Pläne für München, Pläne für Hamburg

Editorial

Text: Redecke, Sebastian, Berlin; Geipel, Kaye, Berlin

Pläne für München, Pläne für Hamburg

Editorial

Text: Redecke, Sebastian, Berlin; Geipel, Kaye, Berlin

Fast 15 Jahre dauerte die Planung und der Bau des Münchner Kulturzentrums „Am Gasteig“, bis es 1985 vollendet wurde. Das Herz des Gebäudes bildet der große Konzertsaal mit 2400 Sitzplätzen. Damals stieg der Baupreis im Laufe der Jahre „unaufhörlich und unerklärlich“ – am Ende waren es 371 Millionen Mark. Inzwischen ist das Gebäude veraltet und soll für rund 450 Millionen Euro saniert werden. Das von den Architekten Raue, Rollenhagen, Lindemann und Großmann erbaute Kulturzentrum erfuhr während seiner Entstehung viel Unmut und Zorn, da es zu wuchtig sei, eine „erdrückende Felswand“ und sogar ein „mit Lehmziegeln verpappter Flakbunker“. Aber es funktionierte gut und belebte einen Stadtteil. Das Gasteig liegt nicht im alten Stadtzentrum, sondern „jenseits der Isar“. Das nun auch schon seit 15 Jahren ersehnte neue Münchner Konzerthaus liegt sogar jenseits des Ostbahnhofs. So wie damals das Gasteig bei seiner Entstehung heftig umstritten war, ist man sich heute uneins über das Projekt der österreichischen Preisträger Cukrowicz Nachbaur. Ihr Neubau wird aber kein „Kulturmonster“ sein, sondern ein gläsernes Haus der Musik, das viel Leichtigkeit und Offenheit suggeriert, auch wenn der Eingang auffallend niedrig und unscheinbar entworfen wurde. Kritisiert wird noch immer die Wahl des Grundstücks. Die Lage im Werksviertel, die auch hier für die Belebung eines Stadtteils sorgen soll, ist schwierig. Zudem hat man sich wegen der festgelegten Erbpacht in die Abhängigkeit des Pfanni-Erben und Werksviertel-Entwicklers Werner Eckart begeben. Früher wurden auf dem Gelände hinter dem Ostbahnhof u.a. Kartoffelknödel produziert. Es wird nun gesagt, dass der Baubeginn nicht vor 2020 zu erwarten ist. Man braucht also weiter Geduld. Wir diskutieren die Lage in München: das Grundstück, den Wettbewerb und den Entwurf.
Stabwechsel in Hamburg
Nur wenige Städte geben sich bei der Neubesetzung des Kopfs ihrer Planungsbehörde solche Mühe: eine siebenköpfige Findungskommission, die mit Elisabeth Merk, Julia Bolles-Wilson, Kees Christiaanse und Engelbert Lütke Daldrup vier Nicht-Hamburger aufwies, hat im Juli 2017 Franz-Josef Höing als neuen Hamburger Oberbaudirektor gekürt. Im Bauwelt-Gespräch äußert sich der Nachfolger von Jörn Walter über Eckpunkte der kommenden Stadtentwicklung: das ist zuallererst die Frage nach bezahlbaren Wohnungen und die Sorge der Architekten, dass angesichtsder Masse die Qualität unter die Räder kommt. Der Platz für die Verdichtung ist da, so Höing. Aber welche Instrumente die richtigen sind – diese Frage wird uns 2018 weiter umtreiben.

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