Mit dem, was da ist
Einst sollte das SEZ den Westen in den Osten holen. Heute soll es den Osten im Westen bewahren.
Text: Elina Kimbar
Mit dem, was da ist
Einst sollte das SEZ den Westen in den Osten holen. Heute soll es den Osten im Westen bewahren.
Text: Elina Kimbar
Das SEZ hat Risse bekommen. Und sein Modell gleich mit. Es stand selbst einst im Hauptfoyer des Sport- und Erholungszentrums, kurz SEZ, und half den Gästen, sich nicht gleich zu Beginn des Badeausflugs in dem weitläufigen Komplex zu verlieren. Heute prägen Brüche, Verfärbungen und fehlende Teile sein Bild. Repariert wird es dennoch. Beim Gebäude, das es darstellt, ist dagegen weiterhin unklar, wie es weitergeht.
Zu sehen ist das Modell derzeit im BHROX Bauhaus Reuse Pavillon. Die Ausstellung „SEZ – Un/Möglichkeit einer Insel“ versammelt dort Fotografien, Bauzeichnungen, Skizzen und erhaltene Teile der Ausstattung. Sie erzählt von der Entstehung und Geschichte eines Gebäudes, das für viele mit einem bestimmten Ort ihrer Biografie verknüpft ist.
Als Teil einer neuen Freizeitwelt in Ost-Berlin brachte das von Günter Reiss entworfene SEZ (1978–1981) Angebote zusammen, die bis dahin vor allem mit westlicher Freizeitkultur verbunden waren (Bauwelt 10.2024). Heute ist es gerade seine ostdeutsche Geschichte, die dem Gebäude eine besondere Bedeutung verleiht.
Wellenbad, Bowling, Eislaufbahn, Aerobic: Mit dem Ende dieser Nutzungen stellt sich auch die Frage, was von der ursprünglichen Idee bleiben kann. Fotografien des Rohbaus nach der Schadstoffsanierung zeigen den Bestand im Vergleich mit Gebäuden wie dem bereits umgenutzten Schwimmbad BlueCity in Rotterdam. Liegen darin auch Möglichkeiten für das SEZ?
Bislang steht es weitgehend leer und ist durch den langen Stillstand sowie unterbundene Zwischennutzung sichtbar gezeichnet. Seine Zukunft ist vor dem Hintergrund von Wohnungsbau, öffentlicher Infrastruktur und der Entwicklung des Ortes wie des Quartiers in Verhandlung. Dabei wird die Bekämpfung des Berliner Wohnraummangels konträr zum Erhalt des Gebäudes dargestellt.
Anfang September legte das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg eine Plausibilisierung des Ansatzes von „SEZ-Quartier neu denken“ (Bauwelt 7.2026) vor. Demnach lassen sich der weitgehende Erhalt des SEZ und der Bau von rund 600 Wohnungen miteinander verbinden. Vorgeschlagen sind dafür zwei typologisch gleiche Doppel-Wohnhochhäuser auf eigenständig organiserten Grundstücken.
Noch ist offen, welche Nutzung das SEZ künftig aufnehmen wird. Ob der vorgeschlagene Weg tatsächlich verfolgt werden kann, hängt auch von den Ergebnissen der bevorstehenden Landtagswahl in Berlin ab. Zur Diskussion steht inzwischen zumindest nicht mehr nur, was an die Stelle des Bestands treten könnte, sondern ebenso, was mit ihm selbst möglich ist.
SEZ – Un/Möglichkeit einer Insel
BHROX Bauhaus Reuse
Ernst-Reuter-Platz
10587 Berlin
Zu sehen ist das Modell derzeit im BHROX Bauhaus Reuse Pavillon. Die Ausstellung „SEZ – Un/Möglichkeit einer Insel“ versammelt dort Fotografien, Bauzeichnungen, Skizzen und erhaltene Teile der Ausstattung. Sie erzählt von der Entstehung und Geschichte eines Gebäudes, das für viele mit einem bestimmten Ort ihrer Biografie verknüpft ist.
Als Teil einer neuen Freizeitwelt in Ost-Berlin brachte das von Günter Reiss entworfene SEZ (1978–1981) Angebote zusammen, die bis dahin vor allem mit westlicher Freizeitkultur verbunden waren (Bauwelt 10.2024). Heute ist es gerade seine ostdeutsche Geschichte, die dem Gebäude eine besondere Bedeutung verleiht.
Wellenbad, Bowling, Eislaufbahn, Aerobic: Mit dem Ende dieser Nutzungen stellt sich auch die Frage, was von der ursprünglichen Idee bleiben kann. Fotografien des Rohbaus nach der Schadstoffsanierung zeigen den Bestand im Vergleich mit Gebäuden wie dem bereits umgenutzten Schwimmbad BlueCity in Rotterdam. Liegen darin auch Möglichkeiten für das SEZ?
Bislang steht es weitgehend leer und ist durch den langen Stillstand sowie unterbundene Zwischennutzung sichtbar gezeichnet. Seine Zukunft ist vor dem Hintergrund von Wohnungsbau, öffentlicher Infrastruktur und der Entwicklung des Ortes wie des Quartiers in Verhandlung. Dabei wird die Bekämpfung des Berliner Wohnraummangels konträr zum Erhalt des Gebäudes dargestellt.
Anfang September legte das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg eine Plausibilisierung des Ansatzes von „SEZ-Quartier neu denken“ (Bauwelt 7.2026) vor. Demnach lassen sich der weitgehende Erhalt des SEZ und der Bau von rund 600 Wohnungen miteinander verbinden. Vorgeschlagen sind dafür zwei typologisch gleiche Doppel-Wohnhochhäuser auf eigenständig organiserten Grundstücken.
Noch ist offen, welche Nutzung das SEZ künftig aufnehmen wird. Ob der vorgeschlagene Weg tatsächlich verfolgt werden kann, hängt auch von den Ergebnissen der bevorstehenden Landtagswahl in Berlin ab. Zur Diskussion steht inzwischen zumindest nicht mehr nur, was an die Stelle des Bestands treten könnte, sondern ebenso, was mit ihm selbst möglich ist.
SEZ – Un/Möglichkeit einer Insel
BHROX Bauhaus Reuse
Ernst-Reuter-Platz
10587 Berlin
Gespräch 17. September 2026
Bis 20. September 2026
Bis 20. September 2026






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