Zukunft Wohnhochhaus

Wie muss das Wohnhochhaus der kommenden Jahre aussehen, damit es für die Bewohner, für die Städte und für die Planer ein Erfolg werden kann? Diese Frage stellten wir am 7. und 8. Dezember auf dem Bauwelt-Kongress 2017 zum Thema ­„Zukunft Wohnhochhaus?“. Wir hatten 20 Referenten und Podiumsgäste ins Berliner Kosmos geladen – Architekten, Stadtplaner, Bauherren, Vertreter der Bauindustrie, einen Soziologen, eine Künstlerin, einen Architekturkritiker –, um mögliche Ant­worten zu finden. Die alles entscheidende Frage, wie sich das Wohnhochhaus in unsere gewachsenen Städte integrieren lässt, wurde kontrovers diskutiert.

Text: Friedrich, Jan, Berlin

    Heinz Bude „Das Wohnhochhaus der Zukunft ist ein integratives Haus. Interessant wird nicht sein, wie ein Wohnhochhaus in New York aussieht, sondern eines in Ludwigsburg.“
    Foto: Jasmin Schuller

    Heinz Bude „Das Wohnhochhaus der Zukunft ist ein integratives Haus. Interessant wird nicht sein, wie ein Wohnhochhaus in New York aussieht, sondern eines in Ludwigsburg.“

    Foto: Jasmin Schuller

    Gijs Rikken „Für uns ist wichtig, den menschlichen Maßstab auch beim Entwurf von ,Supertall Buildings‘ zu integrieren.“
    Foto: Till Budde

    Gijs Rikken „Für uns ist wichtig, den menschlichen Maßstab auch beim Entwurf von ,Supertall Buildings‘ zu integrieren.“

    Foto: Till Budde

    Alicja Dobrucka „Bei meinen Hochhausstudien in Mumbai stellte ich mir oft die Frage: Warum bauen wir manchmal nicht einfach niedriger?“
    Foto: Till Budde

    Alicja Dobrucka „Bei meinen Hochhausstudien in Mumbai stellte ich mir oft die Frage: Warum bauen wir manchmal nicht einfach niedriger?“

    Foto: Till Budde

    Dominique Perrault „Wir brauchen eine neue Idee von der europäischen Metropole: Die europäische Metropole ist nicht flach, sie ist nicht vertikal – sie ist dreidimensional!“
    Foto: Jasmin Schuller

    Dominique Perrault „Wir brauchen eine neue Idee von der europäischen Metropole: Die europäische Metropole ist nicht flach, sie ist nicht vertikal – sie ist dreidimensional!“

    Foto: Jasmin Schuller

    Andreas Bründler „Vielleicht lassen sich die Leute mit einem vertikalen Garten im städtischen Hochhaus von der Vorstellung eines Eigenheims mit Garten in der Agglomeration wegbringen.“
    Foto: Jasmin Schuller

    Andreas Bründler „Vielleicht lassen sich die Leute mit einem vertikalen Garten im städtischen Hochhaus von der Vorstellung eines Eigenheims mit Garten in der Agglomeration wegbringen.“

    Foto: Jasmin Schuller

    Stephan Schütz „Die Antworten unserer Verwaltungen auf den Zuzug in die Städte atmen viel zu oft den Geist der monofunktio­nalen Stadt der 60er- und 70er-Jahre.“
    Foto: Jasmin Schuller

    Stephan Schütz „Die Antworten unserer Verwaltungen auf den Zuzug in die Städte atmen viel zu oft den Geist der monofunktio­nalen Stadt der 60er- und 70er-Jahre.“

    Foto: Jasmin Schuller

    Stefanie Frensch „Der ökonomische Erfolgsfaktor für ein Wohnhochhaus liegt im möglichst hohen Anteil der vermietbaren Fläche. Da bleibt für Architekten noch manche Nuss zu knacken.“
    Foto: Jasmin Schuller

    Stefanie Frensch „Der ökonomische Erfolgsfaktor für ein Wohnhochhaus liegt im möglichst hohen Anteil der vermietbaren Fläche. Da bleibt für Architekten noch manche Nuss zu knacken.“

    Foto: Jasmin Schuller

    Finn Geipel „Es geht heute nicht um eine Assemblage von neuen Wohnhochhäusern, sondern um punktuelle Verdichtung als spezifische Antwort.“
    Foto: Jasmin Schuller

    Finn Geipel „Es geht heute nicht um eine Assemblage von neuen Wohnhochhäusern, sondern um punktuelle Verdichtung als spezifische Antwort.“

    Foto: Jasmin Schuller

    Wolf Mangelsdorf „Mit dem parametrischen Beteiligungstool, das wir ent­wickeln, versuchen wir den Entwurfsprozess zu demokratisieren, ohne dass dies auf Kosten der Qualität geht.“
    Foto: Jasmin Schuller

    Wolf Mangelsdorf „Mit dem parametrischen Beteiligungstool, das wir ent­wickeln, versuchen wir den Entwurfsprozess zu demokratisieren, ohne dass dies auf Kosten der Qualität geht.“

    Foto: Jasmin Schuller

    Justus Pysall „Indem wir bei unserem Projekt massiv in die Höhe verdichtet haben, konnten wir am Boden
    öffentlichen Raum für das gesamte Quartier gewinnen.“
    Foto: Jasmin Schuller

    Justus Pysall „Indem wir bei unserem Projekt massiv in die Höhe verdichtet haben, konnten wir am Boden
    öffentlichen Raum für das gesamte Quartier gewinnen.“

    Foto: Jasmin Schuller

    Claudia Meixner „Unsere Generation hat es sich zur Aufgabe gemacht, bestimmte Fehler des historischen Wohnhochhauses nicht wieder zu machen.“
    Foto: Jasmin Schuller

    Claudia Meixner „Unsere Generation hat es sich zur Aufgabe gemacht, bestimmte Fehler des historischen Wohnhochhauses nicht wieder zu machen.“

    Foto: Jasmin Schuller

    Oliver Wainwright „Die Katastrophe des Grenfell-Towers wird von all jenen genutzt, denen der soziale Wohnungsbau schon immer ein Dorn im Auge war, um ihn weiter zu diskreditieren.“
    Foto: Jasmin Schuller

    Oliver Wainwright „Die Katastrophe des Grenfell-Towers wird von all jenen genutzt, denen der soziale Wohnungsbau schon immer ein Dorn im Auge war, um ihn weiter zu diskreditieren.“

    Foto: Jasmin Schuller

    Ole Scheeren „Meine Idee war, das städtische Leben buchstäb­lich den Turm hinaufwachsen zu lassen.“
    Foto: Jasmin Schuller

    Ole Scheeren „Meine Idee war, das städtische Leben buchstäb­lich den Turm hinaufwachsen zu lassen.“

    Foto: Jasmin Schuller

    Boris Schade-Bünsow „Wohnhochhäuser sind jenseits von hochpreisigen Angeboten kaum realisierbar. Eine städtebauliche Perspektive ist bis auf wenige Aus­nahmen, in denen Hochhäuser eine Tradition haben, nicht in Sicht.“
    Foto: Till Budde

    Boris Schade-Bünsow „Wohnhochhäuser sind jenseits von hochpreisigen Angeboten kaum realisierbar. Eine städtebauliche Perspektive ist bis auf wenige Aus­nahmen, in denen Hochhäuser eine Tradition haben, nicht in Sicht.“

    Foto: Till Budde

    Franz Rembold „Wir Investoren benötigen eine Verlässlichkeit der Politik – ob sich diese nun in einem Hochhausleitbild oder auf andere Weise manifestiert.“
    Foto: Jasmin Schuller

    Franz Rembold „Wir Investoren benötigen eine Verlässlichkeit der Politik – ob sich diese nun in einem Hochhausleitbild oder auf andere Weise manifestiert.“

    Foto: Jasmin Schuller

    Beat Aeberhard „In Basel gab es keine Proteste gegen das neue Hochhaus der Firma Roche. Man beißt nicht in die Hand, die einen füttert.“
    Foto: Jasmin Schuller

    Beat Aeberhard „In Basel gab es keine Proteste gegen das neue Hochhaus der Firma Roche. Man beißt nicht in die Hand, die einen füttert.“

    Foto: Jasmin Schuller

    Markus Allmann „Es ist eine Illusion, dass ein Wohnhochhaus günstig sein kann. Bezahlbares Wohnen im Hochhaus muss deshalb subventioniert werden.“
    Foto: Jasmin Schuller

    Markus Allmann „Es ist eine Illusion, dass ein Wohnhochhaus günstig sein kann. Bezahlbares Wohnen im Hochhaus muss deshalb subventioniert werden.“

    Foto: Jasmin Schuller

    Regula Lüscher „Hochhäuser sind vertikale Kieze, da spielt die Mischung eine entscheidende Rolle. Ein Hochhaus muss man heute wie ein Stück Stadt denken.“
    Foto: Jasmin Schuller

    Regula Lüscher „Hochhäuser sind vertikale Kieze, da spielt die Mischung eine entscheidende Rolle. Ein Hochhaus muss man heute wie ein Stück Stadt denken.“

    Foto: Jasmin Schuller

    Kaye Geipel „Es braucht präzise Regeln und die Gewissheit, dass die Hochhäuser etwas tun für die Nach­barschaft, in die sie hineingestellt werden.“
    Foto: Jasmin Schuller

    Kaye Geipel „Es braucht präzise Regeln und die Gewissheit, dass die Hochhäuser etwas tun für die Nach­barschaft, in die sie hineingestellt werden.“

    Foto: Jasmin Schuller

    Das Kosmos an der Berliner Karl-Marx-Allee, 1961 von den Architekten Josef Kaiser, Herbert Aust und Günter Kunert als Kino erbaut, ...
    Foto: Till Budde

    Das Kosmos an der Berliner Karl-Marx-Allee, 1961 von den Architekten Josef Kaiser, Herbert Aust und Günter Kunert als Kino erbaut, ...

    Foto: Till Budde

    ... war Schauplatz des Bauwelt-Kongresses 2017.
    Foto: Till Budde

    ... war Schauplatz des Bauwelt-Kongresses 2017.

    Foto: Till Budde

    Foto: Jasmin Schuller

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    Foto: Till Budde

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    Foto: Jasmin Schuller

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    Dank an unsere Premiumpartner Agromex, Bau 2019 München, Daikin, Jung, Schindler und Wöhr, unsere Partner BASF, Foamglas und Rockwool sowie unsere Förderer Brillux, Camfil, Dormakaba, Ecophon, Grohe, Inductio, Miele und Siedle, ...
    Foto: Jasmin Schuller

    Dank an unsere Premiumpartner Agromex, Bau 2019 München, Daikin, Jung, Schindler und Wöhr, unsere Partner BASF, Foamglas und Rockwool sowie unsere Förderer Brillux, Camfil, Dormakaba, Ecophon, Grohe, Inductio, Miele und Siedle, ...

    Foto: Jasmin Schuller

    ... die diesen Kongress ermöglicht haben.
    Foto: Jasmin Schuller

    ... die diesen Kongress ermöglicht haben.

    Foto: Jasmin Schuller

Zukunft Wohnhochhaus

Wie muss das Wohnhochhaus der kommenden Jahre aussehen, damit es für die Bewohner, für die Städte und für die Planer ein Erfolg werden kann? Diese Frage stellten wir am 7. und 8. Dezember auf dem Bauwelt-Kongress 2017 zum Thema ­„Zukunft Wohnhochhaus?“. Wir hatten 20 Referenten und Podiumsgäste ins Berliner Kosmos geladen – Architekten, Stadtplaner, Bauherren, Vertreter der Bauindustrie, einen Soziologen, eine Künstlerin, einen Architekturkritiker –, um mögliche Ant­worten zu finden. Die alles entscheidende Frage, wie sich das Wohnhochhaus in unsere gewachsenen Städte integrieren lässt, wurde kontrovers diskutiert.

Text: Friedrich, Jan, Berlin

Hätte jemand vor, sagen wir, zweieinhalb Jahren prophezeit, dass 2017 für uns zu einem regelrechten Wohnhochhaus-Jahr würde – mit zwei Bauwelt-Ausgaben (Hefte 10 und 17), einer Stadtbauwelt (Heft 19) und einem zwei­tägigen Kongress –, wir hätten zumindest ungläubig den Kopf geschüttelt oder, viel wahrscheinlicher, den „Propheten“ ausgelacht.
Jahrelang, eigentlich jahrzehntelang waren Wohnhochhäuser hierzulande ja überhaupt kein Thema. Viel zu kontaminiert waren sie durch die Fehler, die – da waren sich alle einig – in der Vergangenheit im Zusammenhang mit ihnen gemacht wurden. Bei aktuellen Wohnhochhäusern dachten wir ausschließlich an Massenwohnungsbau in den fernen Megacities dieser Welt, vor allem in Asien, in einer Dichte, die uns beängstigt, oder aber an völlig überdrehte Super-Luxusprojekte in New York. Beide Varianten konnten keinesfalls Vorbilder fürs Wohnen in der Europäischen Stadt sein.
Doch mit einem Mal landeten immer mehr Projekte für Wohnhochhäuser in europäischen Nachbarländern, schließlich auch in Deutschland auf den Tischen der Redaktion. Die Rückkehr des Wohnhochhauses ereilte uns völlig unerwartet – im Gefolge der zunehmenden Wohnungsknappheit in unseren Schwarmstädten. Und nun diskutierten wir tatsächlich wieder ernsthaft darüber, ob Wohnhochhäuser eine Möglichkeit sein können, unsere Städte zu verdichten, um dringend benötigten Wohnraum zu schaffen? Bald diskutierten wir nicht mehr darüber, ob es neue Wohnhochhäuser geben solle, sondern wie diese beschaffen sein müssten. Wie hoch müssten oder dürften sie sein, wie würde man die nötige Mischung hinbekommen? Welche Architekten wären in der Lage, so etwas zu bauen. Die Idee eines neuen europäischen Wohnhochhauses, das die Fehler der Vergangenheit vermeidet – die begann uns zu interessieren.
Ein relevantes Thema?
In der Redaktion waren wir durchaus unsicher, ob uns da nicht ein Thema untergekommen war, das vielleicht (noch) gar keines ist. Das meiste, wo­rüber wir berichten konnten, befand sich ja im Status einer Absichtserklärung. Vergleichsweise wenig tatsächlich Realisiertes konnten wir zeigen und diskutieren. Aber überall gab es sie eben mit einem Mal wieder: Wohnhochhausprojekte. Und in den großen Städten schien sich auch die Stadtplanung mit dem Thema neuer Hochhäuser zu beschäftigen, beschäftigen zu müssen. Aber auch von dort gab es wenig Greifbares. Als wir für die Stadtbauwelt-Ausgabe bei den Planungsämtern nach aktuellen Hochhausleitbildern fragten, kam von fast überall die Antwort: „Wir arbeiten daran, können aber noch nichts vorzeigen. Sie kommen etwas zu früh.“
Und natürlich gab es Kritik nach unseren Veröffentlichungen. Wir würden den Investoren und ihrer Städteverschandelung den Weg bereiten, einer neuen Maßstabslosigkeit in der Architektur und im Städtebau das Wort reden, die doch längst als dysfunktional, ja als unmenschlich erkannt worden sei. Verrat an der Idee der Europäischen Stadt! Die Meinungen gingen auch in der Redaktion auseinander.
Was bei allen Diskussionen über das Wohnhochhaus auffiel: Es ist ein Thema, bei dem über die Maßen Gefühle die Grundlage der Argumentation bilden. Schwierig in einer Fachdiskussion. Wie würde man damit auf einem Kongress umgehen, der die Frage nach dem Wohnhochhaus stellt. Und eine Frage blieb es bis zum Schluss: „Zukunft Wohnhochhaus?“ haben wir die Veranstaltung betitelt. Das Fragezeichen hinter Zukunft und Wohnhochhaus war uns wichtig – stand es doch für alle Unsicherheiten, ja letztlich Fragwürdigkeiten zukünftigen Wohnens in der Höhe. Doch wir fanden, dass es von architektonischen und städtebaulichen über wirtschaftliche bis zu sozialen Aspekten genug Diskussionsstoff für einen Kongress gab.
Wir groß das Interesse an den Fragen zur Zukunft des Wohnhochhauses, die wir mit unseren insgesamt 20 Referenten und Podiumsgästen debattierten, tatsächlich war – das hat uns dann, ehrlich gesagt, überrascht. Der Bauwelt-Kongress war restlos ausgebucht. Das Berliner Kosmos, das wir als Veranstaltungsort gewählt hatten, platzte aus allen Nähten. Relevanz scheinen die aufgeworfenen Fragen auch weit über die Fachwelt hinaus zu haben. Die Tageszeitungen „Die Welt“, „Berliner Zeitung“ und „Tagesspiegel“ nutzten Berichte über den Bauwelt-Kongress, um ihren Lesern die Komplexität des Themas näherzubringen.
Was das Wohnhochhaus kann – und was nicht
Tatsächlich haben die beiden Kongresstage dazu beigetragen, klarer zu sehen, wohin die Reise beim Wohnen in der Höhe gehen könnte – zumindest gehen sollte. Dass die Vertikale ungebrochen reizvoll für Architekten ist, verwundert nicht. Ob Entwürfe, wie Ole Scheeren, Dominique Perrault oder Gijs Rikken von MVRDV sie vorstellten, sich aber jemals außerhalb des Luxussegments realisieren lassen? Alle Referenten schienen sich darüber einig zu sein, dass zukünftige Hochhäuser eigentlich keine reinen Wohnhochhäuser sein dürften, sondern gemischte „vertikale Quartiere“. Ob das auch so umgesetzt wird, wenn um jeden Euro Baukosten gekämpft werden muss? Auch das Thema „Grünes Hochhaus“ scheint eine Kon­stante in der Diskussion zu bleiben: Hoch oben über der Stadt wohnen, aber mit einer Art eigenem Garten vor der Nase. Auf raffinierte Weise tatsächlich realisieren konnte das kürzlich Andreas Bründler in Bern.
Der Soziologe Heinz Bude leitete überzeugend her, dass die neoliberale Stimmung in der Gesellschaft, der wir das eine oder andere obszöne Projekt verdanken, eigentlich vorbei ist, das zukünftige Wohnhochhaus also ein integratives sein müsse. Doch lässt sich in puncto sozialer Mischung in Wohnhochhäusern wirklich mehr erreichen als die Mischung verschiedener Lebensentwürfe (vom Singlehaushalt bis zur Familie), die aber, so unterschiedlich sie scheinen, im Grunde doch derselben sozialen Schicht entstammen? Das geht nur, wenn der Staat das subventioniert, so Markus Allmann, der schonungslos über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des „Produkts Wohnhochhaus“ berichtete. Wer dachte (oder hoffte), Hochhausentwicklungspläne seien noch so etwas wie Stadtgestaltungspläne, wurde von Beat Aeberhard, der das Baseler Leitbild, und Regula Lüscher, die den Fahrplan für das Berliner Leitbild vorstellte, eines Besseren belehrt. Es geht um Richtlinien, Qualitätssicherung, Kompensationen. Die Zeiten, in denen ein Planungsamt eine Stadtkrone ersann, sind vorbei.
(Vorläufiges) Fazit: Das grundsätzliche Fragezeichen hinter „Zukunft Wohnhochhaus?“ kann man nach dem Bauwelt-Kongress getrost weglassen. Viele Unsicherheiten aber bleiben. Und ob man hinter „Zukunft Wohnhochhaus“ irgendwann, im baugeschichtlichen Rückblick vielleicht, sogar ein Ausrufezeichen setzen kann?

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