Couleur im Regierungsviertel
Therese Mausbach hofft, dass die Vielfalt und Bescheidenheit im Regierungsviertel auf die Politik abfärbt
Text: Therese Mausbach
Couleur im Regierungsviertel
Therese Mausbach hofft, dass die Vielfalt und Bescheidenheit im Regierungsviertel auf die Politik abfärbt
Text: Therese Mausbach
Ein kräftiges Blau bildet Angela Merkel in dem noch bis Oktober im Berliner Bode-Museum zugänglichen Staatsporträt ab. Für die ehemalige Kanzlerin und den deutsch-französischen Künstler war der gemeinsame Weg besonders bedeutsam für das Ziel, die Galerie des Bundeskanzleramts zu komplettieren. „Mir war schon bewusst, dass die Entscheidung für Jérémie Queyras ein kleines Abenteuer war. Aber es hat mich auch gereizt zu schauen, wie jemand, der am Anfang seines Künstlerlebens steht, auf eine Person schaut, die mehr als 70 Lebensjahre und 30 Jahre aktiver Politik auf dem Buckel hat“, beteuerte Merkel bei der Enthüllung ihres Porträts und überraschte die Öffentlichkeit mit der Wahl für den unbekannten Maler. Die Geste zählt: Das Bild steht für Hoffnung, Vertrauen und Mut in die junge Generation.
Gleich sehr viele Farbtöne finden sich außen wie innen auf der Palette des neuen Interimsbaus des Bundespräsidenten. Der Zuschlag ging an einen Holzmodulbau des altbekannten Büros Sauerbruch Hutton. Acht Jahre mindestens dauern die Sanierungsarbeiten am Schloss Bellevue und dem Bundespräsidialamt. Bis dahin kommt der Staatschef samt Verwaltung im temporären Sitz voller Farben am Spreebogen unter. Die hallende Leere im Schloss Bellevue füllte sich mit einigen wehmütigen Worten Frank-Walter Steinmeiers bei einer Pressekonferenz im Juni. Doch konnte er der „sehr kreativen Art die vorgefertigten Holzcontainer zu stapeln“, wie er es nannte, etwas abgewinnen und setzte fort: „Ich bin erstaunt und geradezu begeistert, wie sich das Bauvorhaben entwickelt hat und nicht einmal der Versuch gemacht worden ist, ein bisschen was von dem hiesigen Flair und der Atmosphäre in das neue Gebäude zu nehmen, sondern die öffentlichen Räume in einer Farbigkeit zu präsentieren, die erstaunlich ist und bei denen ich mir sicher bin, dass sie nicht nur die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, sondern auch viele Gäste begeistern werden.“
Zum Auszug ließ er der Akademie der Künste freie Hand für eine zweiwöchige Kunstausstellung in seinem Schloss. Große Beliebtheit erfreute auf einer Holzkiste Karin Sanders Gipsmodell „Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier 1:5“. Sie wählte für ihre kleine Person ein dunkles und blasses Blau.






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