Mit Stella durchs Schloss

Sebastian Redecke trifft den Architekten aus Vicenza am Berliner Humboldt Forum und erfährt einige wichtige Einzelheiten.

Text: Redecke, Sebastian, Berlin

Sebastian Redecke trifft den Architekten aus Vicenza am Berliner Humboldt Forum und erfährt einige wichtige Einzelheiten.

Sebastian Redecke trifft den Architekten aus Vicenza am Berliner Humboldt Forum und erfährt einige wichtige Einzelheiten.


Mit Stella durchs Schloss

Sebastian Redecke trifft den Architekten aus Vicenza am Berliner Humboldt Forum und erfährt einige wichtige Einzelheiten.

Text: Redecke, Sebastian, Berlin

Selten gewordener Dauerregen. Es tropft vom Bauhelm. Schloss-Architekt Franco Stella begrüßt mich vor der Südfassade. Es tropft immer mehr, aber Stella bleibt lange vor der Fassade stehen und erklärt mir ihre Bedeutung für die alte Mitte von Berlin. Hier und nicht Unter den Linden war der Haupteingang. Und das Schloss habe für ihn keine Eingänge, sondern offene Portale. Er sieht daher das Humboldt Forum als ein Stück Stadt mit einer Passage und öffent­lichen Plätzen. Endlich sind wir im Foyer des Schlos­ses, eine hohe, schon fertige Halle mit Kassetten-Glasdach. Holzer Kobler haben hier einen riesigen Medienturm aufgestellt, der fast bis zur Decke reicht. Stella guckt lieber weg. Die Medien-Architekten arbeiten ja auch mit Libeskind und er kann damit nichts anfangen. Links der Halle kommen wir zum Vorraum des Veranstaltungssaals. Was es mit den großen Buchstaben hoch oben auf allen vier Wänden auf sich hat erfahren Sie auf Seite 2. Stella kommt nun auf die Schloss-Haustechnik zu sprechen. Immer wieder schüttelt er den Kopf über die 8000 m2 im Keller und die 8000 m2 im Dach. Braucht man das alles wirklich? Im Schlüterhof angekommen stellt er noch einmal klar: Er ist kein Historist, sondern hat eine Rekonstruktion vorgenommen. Er hält nichts von historisierender Architektur und trennt deutlich die Rekonstruktion und die von ihm entworfenen Ergänzungen. So hebt sich auch seine Ostfassade, von ihm Stadtloggia genannt, sehr ab. Die heftige Kritik kann er nicht verstehen. Der Vergleich mit einer „Urnenfassade“ sei ganz und gar falsch. Aber die Idee einer offenen Stadtloggia ist verloren gegangen. So zeigt er mir diesen Bauteil nur kurz im Erdgeschoss. Lieber schnell zurück zur Nord-Süd-Passage, Stellas große Idee beim Schloss-Wettbewerb 2009. Er ist stolz, denn seine „Via Colonnata“ wird bereits „Stella-Passage“ genannt. Wir sind am Westportal angelangt. Gerade hat die Berliner Senatsumweltverwaltung mit einer Ausnahmegenehmigung grünes Licht für den dor­tigen Bau der Freiheits- und Einheits-Wippe gegeben – mit strengen Auflagen für den Schutz der Zwergfledermäuse im Gewölbe des alten Sockels der Schlossfreiheit. Auf italienisch heißen die Mäuse piccoli Pipistrelli. Ein Lächeln.

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