Der Dinosaurier erwacht

24 Stunden, drei Universitäten und die aussterbende Gebäudetypologie Kaufhaus: Studierende aus Belgien, Lettland und Deutschland trafen sich zu einem „Urban Design Hackathon“ im virtuellen Raum.

Text: Ehret, Ananda, Berlin

    „Stairway to Chicken“: Eine Zusammenarbeit von Patricija Helena Dzerve, Noé Misson, Leila Unland und Toms Cudars
    Abb.: Verfasser

    „Stairway to Chicken“: Eine Zusammenarbeit von Patricija Helena Dzerve, Noé Misson, Leila Unland und Toms Cudars

    Abb.: Verfasser

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    „From Mono to Multi“: Der Entwurf von Richard Corsyn, Eliza Anna Zeibote, Maximilian Schmidt und Laura Bertelt
    Abb.: Verfasser

    „From Mono to Multi“: Der Entwurf von Richard Corsyn, Eliza Anna Zeibote, Maximilian Schmidt und Laura Bertelt

    Abb.: Verfasser

    „ShareStadt“: Pauline Oldrizzi, Olivier Roulet, Jekabs Ozols und Florian Brettner
    Abb.: Verfasser

    „ShareStadt“: Pauline Oldrizzi, Olivier Roulet, Jekabs Ozols und Florian Brettner

    Abb.: Verfasser

Der Dinosaurier erwacht

24 Stunden, drei Universitäten und die aussterbende Gebäudetypologie Kaufhaus: Studierende aus Belgien, Lettland und Deutschland trafen sich zu einem „Urban Design Hackathon“ im virtuellen Raum.

Text: Ehret, Ananda, Berlin

„Reanimate the Dinosaur“ lautete das Motto, unter dem Studierende Entwürfe für das Warenhaus am Leopoldplatz im Berliner Bezirk Wedding entwickelten. Das brutalistische Gebäude aus den 1970er Jahren steht beispielhaft für die zahlreichen großen Kaufhäuser, die aufgrund des zunehmenden Online-Handels ihre Funktion verlieren und bedrohlich wirkende Leerstellen im Stadtraster hinterlassen.
Das Fachgebiet „Städtebau und Entwerfen“ der Bauhaus-Universität Weimar organisierte den Workshop, der Teil des Programms „International Virtual Academic Collaboration“ (IVAC) des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) war. Dabei wurde auch ein neues Format der digitalen Lehre und der internationalen Zusammenarbeit erprobt: ein Urban Design Hackathon.
Am Wochenende des ersten Advents erarbeiteten Studierende der Bauhaus-Universität Weimar, der Université de Liège in Belgien und der Riga Technical University in Lettland städtebauliche Ideen, die den Wandel der Innenstädte positiv beeinflussen möchten: Öffentlicher Raum soll zurückgewonnen, Nutzungsvielfalt gefördert und das „Herz der Stadt“ neu konzipieren werden. Die gemischten Gruppen hatten 24 Stunden Zeit, ihre Entwürfe zu entwickeln und darzustellen.
Am Ende präsentierten alle umfangreiche Lösungen, die von Kreativität und Gestaltungsfreude zeugen. Der bauliche Dinosaurier wird je nach Entwurf vielseitig transformiert: Es werden Zugänge durch die massive Fassade geschlagen, Rampen gelegt und Geschosse durchbrochen. Es entstehen Atrien, Split-Level und neue Sichtbeziehungen. Auch die Möglichkeiten der Nutzung sind divers. Darunter Wohnungen und Bildungseinrichtungen sowie Freizeitaktivitäten. So unterschiedlich die Entwürfe sind, haben sie manches gemeinsam: Der Umbau wird dem Abriss vorgezogen, und nicht der Konsum steht im Vordergrund, sondern die Begegnung der Menschen im physischen Raum.
Dieser Hackathon galt als Testlauf des Formats, in Zukunft könnte die digitale Zusammenarbeit internationaler Universitäten in gemeinsamen Stadtgestaltungs-Studios Teil des offiziellen Lehrplans werden. Dabei muss das Programm nicht unbedingt in 24 Stunden abgehalten werden, sondern könnte in Zeiträumen stattfinden, die trotz willkommenem Nervenkitzel einen gesunden Schlafrhythmus erlauben.
Alle studentische Arbeiten sind auf der Homepage der Professur Städtebau und Entwerfen der Bauhaus-Universität Weimar zu finden.

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