Bauwelt

Building for me was almost like falling in love, for the first time

Eileen Grays Raumkonzeptionen in der Reihe „Golden Girls No. 3“ des Museums Pfalzgalerie Kaiserslautern

Text: Ursula Baus

  • Originalstücke auf dem Sockel, Nachbauten von Eileen Grays Design auf dem Boden

    Originalstücke auf dem Sockel, Nachbauten von Eileen Grays Design auf dem Boden Foto: Kollektiv Architektur Theorie Geschichte und Raumgestalt

    Originalstücke auf dem Sockel, Nachbauten von Eileen Grays Design auf dem Boden

    Foto: Kollektiv Architektur Theorie Geschichte und Raumgestalt

  • Die Ausstellungsarchitektur ist ein Uniprojekt der RPTU Kaiserslautern-Landau in Zusammenarbeit mit der Bühnenbildnerin Anna Viebrock

    Die Ausstellungsarchitektur ist ein Uniprojekt der RPTU Kaiserslautern-Landau in Zusammenarbeit mit der Bühnenbildnerin Anna Viebrock Foto: Kollektiv Architektur Theorie Geschichte und Raumgestalt

    Die Ausstellungsarchitektur ist ein Uniprojekt der RPTU Kaiserslautern-Landau in Zusammenarbeit mit der Bühnenbildnerin Anna Viebrock

    Foto: Kollektiv Architektur Theorie Geschichte und Raumgestalt

  • Vor dem Betreten der Ausstellung präsentiert ein Modell im Maßstab 1:10 die Eileen Gray gewidmete Ausstellungsarchitektur

    Vor dem Betreten der Ausstellung präsentiert ein Modell im Maßstab 1:10 die Eileen Gray gewidmete Ausstellungsarchitektur Foto: Kollektiv Architektur Theorie Geschichte und Raumgestalt

    Vor dem Betreten der Ausstellung präsentiert ein Modell im Maßstab 1:10 die Eileen Gray gewidmete Ausstellungsarchitektur

    Foto: Kollektiv Architektur Theorie Geschichte und Raumgestalt

  • "Eileen Grays Architektur reflektiert ihre Auseinandersetzung mit Schwellenräumen, Situationen, in der Grenzen durchlässig werden und sich verschieben", schildert das Ausstellungsteam

    "Eileen Grays Architektur reflektiert ihre Auseinandersetzung mit Schwellenräumen, Situationen, in der Grenzen durchlässig werden und sich verschieben", schildert das Ausstellungsteam Foto: Kollektiv Architektur Theorie Geschichte und Raumgestalt

    "Eileen Grays Architektur reflektiert ihre Auseinandersetzung mit Schwellenräumen, Situationen, in der Grenzen durchlässig werden und sich verschieben", schildert das Ausstellungsteam

    Foto: Kollektiv Architektur Theorie Geschichte und Raumgestalt

  • Die Ausstellung „Eileen Gray“ ist der dritte Teil der Ausstellungsreihe „Golden Girls“, die sich dem Wirken von Frauen der angewandten Kunst widmet

    Die Ausstellung „Eileen Gray“ ist der dritte Teil der Ausstellungsreihe „Golden Girls“, die sich dem Wirken von Frauen der angewandten Kunst widmet Foto: Kollektiv Architektur Theorie Geschichte und Raumgestalt

    Die Ausstellung „Eileen Gray“ ist der dritte Teil der Ausstellungsreihe „Golden Girls“, die sich dem Wirken von Frauen der angewandten Kunst widmet

    Foto: Kollektiv Architektur Theorie Geschichte und Raumgestalt

  • Eileen Grays Möbel sind im Spiel mit dem Licht noch besser verständlich

    Eileen Grays Möbel sind im Spiel mit dem Licht noch besser verständlich Foto: Kollektiv Architektur Theorie Geschichte und Raumgestalt

    Eileen Grays Möbel sind im Spiel mit dem Licht noch besser verständlich

    Foto: Kollektiv Architektur Theorie Geschichte und Raumgestalt

  • Bild 7 / 9

  • Bild 8 / 9

    Foto: Kollektiv Architektur Theorie Geschichte und Raumgestalt

    Foto: Kollektiv Architektur Theorie Geschichte und Raumgestalt

  • Nam des enia volendi dolorer spidel idignatus por adigento exceptas dolupti nustiam enimusam quat odi dit venient prempor reriae. To vellesecte nimporescim sundipis expliquunt laccupic tem vendae libus

    Nam des enia volendi dolorer spidel idignatus por adigento exceptas dolupti nustiam enimusam quat odi dit venient prempor reriae. To vellesecte nimporescim sundipis expliquunt laccupic tem vendae libus Foto: Kollektiv Architektur Theorie Geschichte und Raumgestalt

    Nam des enia volendi dolorer spidel idignatus por adigento exceptas dolupti nustiam enimusam quat odi dit venient prempor reriae. To vellesecte nimporescim sundipis expliquunt laccupic tem vendae libus

    Foto: Kollektiv Architektur Theorie Geschichte und Raumgestalt

Building for me was almost like falling in love, for the first time

Eileen Grays Raumkonzeptionen in der Reihe „Golden Girls No. 3“ des Museums Pfalzgalerie Kaiserslautern

Text: Ursula Baus

Virginia Woolf (1882–1941) wollte ihr eigenes Zimmer, Eileen Gray (1878–1976) baute sich ihr eigenes Haus. Beide Frauen entstammten wohlhabenden Familien, was ihre Bedeutung für die Gleichberechtigung von Frauen nicht schmälert. Eileen Gray war in Irland geboren, lebte und arbeitete aber seit 1907 in Frankreich, wo sie in den Kreisen moderner Architekten und Gestalter verkehrte, Le Corbusier und viele andere kennenlernte, allerdings immer ihren eigenen Weg fand und verfolgte. Im mpk wird Eileen Gray nun als dritter Teil einer „Golden Girls“ titulierten Ausstellungsreihe vorgestellt, wobei die Kuratorin Svenja Kriebel eine ungewöhnliche, räumlich künstlerische Annäherung an ihr Werk anstrebte. Das mpk logiert in einem trutzigen Neorenaissance-Bau, der 1944 beschädigt und als Ausstellungsgebäude wiederaufgebaut wurde. Das mittig erschlossene Erdgeschoss bietet den Rahmen für die Ausstellungsinszenierung, in der Studierende des Fachbereichs Architektur der RPTU Kaiserslautern-Landau unter der Leitung von Adria Daraban und Oda Pälmke mit der Bühnen- und Kostümbildnerin Anna Viebrock zusammenarbeiteten. Gleich im Eingangsbereich überrascht ein oben offenes 1:10-Modell des mpk, sieben Meter lang und bestückt mit teils fragmentarischen, teils raumgreifenden Installationen und Interventionen der Schau.
Im links gelegenen Ausstellungstrakt erschließt sich Eileen Grays Werk als Möbelgestalterin, die sich in der Bearbeitung von (Lack-)Oberflächen, in Möbelmechanik und der Analyse alltäglicher Abläufe und Handhabungen bestens auskannte. So lässt sich ihr weltbekannter Beistelltisch in der Höhe verstellen, ihre Schränke verfügen über drehbare Schubladen, die Teile ihres Paravents „Brick Screen“ sind in Schichten und Segmenten beweglich. Originalstücke aus Eileen Grays Produktion stehen auf Sockeln – noli me tangere –, Nachbauten auf dem Boden, um alles Ausgestellte kann man herumgehen. An der Ausstellungswand prangt Eileen Grays Zitat „Möbel sind keine Ergänzung zur Architektur – sie sind Architektur“. Wie wahr, Einbauschränke erleichtern das Leben enorm, befreien das Umziehen von Ballast. Möbel sind ja keine Wegwerfware.
Im Foyer steht auch Anna Viebrocks Bühnenmodell für das 2012 in Basel aufgeführte Stück „Das Mansion am Südpol“. Im anschließenden Ausstellungsbereich taucht man ein in die räumliche Wohnwelt von Eileen Gray, die fragmentarisch nachgebaut ist, wobei vor allem Eileen Grays Haus E.1027 regelrecht auflebt. In Paris hatte sie 1920 den Architekten Jean Badovici kennen- und lieben gelernt, der sie ermunterte, ein eigenes Haus zu bauen. Und so kaufte sie an der Côte d‘Azur, in Roquebrune Cap Martin, ein Grundstück und baute – mit 51 – ihr architektonisches Debüt, eine Architekturikone der Moderne. In der Ausstellung lässt sich bestens nachvollziehen, wie sorgfältig die Einheit von Raum und Einrichtung im Sinne des Benutzens und Gestaltens durchdacht ist – mit einem Arbeitstisch, aus dem eine Art Stehpult auszuhebeln ist; mit dem höhenverstellbaren Beistelltisch für das Frühstück im Bett; mit allem, was eine hochaktuelle Qualität hat: das Optimieren und Minimieren dessen, was Raum und Funktionalität für ein Leben leisten können. Es ging Eileen Gray nicht um die Optimierung des Raums für die traditionellen Frauenrollen, sondern um das Begreifen des Ichs. Hatte Le Corbusier 1921 das „Haus als Maschine“ proklamiert, wollte Gray genau das nicht. Peter Adam, Dokumentarfilmer und Freund Eileen Grays, bescheinigte ihr: Eileen Gray “was a woman trying to survive in world of men”, und er zitierte sie: “Building for me was almost like falling in love, for the first time”. Eileen Gray ging es nie um Luxus im Sinne der Großzügigkeit, sondern um die Selbstprüfung, um das, was man zum Leben in welcher Weise wirklich braucht.
Eileen Gray und Jean Badovici hatten sich etwas auseinandergelebt, Eileen Gray vermachte ihm das Haus und zog in ein weiteres, das sie in der Nähe gebaut hatte. Le Corbusier, der mit Badovici befreundet war, nistete sich ein und bemalte in einer selbstherrlichen Art die Wände, die Eileen Gray weiß – und nur weiß haben wollte. Nie mehr wollte sie in „ihr“ Haus gehen. Le Corbusier, der sich nebenan ein Ferienhaus gebaut hatte, ertrank 1965 beim Baden in Cap-Martin. Eileen Grays Haus war nach Eigentümerwechseln später dem Vandalismus preisgegeben und wurde erst Mitte der 2010er Jahre sachgerecht restauriert.

0 Kommentare


loading
x
loading

16.2026

Das aktuelle Heft

Bauwelt Newsletter

Das Wichtigste der Woche. Dazu: aktuelle Jobangebote, Auslobungen und Termine. Immer freitags – kostenlos und jederzeit wieder kündbar.