Steidle Architekten in der Architekturgalerie München
Text: Kammerbauer, Mark, München
Steidle Architekten in der Architekturgalerie München
Text: Kammerbauer, Mark, München
Die Architektur der Stadt als kommunikatives Medium besitzt das Potential zur Gemeinschaftsbildung. Die Planung und Gestaltung von Bauwerken, die Gemeinschaft durch Kommunikation ermöglichen, haben sich steidle architekten auf ihre Fahne geschrieben. Das von vier Gesellschaftern geleitete Büro firmierte sich nach dem Tod des Gründers Otto Steidle (1943–2004) neu. Eine Werkschau der Arbeit nach der Neugründung präsentiert die Architekturgalerie München unter dem Titel “Community Happens Here – 20 Years of Encounters in Architecture.”
Die Ausstellung verteilt sich auf zweieinhalb Etagen der Architekturgalerie. Im Eingangsgeschoss sind städtebauliche Modelle auf dem Boden arrangiert, unter den Projekten ragt prominent das Münchener Werksviertel hervor. Grundrisse wurden im Maßstab 1:150 direkt auf die Wände gedruckt. Der Wunsch, Dinge anders zu machen als die Konkurrenz, nahm Gestalt an. Ein Beispiel hierfür ist der Wolkenbügel der Medienbrücke in München. Er ist im Obergeschoss zusammen mit weiteren 50 Projekten ausgestellt, darunter viele städtische Bauten, die das Spannungsfeld zwischen öffentlichen und privaten Räumen abbilden.
Da Treppen als Orte der Begegnung und Kommunikation in den Arbeiten des Büros einen besonderen gestalterischen Stellenwert einnehmen, hat man kurzerhand eine Treppe in den Ausstellungsraum eingebaut: Ein mit Stufen und Modellen bestücktes Gerüst teilt den Raum dort, wo ein verbliebener Rest der Zwischendecke zu einer Galerie in der Galerie wird.
Das in Zeichnungen, Bildern und Modellen präsentierte Werk wird ergänzt durch eine mehrteilige Projektion von Fotografien ausgewählter Projekte des Büros, die Markus Lanz für die Ausstellung aufgenommen hat. Die Bilder dokumentieren, wie soziale Interaktion ermöglicht und durch eine gestalterische Intervention bedingt wird.
Das große Plus dieser Ausstellung ist nicht nur der Blick auf 20 Jahre architektonischer Arbeit und darüber hinaus. Es ist auch die spürbare Freude an dieser Arbeit und ihrem experimentellen Potential, deren Fundament ein ganz großer Name der deutschen Architektur ist. Die Ausstellung lädt ihre Besucherschaft dazu ein, diese Arbeit kennenzulernen – und mit den Mitarbeitern des Büros an einem runden Tisch im Galerieobergeschoss darüber zu diskutieren.







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