
Ludger Hovestadt
29.10
S. 35
Nicht weniger als eine „zukunftsweisende Werkschau experimenteller Arbeiten und prototypischer Projekte“, gar ein „Neudenken von architektonischen Elementen“ jenseits vordigitaler Paradigmen des Rasters, der Präzision und der Effizienz verspricht dieses Buch in der flotten Fortschrittsrhetorik universitärer Forschungseinrichtungen. Das Werk des im Jahr 2000 an die ETH Zürich berufenen Architekten und Computerwissenschaftlers Ludger Hovestadt ist trotz der wenig ansprechenden Grafik eine interessante Lektüre, bietet es doch einen Rückblick auf die letzten zehn Jahre und die Wandlungen der digitalen Techniken, die sich in dieser Zeit in der entwerferischen Praxis vollzogen haben.
Weckherlin, Gernot, Berlin

Ingo Grabowsky, Peter Kroos, Richard Schmalöer u. BDA Dortmund
28.10
S. 35
Seit 1975 hat sich die Zahl der katholischen Gläubigen in Dortmund halbiert, die der evangelischen ist um mehr als ein Drittel zurückgegangen. So ist es nicht verwunderlich, dass sich auch die gebaute Kirche verändert. Das Bistum Essen hat mit einer Liste von über hundert überflüssigen Kirchen Diskussionen angestoßen (Bauwelt 5.2006). Im Ruhrgebiet betreffen diese Veränderungen auch Gebäude der Nachkriegsmoderne. Die Autoren vorliegender Veröffentlichung wollen die Qualitäten der Dortmunder Kirchen dieser Zeit bekannt machen, vor ihrer möglicherweise unwiederbringlichen Veränderung: architektonische Aufklärungsarbeit also, um herausragende Leistungen zu erkennen und einen angemessenen Umgang mit ihnen zu befördern. Mit einem Band zur ungeliebten Profanarchitektur der 60er und 70er Jahre in Dortmund haben die Herausgeber vor einigen Jahren mit diesem Ansatz bereits Erfolg gehabt.
Brinkmann, Ulrich, Berlin

Axel Föhl
28.10
S. 35
Auf der inneren Umschlagseite dieser neuen Publikation wird der Architekturführer zu der geografisch benachbarten Stadt Münster beworben, welcher im vorletzten Jahr erschienen ist und in dem es, wie der Westfalenspiegel sachkundig urteilt, „auch für den versierten Münster-Kenner garantiert viel Neues zu entdecken gilt“ – ein Urteil, das wir nur bestätigen können. Münster ist eine schöne Stadt, gerühmt für ihre vielen Fahrräder, das Bier von Pinkus Müller und ihren Prinzipalmarkt, der den jungen Josef Paul Kleihues im Nachbarort Dülmen auf sein Berliner IBA-Projekt der „Kritischen Rekonstruktion“ gebracht haben könnte; etwa alle 20 Jahre macht dieStadt den Rest der Republik mit einem interessanten Theater- oder Bibliotheksneubau auf sich aufmerksam. Münster zählt gegenwärtig etwa 270.000 Einwohner auf einer Fläche von 303 Quadratkilometern. Der Architekturführer versammelt 365 Objekte auf 313 Seiten.
Brinkmann, Ulrich, Berlin

Joachim Fischer und Philipp Meuser
26-27.10
S. 48
Es ist unübersehbar, dass die Herausgeber Joachim Fischer und Philipp Meuser das Thema Barrierefreiheit unideologisch angehen wollten, denn schon das Äußere des Buchs stellt einen radikalen Image-Wandel dar: Neon-Pink mit orange-farbenem Gummizug und abgerundeten Ecken erregt es Aufmerksamkeit.
Haberle, Heiko, Berlin

Isabella Skiba und Rahel Züger
26-27.10
S. 48
Projekte barrierefrei oder -arm auszuführen, ist inzwischen eine Grundforderung. Wer in diesem Zusammenhang immer mal wieder die wichtigsten Maße, Abstände und Radien nachschlagen muss, ohne gleich die entsprechenden Normen zur Hand nehmen zu wollen, sollte auf den kleinen Band „Barrierefrei Planen“ aus der Reihe Birkhäuser Basics zurückgreifen.
Haberle, Heiko, Berlin

Eckhard Feddersen und Insa Lüdtke
26-27.10
S. 47
Obwohl die Herausgeber Eckhard Feddersen und Insa Lüdtke ihren Lesern eine schweizlastige Publikation ankündigen, wagt ihr „Entwurfsatlas – Wohnen im Alter“ einen aufschlussreichen Blick über den Tellerrand in andere alternde Gesellschaften: Während man sich in Deutschland und der Schweiz langsam vom Altenheim verabschiedet und alternative, oft gemeinschaftliche Wohnformen forciert, konzentriert man sich in Skandinavien auf die ambulante Pflege. So werden etwa in Dänemark bereits seit 1987 keine Sonderwohnformen mehr errichtet. In den USA dienen Universitätscampus oder Themenhotel als Vorbilder für neue Wohnanlagen. In Japan, das keine Arbeitsmigranten kennt, werden Pflege- und Gesellschaftsroboter die Zukunft bestimmen.
Haberle, Heiko, Berlin

Sibylle Heeg und Katharina Bäuerle
26-27.10
S. 46
Die aus dem Kooperationsprojekt „Entwicklung von Planungsgrundlagen für demenzfreundlichen Pflegeheimbau“ der Uni Stuttgart und der Demenz Support Stiftung Stuttgart entstandene Veröffentlichung erläutert und beurteilt in den letzten Jahren entwickelte Pflegeheimbauten und soll Architekten, Planern und Bauherren als Grundlage für den Planungsprozess dienen.
Heptner, Nicole, Wien

Robert Wischer und Hans-Ulrich Riethmüller
26-27.10
S. 46
Robert Wischer (1930–2007), Architekt und Universitätsprofessor, Krankenhausplaner und Gründer des Architekturbüros Heinle, Wischer und Partner, hat die Fertigstellung seiner 400 Druckseiten umfassenden Publikation nicht mehr erlebt. Neben seinem Dialogpartner, dem 1915 geborenen Mediziner und Betriebsplaner Hans-Ulrich Riethmüller, hatte Wischer eine Schar von 27 Autoren gewinnen können, die den Bogen vom römischen Valetudinarium bis zum Krankenhausnetzwerk SARAH in Brasilien spannen.
Schiffczyk, Dieter, Potsdam

Hans W. Mende
24.10
S. 67
„Berlin war ein drittes Deutschland, kein Ableger der westlichen Bundesrepublik ... Was Zeit ist,schien hier steckengeblieben. Es gab Zeit, Zeit, Zeit, und dennoch sprang sie nicht über etwas hinweg, hinüber und hinein in das, was im Westen Fortschritt, Zukunft hieß“, schreibt Ulrike Schuster in ihrer Einleitung dieses Buches über die eingemauerten Westbezirke der einstigen Reichshauptstadt Ende der 70er Jahre. Und wie dieses Steckenbleiben sichtbar wurde, zeigt die von der Müllkippe Wannsee bis zum Grenzübergang Dreilinden einmal im Uhrzeigersinn die ganze Grenze abschreitende Fotoserie von Hans W. Mende auf den folgenden Seiten.
Brinkmann, Ulrich, Berlin

Stephanie Warnke
24.10
S. 67
Berlin war – und ist noch immer – eine Hauptstadt der Architekturdebatten. Stephanie Warnke untersucht, wie die Berliner Architektur der 1950er und der 60er Jahre auf den beiden politischen Seiten der Sektorengrenzen in den Massenmedien dargestellt und jenseits von Expertenrunden wahrgenommen und diskutiert wurde.
Scheffler, Tanja, Dresden