bedingungen genau anzuschaun, und wie mittlerweile Bauvorhaben umgesetzt werden, die noch bis vor kurzem unwirtschaftlich oder unrealistisch erschienen. Das Frankfurter Philosophicum etwa, eines der wichtigsten Baudenkmäler der Nachkriegsmoderne von Ferdinand Kramer, stand 15 Jahre lang leer und kurz vor dem Abriss, jetzt hat Stefan Forster das Gebäude mit einem privaten Investor saniert und hochpreisige Mikroapartments ein- und angebaut. In München geht die städtische Wohnbaugesellschaft GEWOFAG mit einer Parkplatzüberbauung von Florian Nagler neue Wege und lässt diese Art der doppelten Bodennutzung auch auf einem Europan-Standort im Stadtteil Taufkirchen untersuchen. Ein weiteres Münchner Beispiel, das inzwischen fünfte Projekt der Genossenschaft wagnis, zählt zu den großen Ausnahmen: bogevischs buero und SHAG Schindler Hable haben am Stadtrand ein Ensemble entwickelt, das über das reine Wohnen weit hinausgeht.
Die Hochhausdebatte
Mit dem enormen Druck auf dem Wohnungsmarkt kommt auch eine Bauaufgabe ins Spiel, die in Deutschland lange Zeit stigmatisiert war: das Wohnhochhaus. Noch sind es private Investoren, die in guten Lagen in die Höhe bauen. Was die Wohnqualität im Hochhaus heute ausmacht und ob hochpreisige Konzepte auch auf bezahlbares Wohnen übertragen werden können, diskutieren wir ab Seite 40 mit den Frankfurter Hochhausarchitekten Claudia Meixner und Florian Schlüter.

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