Architecture Matters

Fünf Fragen an Nadin Heinich, Initiatorin und Kuratorin der Veranstaltung „Architecture Matters“, die am 11. und 12. April in München stattfindet

Text: Friedrich, Jan, Berlin

    Nadin Heinich ist Kuratorin, Autorin (u.a. der Bauwelt), Unternehmerin und Gründerin von plan A, einem Kommunikationsbüro mit Fokus auf Architektur und Stadt. Sie hat Architektur an der TU Berlin, der UdK Berlin und der Royal Danish Academy of Fine Arts studiert.

    Nadin Heinich ist Kuratorin, Autorin (u.a. der Bauwelt), Unternehmerin und Gründerin von plan A, einem Kommunikationsbüro mit Fokus auf Architektur und Stadt. Sie hat Architektur an der TU Berlin, der UdK Berlin und der Royal Danish Academy of Fine Arts studiert.

Architecture Matters

Fünf Fragen an Nadin Heinich, Initiatorin und Kuratorin der Veranstaltung „Architecture Matters“, die am 11. und 12. April in München stattfindet

Text: Friedrich, Jan, Berlin

Eine Konferenz mit elf Rednern, eine Kick-Off-Veranstaltung mit Proptech-Protagonisten, Speed-Datings für junge Architekten und Developer, ein Workshop zum Thema Urban Robotics: Frau Heinich, was genau ist Architecture Matters? Ein Debattenformat? Ein Netzwerktreffen?
Gestartet sind wir 2016 eher als klassische Konferenz. Von Anfang an ging es aber auch darum, das Konferenz-Format, die typische Frontalsitu­ation, zu hinterfragen. So haben wir zum Beispiel Musik und andere Performances integriert. Seit letztem Jahr gibt es eine „Super-Jury“, eine Gruppe von Leuten die mit einem Buzzer intervenieren kann. Darüber hinaus ist es uns zunehmend wichtig, neben der Absicht, inspirierende Informationen zu vermitteln, den Netzwerkgedanken stärker zu integrieren. Vielleicht kann man die Gründe, Architecture Matters zu besuchen, so zusammenfassen: sich inspirieren zu lassen, handfeste Geschäftskontakte zu knüpfen und generell sein Netzwerk zu erweitern.
Die diesjährige Veranstaltung steht unter dem Motto „Think Big! Great Ideas, Large Scale Projects and Disaster“. Weshalb Großprojekte?
Anlass war mein Besuch von Christoph Ingenhovens „Marina One“ in Singapur im letzten Jahr. Das wurde in sechs Jahren geplant und gebaut. Bei Stuttgart 21, das vom Gebäudevolumen her etwa vergleichbar ist, werden es wahrscheinlich 30 Jahre werden. Denkt man etwa auch an die aktuellen Probleme der Automobilbranche, dann hat man nicht den Eindruck, dass Deutschland so gut auf die Zukunft vorbereitet ist. Man fragt sich schon: „Wo sind die großen Ideen?“
Die kommen vielleicht eher aus der Start-up-Szene, die bei Ihnen diesmal auch dabei ist.
In der Tat, aus dieser Ecke wird eine Menge an Veränderung kommen, auch für die Architektur. Die sogenannten Proptechs arbeiten an der Di­gi­talisierung im Bauen, angefangen von der Planung bis zum Facility Management und zur Vermietung. Deren Protagonisten sind meist BWLer, VWLer oder Physiker, selten Architekten – aber sie beschäftigen sich mit dem Bauen.
Neben Politik, Architektur und Kultur war bei Architecture Matters von Anfang an die Immobilienbranche mit im Boot. 2016 war das noch eher ungewöhnlich. Was bewog Sie dazu?
Im Idealfall möchte man seine Arbeit für etwas nutzen, das tatsächlich eine Veränderung bewirkt. Wo also muss man ansetzen, um Leute zu neuen Arten des Zusammenarbeitens zu inspirieren – damit gelungene Projekte entstehen? Die ökonomische Seite ist da fraglos ein wichtiger Bestandteil. Der Gegensatz, der zwischen der Architektur und der Immobilienbranche konstruiert wird, ist meiner Ansicht nach kontraproduktiv. Es gibt gute und schlechte Developer, wie es gute und schlechte Architekten gibt. Interdisziplinär besetzte Podien spiegeln nicht zuletzt die Veränderungen auf dem Markt: Unsere Veranstaltungspartner aus der Industrie interessieren sich zunehmend für die Immobilienbranche, weil immer mehr Entscheidungen dort getroffen werden – und nicht mehr von den Architekten.
Vor diesem Hintergrund klingt „Architecture Matters“ fast ein bisschen trotzig.
„Architecture Matters“ bleibt auf jeden Fall Programm. Die Veranstaltung wird niemals „Real Estate Matters“ oder „Profit Matters“ heißen.
Architecture Matters
Am 11. und 12. April in der Alten Akademie in München
Mit Winy Maas, Christoph Ingenhoven, Niklas Maak, Elisabeth Merk, Christiane Thalgott, Liam Young, Franz-Josef Höing, Regula Lüscher, Jürgen Fenk vom Projektentwickler SIGNA, dem Kriegsfotografen Jan Grarup und anderen
www.architecturematters.eu

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