Architektur für Schweine

Stall.Schlachthaus.Fleischerei


Datum 18.01.2020-05.03.2020 Termin merken
Location
Aedes am Pfefferberg
Christinenstraße 18-19
10119 Berlin
Di-Fr 11-18.30 Uhr, Sa/So 13-17 Uhr
Ausstellung
URL www.aedes-arc.de

Abb.: Katharina Münch

Ein wachsender Anteil der Gesellschaft lehnt die landwirtschaftliche Produktion in ihrer gegenwärtigen Ausprägung ab. Insbesondere über die Haltungs- und Schlachtbedingungen von Nutztieren wird eine kontroverse Debatte geführt. Dabei spielen Aspekte der Ökonomie und der Ökologie, des Tier- und des Umweltschutzes, der Ethik und eines bewusste(re)n Fleischkonsums eine wichtige Rolle. Konflikte zwischen diesen Aspekten müssen im öffentlichen Diskurs ausgehandelt werden.

Das Aedes Architekturforum setzt zum Auftakt seines 40. Jubiläumsjahres 2020 eine Reihe zur Rolle der Architektur bei der Entwicklung des ländlichen Raumes fort. Es präsentiert Architekturentwürfe für einen modernen landwirtschaftlichen Betrieb mit Schweinehaltung, der den gestiegenen gesellschaftlichen Ansprüchen genügt. Die Auslober eines studentischen Ideenwettbewerbs (KTBL und Stiftung LV Münster) haben bereits 2016 damit begonnen, nach neuen Perspektiven für das landwirtschaftliche Bauen, die Nutztierhaltung und die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Landwirtschaft zu suchen.

Ideenwettbewerb
Die Aufgabe für Architekturstudierende an vier Hochschulen (TU Braunschweig, TU Darmstadt, TU München und Universität Stuttgart) umfasste den Entwurf für einen Stall für 500 Mastschweine in artgerechter Haltung und darüber hinaus ein Schlachthaus und einen Hofladen für die Direktvermarktung. Das Planungsgrundstück grenzt an den historischen Bestand eines typischen Münsterländer Hofes in Dorfrandlage. Bewertet wurden die architektonische und landschaftsplanerische Qualität, die Tiergerechtigkeit, die ökologische und ökonomische Qualität, Nachhaltigkeitsaspekte und das Kreativ- und Innovationsniveau.

Hintergrund
Schon Hugo Häring (1924) und Walter Gropius (1967) hatten sich mit dem Thema „Architektur für Schweine“ beschäftigt – letzterer hatte aufgrund einer verlorenen Wette mit dem Porzellan-Produzenten Philip Rosenthal für dessen Hausschwein den „Palazzo RoRo“ entworfen, der aber ebenso unrealisiert blieb wie Härings Schweinestall für Gut Garkau. Seinerzeit war das Tierwohl im Stall noch kein Thema für Politik, Gesellschaft und Planer, heute hört es nicht einmal an der Stalltür auf. Die Fleischproduktion und der Konsum von tierischen Produkten bedingen die Auseinandersetzung mit der Haltung, aber auch mit der Tötung von Tieren.

Das Aedes Architekturforum gibt Einblicke in die Typologie von Ställen und Schlachthäusern, setzt sich mit dem Verhältnis von Mensch und Nutztier auseinander und präsentiert Ideen für Bauernhöfe mit Schweinehaltung und -verarbeitung sowie Direktverkauf anhand von Zeichnungen und Modellen der prämiierten Entwürfe des Ideenwettbewerbs.


Rezension

4.2020

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