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Räume für die Verkehrswende

Gruber + Popp zeigen "Next Stop" in der Architektur Galerie Berlin

Text: Jan Friedrich

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Foto: Andrew Albertz

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Räume für die Verkehrswende

Gruber + Popp zeigen "Next Stop" in der Architektur Galerie Berlin

Text: Jan Friedrich

Originale in einer Architekturausstellung? Eher selten. In der Schau „Next Stop“ von Gruber + Popp, die noch bis Ende dieser Woche in der Architektur Galerie Berlin zu sehen ist, jedoch gleich viermal. Freilich nicht die ganzen Bauten im Maßstab 1:1, sondern Teile davon: ein Schalungskörper für die Oberlichter des Münchner U-Bahnhofs Martinsried (ja, es gibt Tageslicht auf dem Bahnsteig!); ein Segment der launemachenden Lichtdecke des Hamburger U-Bahnhofs Hagenbecks Tierpark mit grafisch abstrahierten Tiermotiven; ein hölzernes – tatsächlich: aus Holz gefertigtes – Tragelement der oberirdischen Stadtbahnhaltestellen in Dortmund; und schließlich, vielleicht die schönsten Originale der Ausstellung: historische Fliesen und Stationsschilder des Berliner U-Bahnhofs Uhlandstraße, der derzeit saniert wird. (Nein, die Keramiken in der Bauwanne sind kein Abfall, sondern werden sämtlich aufgearbeitet und wieder eingebaut. Also: keine „Mitnahmekunst“.)
So ungewöhnlich diese Originale sind – zunächst fällt etwas anderes ins Auge. Schon beim Näherkommen, spätestens beim Betreten der Galerie, scheint sich der Raum in einen überdimensionalen, dreidimensional gewordenen ÖPNV-Netzplan verwandelt zu haben. Die typischen farbigen Linien solcher Pläne ziehen sich umlaufend über die drei Ausstellungswände und verbinden die Projekte von Gruber + Popp zu einem eigenen Nahverkehrssystem des Berliner Büros. Haltestellen in München, Hamburg, Berlin und Dortmund würde man sonst kaum auf einem gemeinsamen Linienplan finden – es sei denn, man denkt in der übergreifenden Kategorie des „Deutschlandtickets“.
Auch das erste Verkehrsprojekt von Gruber + Popp markiert einen Haltepunkt in diesem Liniengefüge: die Straßenbahnstation am Berliner Hauptbahnhof. Sie machte das Büro, das zuvor vor allem für Schulbauten bekannt war, gleichsam zu Verkehrsbau-Experten – eine Entwicklung, die sich in der Dichte und Vielfalt der hier versammelten Projekte anschaulich nachzeichnen lässt.
Gruber + Popp. Next Stop
Architektur Galerie Berlin, Karl-Marx-Allee 96 10243 Berlin
architekturgalerieberlin.de
Bis 21. Februar


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