Schwimmen in Geld ...

Text: Brinkmann, Ulrich, Berlin

    In der Dortmunder Sckellstraße ist ein umgenutzer Privatpool das begehbare Hauptausstellungstück der Fotoausstellung
    Foto: Jonathan Schmalöer

    In der Dortmunder Sckellstraße ist ein umgenutzer Privatpool das begehbare Hauptausstellungstück der Fotoausstellung

    Foto: Jonathan Schmalöer

Schwimmen in Geld ...

Text: Brinkmann, Ulrich, Berlin

... heißt eine Foto-Ausstellung, die derzeit an einem recht ungewöhnlichen, da eigentlich privaten und somit normalerweise unzugänglichen Ort im Dortmunder Süden, in einem Wohngebiet gleich neben dem Westfalenpark, zu sehen ist. Passenderweise, muss man sagen, denn dieser Ort, ein aus der Nutzung gefallener Swimmingpool, ist selbst das größte Exponat der Schau, welche sich den privaten Hallenbädern widmet, die im Zuge eines aus heutiger Sicht kaum mehr vorstellbaren Aufschwungs mit Aufstiegs- und Wohlstandsversprechen für (fast) alle Schichten in so manchem westdeutschen Bungalow entstanden sind.
Richard Schmalöer hat, zusammen mit seinem Sohn Jonathan, die Ausstellung zusammengestellt; sie begleitet sein Buchprojekt gleichen Namens, das in diesem Herbst nach Jahren der Beschäftigung mit dem Thema zu einer liebevoll-bibliophilen Veröffentlichung gekommen ist. Der Dortmunder Architekt hat mit seinem Büro Schamp & Schmalöer in den letzten Jahren immer wieder den Umbau solcher privater Pools der 60er- und 70er-Jahre geplant und die oft aufwendig ausgestatteten Räume zuvor von Fotografen dokumentieren lassen. Welche Rolle diese Pools einst gespielt haben mögen in der damals neuen oder alten Elite für die wirtschaftliche Entwicklung der BRD, machen die auch im Buch versammelten Fotos aus Häusern in Dortmund, Mühlheim, Iserlohn, Unna, Witten, Siegen und Königswinter schnell deutlich.
Der Besuch der Ausstellung sei aber insofern ganz besonders empfohlen, als sich hier auch sehen lässt, wie geschickt so ein Pool an den Wohnbereich angebunden und mithin dramaturgisch inszeniert werden konnte. Falls der Abend (bzw. der Geschäftsabschluss) ins Stocken geriet, konnte der Gast zum Entspannen auf eine Runde Kraulen eingeladen werden, um dann, nach einer sehr steilen Treppe und einem sehr engen Flur, plötzlich vor dem verlockenden Glitzern des Bassins zu stehen. Mit welchen Mitteln sich die Überraschung der gewieften Raumfolge dann noch weiter steigern ließ, sei hier nicht verraten. Ein Stichwort aber möge die Neugierde wecken und zum kurzen Abstecher vom Ruhrschnellweg anregen: Keramikfische!

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