Berge versetzen für die Kunst

Für den Mehrflächenbedarf der Salzburger Festspielhäuser sollen 90.000 Kubikmeter Gestein aus dem Mönchsberg gehauen werden.

Text: Hemel, August, Berlin

    Der Salzburger Festspielbezirk, bestehend aus dem Haus für Mozart, der Felsenreitschule und dem Großen Festspielhaus, bildet ein dicht gedrängtes Ensemble am Fuße des Mönchsbergs (rechtes Bilddrittel).
    Foto: euroluftbild.de/Daniel Reiter

    Der Salzburger Festspielbezirk, bestehend aus dem Haus für Mozart, der Felsenreitschule und dem Großen Festspielhaus, bildet ein dicht gedrängtes Ensemble am Fuße des Mönchsbergs (rechtes Bilddrittel).

    Foto: euroluftbild.de/Daniel Reiter

    1. Preis Jabornegg & Pálffy gewannen mit dem Entwurf eines Werkstattgebäudes, das als eigenständiger kubischer Baukörper zwischen der Felsenreitschule und dem Großen Festspielhaus platziert ist.
    Abb.: Verfasser

    1. Preis Jabornegg & Pálffy gewannen mit dem Entwurf eines Werkstattgebäudes, das als eigenständiger kubischer Baukörper zwischen der Felsenreitschule und dem Großen Festspielhaus platziert ist.

    Abb.: Verfasser

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    2. Preis Franz & Sue schlagen vor, das neue Werkstattgebäude ein Stück in den Berg hineinzurücken, wodurch vor dem Neubau Platz für einen großzügi­­gen Innenhof geschaffen würde.
    Abb.: Verfasser

    2. Preis Franz & Sue schlagen vor, das neue Werkstattgebäude ein Stück in den Berg hineinzurücken, wodurch vor dem Neubau Platz für einen großzügi­­gen Innenhof geschaffen würde.

    Abb.: Verfasser

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    3. Preis Dietrich | Untertrifaller sehen ein Werkstattgebäude vor, das mittels zweier Lichthöfe sowohl zum Berg als aus zum Hofstallgassentrakt Fugen ausbildet. Zudem soll mit dem prominent am Herbert-von-Karajan-Platz eingefügten Orchesterprobensaal ein neuer „Adressbilder“ entstehen.
    Abb.: Verfasser

    3. Preis Dietrich | Untertrifaller sehen ein Werkstattgebäude vor, das mittels zweier Lichthöfe sowohl zum Berg als aus zum Hofstallgassentrakt Fugen ausbildet. Zudem soll mit dem prominent am Herbert-von-Karajan-Platz eingefügten Orchesterprobensaal ein neuer „Adressbilder“ entstehen.

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Berge versetzen für die Kunst

Für den Mehrflächenbedarf der Salzburger Festspielhäuser sollen 90.000 Kubikmeter Gestein aus dem Mönchsberg gehauen werden.

Text: Hemel, August, Berlin

Das Jahrhundertprojekt der Sanierung und Erweiterung der Salzburger Festspielhäuser soll auf Grundlage eines Entwurfs des Wiener Architekturbüros Jabornegg & Pállfy erfolgen. Die Spielstätten, das Haus für Mozart und das Große Festspielhaus, schmiegen sich an den Mönchsberg, der die Topographie der Stadt prägt. Sie wurden in den Dreißiger- bzw. Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts maßgeblich von Clemens Holzmeister (1886–1983) entwickelt, wobei die Substanz des Mozart-Hauses älteren Ursprungs ist. Teil des Festspielbezirks, der sich inmitten der Kernzone 1 des Unesco-Welterbes Salzburg befindet, ist zudem die sogenannte Felsenreitschule, ein Freilufttheater.
Die geplante Modernisierung und Erweiterung soll im Einklang mit dem Bestand erfolgen, gleichzeitig aber einen Beitrag zur zeitgemäßen Baukultur leisten, forderte die Auslobung des Wettbewerbs. Neben der Erneuerung der in die Jahre gekommenen Bühnentechnik geht es im Festspielbezirk darum, einen Mehrbedarf von 10.300 Quadratmetern unterzubringen und die Logistik insgesamt zu optimieren. Die Ver- und Entsorgung soll künftig konsequent über die Rückseite erfolgen – gewünscht ist eine klare Trennung vom Publikumsverkehr. Vergrößerung fordern in der Hauptsache Werkstätten, Bühnentechnik, Künstlergarderoben und Besucherräume. Das alles ist nur möglich, wenn ein großer Teil der Flächen buchstäblich im Mönchsberg untergebracht wird. Die Investition von Land und Stadt Salzburg in die Baumaßnahmen, bei denen Bühnen und Zuschauerräume unverändert bleiben sollen, beläuft sich auf rund 262 Millionen Euro.
Die Gewinner Jabornegg & Pállfy sehen ein neues Werkstattgebäude vor, das als eigenständiger, klar strukturierter Baukörper zwischen der Felsenreitschule (1968/69 ebenfalls von Holzmeister erweitert) und dem Großen Festspielhaus platziert wird. Die teils transparente, teils blickdichte Fassade ermögliche ausreichend Tageslichteinfall, um die Arbeitsplätze angemessen auszuleuchten, und schaffe zugleich Sichtbeziehungen zu den Altbauten, lobte die Jury.
Die Zweitplatzierten Franz & Sue setzen das Werkstattgebäude ein ganzes Stück in den Berg ­hinein. In dem auf diese Weise gewonnenen Freiraum vor dem Neubau erkannte die Jury eine besondere Qualität des Entwurfs. Die konsequente Öffnung der Fassade zur Stadt hin verleihe dem Standort zudem einen unverwechselbaren Charakter. Jedoch imitiere die Form des Freiraums zu stark die benachbarten Klosterhöfe der Altstadt.
Die Drittplatzierten Dietrich | Untertrifaller planen einen kompakten Werkstattbau, der unmittelbar an die Seitenbühne des Großen Hauses angebunden ist. Der Neubau ist mittels zweier Lichthöfe sowohl vom Mönchsberg als auch vom Hofstallgassentrakt abgerückt, was die Jury positiv bewertete. Allerdings würde eine derart platzierte Kubatur das sogenannte Faistauer Foyer, den Zugang zum Mozart-Haus, auf ungeschickte Weise überbauen. Auch die Materialwahl und das geplante Sheddach des Werkstattgebäudes wurden kritisiert.
Die Planungsphase soll bis Ende 2024 abgeschlossen sein. 2030 wünschen sich die Salzburger Festspiele, das erneuerte Gebäudeensemble bespielen zu können.
Generalplaner-Wettbewerb
1. Preis (55.000 Euro) Jabornegg & Pállfy Architekten
mit Vasko+Partner Ingenieure, beide Wien
2.Preis (44.000 Euro) Franz & Sue Architekten, Wien,
mit Jörg Friedrich – PFP, Hamburg
3.Preis (33.000 Euro) Dietrich | Untertrifaller Architekten, Wien
Fachpreisgericht
Elke Delugan-Meissl, Hans Haugeneder, Jórunn Ragnarsdóttir, Robert Rechenauer, Volker Staab (Vorsitz), Robert Wimmer
Auslober
Salzburger Festspielfonds

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