Bauwelt

Kindertagesstätte in Illzach


Im elsässischen Illzach haben Dominique Coulon & Associés einen Kindergarten realisiert, dessen Einzelteile sich um einen multifunktionalen Innenraum gruppieren.


Text: Gabler, Christiane, Zürich


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    Auf der Ostseite mit dem separaten Zugang für die Mitarbeitenden ...
    Foto: Eugeni Pons

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    Auf der Ostseite mit dem separaten Zugang für die Mitarbeitenden ...

    Foto: Eugeni Pons

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    ,,, sind die abstrakten Dachlaternen unübersehbar.
    Foto: Eugeni Pons

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    ,,, sind die abstrakten Dachlaternen unübersehbar.

    Foto: Eugeni Pons

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    Trotz der kräftigen Farbgebung ...
    Foto: Eugeni Pons

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    Trotz der kräftigen Farbgebung ...

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    ... wirkt der Eingang auf der Nordseite bescheiden.
    Foto: Eugeni Pons

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    ... wirkt der Eingang auf der Nordseite bescheiden.

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    Empfangssalon, Verteiler, Veranstaltungssaal – ...
    Foto: Eugeni Pons

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    Empfangssalon, Verteiler, Veranstaltungssaal – ...

    Foto: Eugeni Pons

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    ... das Herzstück des Grundrisses erlaubt nicht nur Übersicht über das Geschehen in den angrenzenden Bereichen, sondern auch unterschiedliche Nutzungen.
    Foto: Eugeni Pons

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    ... das Herzstück des Grundrisses erlaubt nicht nur Übersicht über das Geschehen in den angrenzenden Bereichen, sondern auch unterschiedliche Nutzungen.

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    Die Gruppenräume auf der Südseite ...
    Foto: Eugeni Pons

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    Die Gruppenräume auf der Südseite ...

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    ... öffnen sich über vorgelagerte Loggien zum Garten.
    Foto: Eugeni Pons

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    ... öffnen sich über vorgelagerte Loggien zum Garten.

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    Gedämpfte Farben in den Gruppenräumen ...
    Foto: Eugeni Pons

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    Gedämpfte Farben in den Gruppenräumen ...

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    ... lassen das kräftige Rotorange im Zentrum hervortreten.
    Foto: Eugeni Pons

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    ... lassen das kräftige Rotorange im Zentrum hervortreten.

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    Leicht erreichbar für die kleine Kundschaft: der Wickeltisch in der Krippe in Illzach
    Foto: Eugeni Pons

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    Leicht erreichbar für die kleine Kundschaft: der Wickeltisch in der Krippe in Illzach

    Foto: Eugeni Pons

Für Kinder im Alter von drei Monaten bis zu drei Jahren bieten die Gemeinden in Frankreich vor ihrem Eintritt in die verpflichtende Vorschule eine breite Palette an Betreuungsmöglichkeiten an, da die Frauen hierzulande im Durchschnitt drei Monate nach der Geburt wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Mehrheitlich entscheiden sich Eltern für die Betreuung in einer Kindertagesstätte, der „Crèche“, die in der Regel wochentags von 7:30 bis 18:30 Uhr geöffnet hat. Das Angebot an qualitativ hochwertigen frühkindlichen Betreuungseinrichtungen gilt mittlerweile als wesentlicher Standortfaktor für die Attraktivität einer Region in Frankreich, einerseits zur Förderung der Beschäftigung von Frauen, andererseits unter dem Blickwinkel eines hohen Migra-tionsanteils der Kinder als Grundlage für einen erfolgreichen Start in das Schulsystem.
Die 15.000 Einwohner starke Gemeinde Illzach in der Agglomeration der elsässischen Stadt Mulhouse bietet seit dem Schuljahr 2024/25 für die Betreuung von fünfzig Kindern neue Räumlichkeiten in einem Neubau unweit des Zentrums. Der eingeschossige weiße Kubus des Straßburger Architekturbüros Dominique Coulon & Associés – bekannt durch viele herausragende Entwürfe für öffentlichen Einrichtungen – ähnelt durch seine drei unübersehbaren Dachlaternen in abstrakten geometrischen Formen einer spielerischen Skulptur. Mit seinen strengen Li-nien fügt sich das Gebäude in die umliegende Sechziger- und Siebziger-Jahre-Bebauung ein. Der sich absenkende Vorplatz entlang der Straße mit einem großen, freistehenden Kastanienbaum führt in eine farbenfroh leuchtende Loggia mit lasierter grüner Keramik und strukturiertem Putz, die den bescheidenen, geradezu intimen Eingang an der Nordseite des Gebäudes umrahmt.
Dieser führt direkt in das Herz des Gebäudes: eine zweigeschossige, geräumige Halle mit einem in Orange und Zinnoberrot gestrichenen, zylindrischen Oberlicht und einer gestaffelten kreisrunden Sitzskulptur im Zentrum. Von hier aus ist über großzügige Verglasungen Einblick in die Aktivitäten der Gruppen und auf die Spielhöfe draußen möglich. Die starken Farben und Geometrien unterstreichen die zentrale Bedeutung dieses Raums für das Gebäude und die Vielseitigkeit seiner Nutzung: für den Empfang und die Verabschiedung der Kinder, als Ort zum Spielen und als Aula für gemeinsame Aktivitäten und den Austausch von Eltern und Erziehern.
Aus dem Zentrum heraus werden alle Bereiche der Krippe erschlossen: die drei Gruppenräume, der Raum für psychomotorische Aktivitäten, der kleine Speiseraum sowie das Büro und die Sozialräume der Mitarbeiter. Im Rahmen der Planung diente ein Architekturmodell aus Pappe dazu, die Raumverteilung und Zirkulation im Gebäude zu entwickeln und gemeinsam mit dem Nutzer zu optimieren. Die drei Raumzonen für die verschiedenen Altersgruppen sind je aufgeteilt in einen Spiel-, den Wickel- bzw. Küchenbereich und den abgeschlossenen intimen Schlafraum. Dieser hat keinen direkten Kontakt zur Fassade, einige kleine Oberlichter steuern die Lichteinstrahlung. Die Decken sind schalldämmend ausgeführt, die Lichtstärke der maßgefertigten Leuchten ist je nach Bereich und Funktion unterschiedlich gewählt. Vielseitige Einbaumöbel reagieren auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Kindern und Betreuern in den jeweiligen Räumen, so dass ausschließlich Tische und Stühle als flexibles Mobiliar ergänzt werden mussten. Durch ein dreieckförmiges Oberlicht wird der kleine Speiseraum mit angrenzender Küche in seiner Funktion betont.
Die Gruppenräume sind abgewandt vom Straßenlärm nach Westen und Süden ausgerichtet. Große verglaste Öffnungen in der Fassade verbinden diese mit gedeckten Außenräumen, deren ausladende Dächer einen Übergang zwischen Außen- und Innenraum schaffen und vor Regen und Sonne schützen. Boden, Decken und Seitenwände der Loggien sind ebenfalls in leuchtenden Farben gestrichen und bilden einen starken Kontrast zum Blau des Himmels und dem Grün der Pflanzen. Große Bäume entlang des Spielbereichs für die älteren Kinder im Süden sorgen für Verschattung.
Der Hof für die Jüngsten im Westen ist mit hohen Mauern geschützt und bildet einen geschützten Kokon für das Spiel an der frischen Luft. Eingestellte Boxen dienen zum Verstauen von Spielzeug. An der Straßenkreuzung, abgetrennt zum Haupteingang in einer Art Servicehof, befindet sich ein separater Eingang für das Personal, der direkt zu den Garderoben und ei-ner kleinen Teeküche führt. Ebenfalls von hier aus über eine versteckte Treppe zugänglich ist die Technikzentrale, die als geschlossener rechteckiger Kubus aufgesetzt auf dem Dach angeordnet ist.



Fakten
Architekten Dominique Coulon & associés, Straßburg
Adresse 2 Rue Saint-Jacques, 68110 Illzach, Frankreich


aus Bauwelt 5.2026
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