Bauwelt

Encounters

Denise Scott Brown Photographs

Text: Kasiske, Michael, Berlin

Eventteaser Image
  • Social Media Items Social Media Items

  • Social Media Items Social Media Items


Encounters

Denise Scott Brown Photographs

Text: Kasiske, Michael, Berlin

Von Denise Scott Brown ein Buch mit der Dimension eines veritablen Ziegelsteins in den Händen zu halten, gebunden in blaues Leinen, ist unerwartet. Die den weichen Kriterien ihres Fachs verpflichtete amerikanische Architektin legt ein Kompendium von Fotografien vor, die ihr visuelles Gedächtnis wiedergeben. Die Auswahl zum „Begegnen“ traf Scott Brown gemeinsam mit dem in Yale lehrenden Architekturtheoretiker Izzy Kornblatt.
Die Bilder sind von den 1950er bis in die 1970er Jahre aufgenommen worden. Anders als in Bildbänden von Architekten üblich, stehen nicht Bauwerke im Fokus. Vielmehr versucht Scott Brown nicht augenscheinlichen Gesetzmäßigkeiten auf die Spur zu kommen.
Die Kapitel werden betitelt mit „Fleeting Moments“, die Begegnungen mit Menschen einschließlich Familie und Freunde wiedergeben; „In Transit“, das sind Bilder mit und von Menschen in Bewegung, etwa im Bus, Auto oder Flugzeug; „Philadelphia“ ist eine Würdigung der Stadt, in der Scott Brown – nach anfänglichen Unterbrechungen – seit nahezu 70 Jahren lebt; „Ordinary Architecture“ und „Extraordinary Architecture“ spiegeln ihre Bewertung von Gebauten; die „Grand Tour“ zeigt Besuche von Meisterwerken italienischer Architek-tur; unvermeidlich „Las Vegas“ und abschließend, mit feiner Ironie, „The Picturesque“, wo künstliche und natürliche Formationen offensichtlich um Farben und Formen willen fotografiert sind.
„Es gibt Unterschiede und Kontraste, und ich liebe es, wenn diese zusammenkommen. Ich bin nicht so sicher, ob man sie als Hoch- und Alltagskultur bezeichnen sollte. Man sollte ihnen jedenfalls keine unterschiedliche Wertigkeit beimessen“, erläuterte Scott Brown anlässlich ihrer Personalausstellung im Architekturzentrum Wien 2019 (Heft 3.2019). Was auch die Fotografien zu bestimmen scheint. In seinem Essay versucht Kornblatt die Wachsamkeit für Alltägliches ideengeschichtlich einzuordnen.
Was die Fotos gern anschauen lässt, ist zum einen die Sympathie der Fotografin für ihren Gegenstand, ob es Menschen sind, berühmte Architektur oder der Blick auf ihre Heimat Südafrika. Zum anderen zeigen sie die Welt vor der Digitalisierung, was bewusst werden lässt, wie die analoge Begegnung sich von der auf dem Bildschirm unterscheidet.
Fakten
Autor / Herausgeber Izzy Kornblatt
Verlag Lars Müller Publishers, Zürich 2025
Zum Verlag
aus Bauwelt 2.2026
Artikel als pdf

0 Kommentare


loading
x
loading

2.2026

Das aktuelle Heft

Bauwelt Newsletter

Das Wichtigste der Woche. Dazu: aktuelle Jobangebote, Auslobungen und Termine. Immer freitags – kostenlos und jederzeit wieder kündbar.