Plätze für Moskau!

Zunächst in anderen Metiers arbeiten, um dann nur die Projekte zu planen, von denen man überzeugt ist – das haben die Gründer von Wowhaus gemacht. Zum Glück für ganz Moskau

Text: Heinich, Nadin, München

    Für das Architekturinstitut Strelka haben Wowhaus die ehemaligen Garagen der Schokoladenfabrik „Roter Oktober“ umgebaut
    Foto: Architekten

    Für das Architekturinstitut Strelka haben Wowhaus die ehemaligen Garagen der Schokoladenfabrik „Roter Oktober“ umgebaut

    Foto: Architekten

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    Die Neugestaltung des Gorki-Parks mit seinen verschiedenen Attraktionen bewährt sich seit fünf Jahren
    Foto: Architekten

    Die Neugestaltung des Gorki-Parks mit seinen verschiedenen Attraktionen bewährt sich seit fünf Jahren

    Foto: Architekten

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    Foto: Architekten

    Ein weiteres Umgestaltungsprojekt – das „Elek­tro- theater Stanislavsky“
    Foto: Architekten

    Ein weiteres Umgestaltungsprojekt – das „Elek­tro- theater Stanislavsky“

    Foto: Architekten

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    Oleg Shapiro, Dmitry Likin

    Oleg Shapiro, Dmitry Likin

Plätze für Moskau!

Zunächst in anderen Metiers arbeiten, um dann nur die Projekte zu planen, von denen man überzeugt ist – das haben die Gründer von Wowhaus gemacht. Zum Glück für ganz Moskau

Text: Heinich, Nadin, München

Der öffentliche Raum war lange kein Thema in Moskau. Erst 2010, mit der Entmachtung des seit 1992 amtierenden Bürgermeisters Juri Luschkow, setzte ein sichtbarer Wandel ein. Jenseits des kollektivistischen Ideals der Sowjetzeit und des Egozentrismus der letzten Dekade beschäftigten sich Architekten wieder mit der Idee von Gemeinschaft, der Neugestaltung des öffent­li­chen Raumes. Die Projekte von Wowhaus zäh­-len in diesem Kontext zu den wichtigsten.
Dmitry Likin und Oleg Shapiro gründeten ihr Büro 2007. Direkt nach dem Abschluss ihres Architekturstudiums, in den wilden neunziger Jahren, hatten sie keine Lust, Shoppingcenter oder Paläste für Neureiche zu entwerfen. Shapiro wurde „Businessman“, Likin Art Director der ersten Generation russischer Hochglanzmagazine, später Chefdesigner des Fernsehsenders Channel One. Ihre finanzielle Unabhängigkeit gab ihnen die Freiheit, nur an den Architekturprojekten zu arbeiten, von denen sie überzeugt waren. Über die Medien, vor allem über Stadtmagazine, begannen sie, in einer breiten Öffentlichkeit eine Debatte über den öffentlichen Raum anzuregen. Als Sergei Sobjanin 2010 schließlich Bürgermeister von Moskau wurde, brauchte er eine neue Agen­da für die Stadt: Die Umgestaltung von Parks und Plätzen, die Planung neuer Fußgängerzonen und Fahrradwege, das Renovieren von Theatern und Bibliotheken wurden zum zentralen Thema.
Einer der ersten neuen pulsierenden Orte war Strelka, Institut für Medien, Architektur und Design. Es wurde 2009 als nichtstaatliches Institut gegründet und Rem Koolhaas für die ersten drei Jahre Dekan. Innerhalb eines postgraduierten Studiengangs bietet es eine bisher einzigartige Form der Architekturausbildung in Russland an. Noch populärer sind die überaus beliebte Bar und der „Strelka Summer“: für jedermann zugängliche Vorträge, Filmscreenings und Diskussionsrunden von international bekannten Architekten, Designern und anderen Kreativen. Likin und Shapiro gehören zu den fünf Initiatoren von Strelka, sitzen im Stiftungsrat und haben das Institutsgebäude, früher die Garagen der Schokoladenfabrik „Roter Oktober“, umgebaut.
Mit der Neugestaltung des Gorki-Parks 2011 erreichten Wowhaus die ganze Stadtöffentlichkeit. Der Park am Ufer der Moskwa, 1928 nach Plänen von Konstantin Melnikov angelegt, war mit seinen zum Teil illegalen Post-Perestroika-Attraktionen in die Jahre gekommen. Der neue Park kann wieder ohne Gebühr und ganzjährig genutzt werden: Im Sommer mit Open-Air-Kino und Strandlandschaft, im Winter mit der weltweit größten Kunsteisbahn unter freiem Himmel.

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