Bauwelt

Wohnen im Krieg

Der Wiederaufbau der Ukraine wartet nicht auf den Frieden. Er läuft unter Beschuss, und wer schon heute repariert, entscheidet mit darüber, was in zwanzig Jahren noch möglich ist. Die Wohnungsbauexperten Knut Höller und Yuliia Popova nehmen sich dafür das Unsichtbare vor: ein neues Wohnungsrecht, den Aufbau kommunaler Wohnungsunternehmen, arbeitsfähige Verwaltungen. Ingenieur Oleksii Markov und Architekt Philipp Meuser prüfen an zwei Plattenbauten in Krywyj Rih, wie Notsicherung, Instandsetzung und spätere Modernisierung ein skalierbares Verfahren ergeben. Pavlo Kravchuk berichtet aus der südukrainischen Frontstadt Saporischschja, wo eine Wäscherei der frühen 1930er Jahre zur Jugendbibliothek geworden ist – Denkmalpflege vor dem Frieden, angestoßen von deutscher Kulturdiplomatie. Karl Schlögel schließlich hat wie kein anderer die Städte Osteuropas für das deutschsprachige Publikum lesbar gemacht. Der Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels 2025 nimmt sich erneut das ostukrainische Charkiw vor, eine Stadt aus fünf Schichten, und fragt, was von ihr bleibt, wenn sie unter Dauerbeschuss steht. Vier Beiträge, ein Befund: Weiterbauen ist in der Ukraine eine Form der Selbstbehauptung. Dazu ein Blick zurück: mit Bauwelt-Beiträgen zur (Stadt-)Entwicklung in der Ukraine aus 25 Jahren.

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