Mens sana in corpore sano
Text: Landes, Josepha, Berlin; Brinkmann, Ulrich, Berlin
Mens sana in corpore sano
Text: Landes, Josepha, Berlin; Brinkmann, Ulrich, Berlin
Wenn diese Ausgabe erscheint, ist es so weit: Den guten Neujahrsvorsätzen geht die Luft aus. Die Anfang Januar abgeschlossene Mitgliedschaft im Fitnessstudio dümpelt vor sich hin, und die auf der ersten, durch Schneematsch absolvierten Wiederaufnahme-Joggingrunde strapazierten Laufschuhe hängen – so frisch gewaschen wie unentschieden – auf der Wäscheleine. Vielleicht können die hier versammelten Sportbauten dem leise fiependen Schweinehund Beine machen. Fußball, Boxen oder Tanztheater: Das Spektrum der Bewegungsmöglichkeiten ist groß, und wenn der Aktivität dann noch ein attraktiver Raum gewidmet ist – warum nicht mitmachen? Oder mindestens zusehen; das spornt bekanntlich auch an.
Auch wer die eigene Körperbetätigung bereits als ausreichend empfindet, wer sich außerstande fühlt oder wer noch nie Lust auf Gore-Tex-Leggings hatte, sollte fündig werden. Die Stadien und Trainingshäuser, Hallen und Säle auf den folgenden Seiten zeigen, wie verflochten Sport und Gesellschaft sind. Die Projekte aus Portugal, Finnland, Dänemark, Frankreich, Italien und dem Württembergischen bedienen mehr als das Bedürfnis nach rinnendem Schweiß oder grölendem Zuspruch. Sie wirken mitunter offensichtlich, mitunter beiläufig auf soziale und räumliche Knirsch-momente ein – ob wie in Tampere als Kombination aus Fußballarena und Wohngebäude oder wie in Kopenhagen als selbstbewusster Auftritt der bislang eher abseitig angesiedelten Kampfkünste.
Sport ist nicht nur gesellschaftlich relevant, weil jede und jeder durch eigenes Verhalten zur Entlastung der Sozialkassen beitragen kann. Er ist es auch, weil die Bauten und Plätze, die Gelegenheit bieten, sich gemeinsam zu bewegen, das Zusammenleben beeinflussen. Ein naher und ansprechender Ort, um mit Fremden die Muskeln spielen zu lassen oder das Tanzbein zu schwingen, kann helfen, andere besser zu verstehen. Durch das geteilte Erleben von Selbstwirksamkeit wird es leichter, einander zunächst auf dem Platz und bestenfalls später abseits davon zu unterstützen. Zudem vertreibt, an eigene Grenzen zu stoßen (und sie manchmal auch zu überwinden), empirischermaßen selbst den bräsigsten Schweinehund.
Über dem Plan schwitzen
Von der körperlichen Betätigung ist es nicht weit zur geistigen Regung; nicht umsonst trägt das hierzulande noch immer geschätzte Gymnasium den Namen eines antiken Orts für Leibesübungen. „Denksport“ ist aber auch die Weiterentwicklung der Bauaufgabe Schule. In Weimar hat die Montag Stiftung einen Neubau auf den Weg gebracht, dessen Planung als „offene Quelle“ zugänglich ist: Weiterdenken erwünscht!






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