Labor Chiang Mai
Text: Moritz Henning
Labor Chiang Mai
Text: Moritz Henning
Im Norden Thailands, fernab der fiebrigen Megalopolis Bangkok, ist in den vergangenen Jahren eine Architekturszene herangewachsen, die für ein neues Architekturverständnis in der Region steht. Die Stadt Chiang Mai, geprägt von einer jahrhundertealten Handwerkstradition wie von moderner Industrieproduktion, ist zum Ausgangspunkt für Büros geworden, die lokale Materialien, traditionelle Bautypologien und zeitgenössische Ausdrucksform zusammendenken. Eine ähnliche Pionierstellung hatte Chiang Mai schon einmal inne, in den 1960er Jahren, als der Campus der eben gegründeten Universität zum Labor einer tropischen Moderne wurde. Insbesondere mit den Bauten von Amorn Srivongse, einem der wichtigsten thailändischen Architekten jener Zeit, wurde der Schritt von einer noch traditionellen Bauformen verhafteten Architektur zu einer modernen Sprache vollzogen, die ihre Inspiration aus den klimatischen Bedingungen ebenso wie aus neuen Bautechniken bezog. Ende 2025 konnte ich mir den Universitätscampus in Chiang Mai ansehen – und mit Sher Maker und Yangnar Studio zwei jener Büros besuchen, die zwar an der Chiang Mai University studierten, sich aber emanzipiert haben und heute zwischen Lanna-Architektur und Baumarkt ihren ganz eigenen Weg im Umgang mit Material, Handwerk und industrieller Fertigung gehen.






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