Im großen Rahmen

Text: Redecke, Sebastian, Berlin; Friedrich, Jan, Berlin

Im großen Rahmen

Text: Redecke, Sebastian, Berlin; Friedrich, Jan, Berlin

Komplexe Infrastrukturprojekte, einmal entschieden und begonnen, entwickeln sich regelmäßig zu einer viel schwierigeren Aufgabe, als gedacht. Fast immer müssen deutlich mehr Mittel bereitgestellt werden, als anfänglich kommuniziert. Ein Stopp ist dann nicht mehr möglich. Warum muss das sein in einem Land, das sich gerne damit brüstet, alles bestens vorzuplanen? Stuttgarts Durchgangstiefbahnhof, Ende der neunziger Jahre großspurig angekündigt und konzipiert, ist so ein Fall, der viele ärgert und die Politik des Landes, inzwischen mit grünem Ministerpräsidenten, regelrecht quält. Unabhängig vom Sinn des Großprojekts, der mit Blick auf den konkreten Nutzen für die Stuttgarter auch heute noch in Frage gestellt wird, fasziniert das Konzept: Mit der Bahn durch den Tunnel direkt in die City, man steigt unterirdisch aus in einer eleganten Bahnhofshalle aus 28 riesigen Betonkelchen, die von Lichtaugen bekrönt sind, und schreitet nach oben in die Stadt oder in den Schlossgarten. Nach langen Verzögerungen, wütenden Protesten, Schlichtungen, einer Volksabstimmung und dem stetigen Wechsel der Bahnchefs haben wir – nach zehn Jahren Baustelle – einen Blick in die Baugrube geworfen. Sieben der bis zu zwölf Meter hohen Kelche sind schon zu sehen. Ihre Betonierung erläutert eine Fotoserie von Achim Birnbaum. Und Architekt Christoph Ingenhoven gibt 23 Jahre nach Wettbewerbsgewinn Auskunft zum Gesamtprojekt aus heutiger Sicht. Er ist zuversichtlich, dass Stuttgart 21 mit der neuen Schnellstrecke nach Ulm in fünf Jahren fertig ist.

Es lebe der Masterplan?

Ein Masterplan, der die Leitlinien für die Entwicklung einer ganzen Stadt skizziert – dieses Planungsins­trument halten viele für obsolet. Nicht so die Mönchengladbacher Architekten. Die hatten das Stückwerk in ihrer Stadt gründlich satt und initiierten einen Verein, der sich das Ziel setzte, einen Masterplan zu entwickeln. Anders als bei ähnlichen Initiativen in anderen Städten ist der fertige Plan nicht in den Behördenschubladen verschwunden. Was lief hier besser?
Auch für die Bauwelt ist inzwischen alles anders. Die Redaktion arbeitet fast vollständig aus dem Home­office. Vieles, worüber wir für Sie berichten – Ausstellungen, Konferenzen – gibt es zur Zeit nicht mehr. Weder wir noch unsere Autoren können Bauten besichtigen, die wir Ihnen gerne vorstellen möchten. Wir werden uns an die neue Situation anpassen und uns verändern. Wie genau – daran arbeiten wir auf Hochtouren. Die gute Nachricht: Die Druckereien sind in Betrieb, und wir haben ordentlich Papier gehortet. Wir bleiben für Sie am Ball.

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