Und abends mit Beleuchtung

Braunschweiger Lichtparcours 2016

Text: Brosowsky, Bettina Maria, Braunschweig

    Tobias Rehberger: Entwurf für „BEI SEPP u. SUSE“, 2015

    Tobias Rehberger: Entwurf für „BEI SEPP u. SUSE“, 2015

Und abends mit Beleuchtung

Braunschweiger Lichtparcours 2016

Text: Brosowsky, Bettina Maria, Braunschweig

Im Sommer 2016 soll es erneut einen Lichtparcours in Braunschweig geben. Nach der Inauguration zur Expo 2000 will das Kulturdezernat den nunmehr vierten aber nicht als Neuauflage eines altbewährten Konzeptes verstehen. Die Kunst soll dann über 24 Stunden die Stadt an auch im abstrakten Sinne ungewohnten Stel-
len erhellen. Sogar eine Station in einem verfallenden Kornspeicher im abgelegenen Hafen am Mittellandkanal ist geplant.
Fünfzehn (inter-)nationale Künstler, eingeladen von einer Jury, hatten im Mai ihre Projekt-vorschläge im Kunstverein Braunschweig ausgestellt – in der Hoffnung auf Sponsoren. Denn erneut soll die Finanzierung, geschätzte 750.000 Euro, von den üblichen Verdächtigen vor Ort, Stiftungen, Banken oder dem Weltkonzern mit zwei Buchstaben, aufgebracht werden.
Alle Objekte oder Installationen im öffentlichen Raum müssen bei Dunkelheit aber auch tagsüber mit einem Lichtaspekt künstlerisch punkten. Zwei der Tag-Nacht-Hybride arbeiten mit Schriften, die schöne alte Neonreklame erlebt als LED-Variante in der Kunst eine Renaissance. Tobias Rehberger, bereits bei einem vorigen Parcours dabei, hat an einer belebten Kreuzung die skurrile Reklame einer ehemaligen Fahrschule entdeckt: SEPP u. SUSE SIUDA. Er spiegelt sie in einem neuen Schriftzug: BEI SEPP u. SUSE. Ort: eine leuchtende Imbissbude, mitten auf der Verkehrsinsel.
Der gebürtige Chilene Alfredo Jaar verfremdet Joseph Beuys. Aus dessen Kunst = Kapital macht Jaar den systemkritischen Slogan KULTUR = KAPITAL. Angesichts der Kommerzialisierung aller Lebensbereiche hielten die Kulturschaffenden die Welt in Schwung, so Jaar, sie seien das Humankapital. Seine Schrift, in viele Sprachen übersetzt, montiert Jaar seit Jahren an prominente Gebäude, etwa das Kiasma-Kunstmuseum von Steven Holl in Helsinki. Der Ort für seine erste deutsche Anbringung: das Braunschweiger ECE-Shoppingschloss.

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