Helmut-Hentrich-Stiftungspreis 2014

Text: Meyer, Friederike, Berlin

    Drahtseilakt
    Abb.: Preisträger

    Drahtseilakt

    Abb.: Preisträger

    Open Air Perfomance Museum Kadiköy Istanbul
    Abb.: Preisträger

    Open Air Perfomance Museum Kadiköy Istanbul

    Abb.: Preisträger

    memoria artis – Das Gedächtnis der documenta
    Abb.: Preisträger

    memoria artis – Das Gedächtnis der documenta

    Abb.: Preisträger

Helmut-Hentrich-Stiftungspreis 2014

Text: Meyer, Friederike, Berlin

Kurz vor seinem Tod im Jahr 2001 hat Helmut Hentrich einen Preis ins Leben gerufen, der besonders talentierten Architekturabsolventen das Reisen ermöglichen soll. Der Stiftungspreis ist jährlich mit 10.000 Euro dotiert und verteilt sich auf zwei Reisestipendien. Bereits zum 8. Mal waren die Lehrer deutschsprachiger Hochschulen aufgerufen, die jahrgangsbesten Diplom- oder Masterarbeiten zusammen mit einem Empfehlungsschreiben einzureichen. Zum ersten Mal kooperierte die Helmut-Hentrich-Stiftung mit der Technischen Universität in Istanbul – das Istanbuler Büro von HPP gibt es seit zwei Jahren – und vergab ein drittes Stipendium dorthin. Aus den 53 Einsendungen wählte die Jury drei Stipendiaten aus – keine leichte Aufgabe, sind die Aufgabenstellungen doch völlig unterschiedlich. Die prämierten Arbeiten hätten sich, so die Jury, sowohl inhaltlich als auch grafisch deutlich hervorgehoben. Sie lobte bei allen „die feinfühlige Auseinandersetzung mit der Bestandsumgebung sowie den starken architektonische Ausdruck“.
Inga Hausmann von der RWTH Aachen entwarf eine neue Seilbahnstation für die Zugspitze; die Kapazität der bestehenden stößt an ihre Grenzen. Strikt trennt sie die filigrane Holz-Stahl-Konstruktion des Gebäudes von der weiter verwendeten Seilbahntechnik. Durch einen Betonturm soll künftig auf eine die Landschaft dominierende Schrägseilverspannung verzichtet werden können. Die Studentin löse die ingenieurtechnische Aufgabe auf hervorragende architektonische Weise, urteilte die Jury. Inga Hausmann denke sowohl als Ingenieurin als auch als Architektin, sie verfolge ein klares architektonisches Thema, nämlich den Gegensatz eines autonomen leichten Körpers zur Natur.
Sebastian Timmermann von der TU Darmstadt verfolgte die Aufgabe, im Hof des Fredericianum in Kassel eine Erweiterung für das Documenta-Archiv zu entwerfen und ein umfangreiches Raumprogramm mit Bühnen, Bibliothek und Räumen für die Documenta-Akademie zum Teil auch in den anliegenden Bestandsbauten zu integrieren. Mit dem Neubau versucht er, zwischen der barocken Stadterweiterung der Oberneustadt und der Zeilenbebauung der ehemaligen Altstadt zu vermitteln und dabei die Zeitschichten erkennbar zu lassen. Die Qualität liege darin, ein komplexes Raumprogramm elegant in einen vielschichtigen Kontext einzuweben, urteilte die Jury. Der Student arbeite feinfühlig im Bestand, der Arbeit sei anzusehen, dass ihr eine intensive Auseinandersetzung mit dem Ort, seinen Bestandsgebäuden und dem Raumprogramm vorangegangen ist.
Oğul Can Öztunç von der ITÜ Istanbul hatte die Aufgabe, für die Kadiköy-Bucht in Istanbul einen Veranstaltungsort zu entwickeln. Nach städtebaulicher Analyse der vielgestaltigen Uferzone schlug er ein schwimmendes Tanztheater vor, das vielerorts vor Anker gehen kann. Die Jury lobte die Breite der typologischen Untersuchung möglicher Theaterbühnenaufbauten. Die Arbeit sei sowohl städtebaulich wirksam als auch ein ausdruckstarkes Gebäude.
Die Stipendiaten können ihr Reiseziel selbst wählen. Sie sollen ein Skizzenbuch führen, das anschließend im Besitz der Stiftung verbleibt.

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