Fafner, der Speer und der Boden

Jan Friedrich freut sich über sachdienliche Hinweise zur Lösung seines Wagneropern-Problems

Text: Friedrich, Jan, Berlin

Jan Friedrich freut sich über sachdienliche Hinweise zur Lösung seines Wagner-Opern-Problems

Jan Friedrich freut sich über sachdienliche Hinweise zur Lösung seines Wagner-Opern-Problems


Fafner, der Speer und der Boden

Jan Friedrich freut sich über sachdienliche Hinweise zur Lösung seines Wagneropern-Problems

Text: Friedrich, Jan, Berlin

Vermutlich kennen Sie das Phänomen: Es gibt Themen, mit denen beschäftigt man sich immer wieder einmal – und bei gänzlich Unbeleckten erweckt man damit den Eindruck, man kenne sich richtig gut aus. Wirklich durchdrungen hat man die Angelegenheit aber nie. Mir geht das so mit Wagner-Opern. Bei einigen Werken gelingt es mir einigermaßen mühelos, die verworrene Handlung in eine erzählbare Struktur zu verpacken. Doch gelegentlich rutscht mir eine Figur aus dem einen ins ande­re Stück, oft bin ich mir auch über ihre aktuelle Gestalt nicht im Klaren: Ist Fafner, als er in Wotans Auftrag die Burg Walhall baut, noch ein Riese oder schon ein Drache? Wahrscheinlich ein Riese, da baut es sich leichter. Schwieriger wird es bei musikalischen Fragen. Wie war das mit dem Leitmotiv des Speers: Symbolisiert es gleichzeitig den (gebrochenen) Vertrag? Oder bin ich schon wieder in einer ganz anderen Oper? Ich wünschte mir, jemandem gelänge es, diese komplexen Beziehungen auf ein gut lesbares System aus Grafiken und kurzen Texten herunterzubrechen, damit ich mich der Sache einmal systematisch annehmen kann.
Bei einem anderen Thema, bei dem es mir zugegebenermaßen ähnlich geht – und, wie ich immer wieder merke, vielen Architekten auch –, da ist dieser Wunsch jetzt in Erfüllung gegangen. Wir haben zur „Bodenfrage“ zwar selbst einmal eine Stadtbauwelt gemacht (Bauwelt 6.2018), aber – puhhh! – das ist über zwei Jahre her, und alle Zusammenhänge zwischen Boden, Politik, Wirtschaft, Stadtplanung und Architektur kann man nun wirklich nicht auf dem Schirm haben. Stefan Rettich, der das Thema seit langem beackert, ist es mit seinem Team vom Fachgebiet Städtebau der Uni Kassel gelungen, die wichtigsten Fragen zur Bodenfrage für jedermann gut verständlich in einer übersichtlichen Ausstellung zusammenzufassen. Die drei knall­roten Billboards – „Boden und Klima“, „Boden und Ökonomie“, „Boden und Gemeinwohl“ – mit kurzen Texten und wunderbar gezeichneten Grafiken sind (leider nur noch bis 25. Oktober) im DAZ in Berlin zu begutachten. Doch glücklicherweise handelt es sich bei „Die Bodenfrage“ um eine Wanderausstellung; wir halten über die kommenden Stationen auf dem Laufenden. Und: Im November erscheint bei Jovis das Buch dazu.

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