Bauwelt

Was war, was ist und was sein sollte

Caroline Kraft fragte sich beim Blick in die Bauwelt-Ausgaben von 2016, wie viel sich bis 2026 wirklich verändert hat.

Text: Kraft, Caroline, Berlin

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Caroline Kraft fragte sich beim Blick in die Bauwelt-Ausgaben von 2016, wie viel sich bis 2026 wirklich verändert hat.


Was war, was ist und was sein sollte

Caroline Kraft fragte sich beim Blick in die Bauwelt-Ausgaben von 2016, wie viel sich bis 2026 wirklich verändert hat.

Text: Kraft, Caroline, Berlin

Die letzten Wochen haben sich vor dem Bildschirm nicht nach 2026 angefühlt. Social Media-Feeds waren geflutet von einem anderen Jahr: 2016. Die Sehnsucht nach speziell diesem spiegelt sich in endlosen Throwbacks. Auf das „Warum?“ gibt es viele Antworten. Wir wussten nicht, was Schnelltests sind, klar. Aber Trumps erste Amtszeit startete, hierzulande war die AfD drittstärkste Kraft (was ja heute wirklich eine Verbesserung bedeuten würde), gleichzeitig sah sich das friedliche Europa von Terroranschlägen aus sämtlichen Richtungen bedroht. Ach, und der Brexit. Online war es, glaubt man #2016isthenew2026, netter. Der Algorithmus war zahmer, Hass im Netz gab es etwas weniger – dafür Stories mit Hundefilter und „Geiles Leben“, wie es aus den deutschen Singlecharts ballerte. Auf TikTok ging die Suche nach 2016 in den ersten Januarwochen 2026 um über 400% nach oben. Und wir so? Ist ein Rückblick auf die Architekturbranche 2016 Grund zu verklärter Nostalgie?
Mal schauen: 2016 starben Zaha Hadid und Claude Parent. Den Pritzker gewann Alejandro Aravena. Denise Scott-Brown und Robert Venturi bekamen die Goldmedaille des American Institute of Architects und der Deutsche Architekturpreis ging an Schulz und Schulz. Die Biennale wurde vom ersten Architekten aus Südamerika kuratiert, dem Pritzker-Preisträger. „Reporting from the Front“ ist im Nachhinein ein Wendepunkt: Mit Aravena wurde die Tür in Richtung gesellschaftlich-soziale Fragestellungen aufgestoßen, der klassische Architekturbegriff hinterfragt. Peter Cachola Schmal, Oliver Elser und Anna Scheuermann brachen mit „MAKING HEIMAT – Germany, Arrival Country“ die Fassade des Deutschen Pavillons auf und stellten, 2016 wieder brisant, das Land als Einwanderungsland zur Schau. Internationale Architekturwettbewerbe beschäftigten sich in diesem Jahr überdurchschnittlich mit Wohnungsbau für Geflüchtete. War 2016 ein gutes Jahr in der Architektur? Streitbar. Der Wettbewerb zum Museum Berlin Modern wurde entschieden. Aber schlimmer: Kein einziges Büro der deutschen Top 20 war nur von Frauen geführt. Eine Dekade später sieht es kaum besser aus. 2036 möchte ich anderes berichten.

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