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Städtebau

urbanshit.de

Blogschau 01

  • von: Höffken, Stefan, Kaiserslautern „Urbanshit macht auf jeg­liche Formen von spannender, subversiver oder neuer Gestaltung, Aneignung, Aktivismus und Provokation im öffentlichen Raum aufmerksam.“Streetart hat sich zu einem urbanen Phänomen entwickelt, das man in allen Metropolen findet. Und längst auch in kleinen Städten. Streetart sagt viel über den Charakter einer Stadt aus: Dort, wo sich Streetartists betätigen, finden sich auch andere Formen der (Sub-)Kultur. Und andersherum: Wo es kul­turell brodelt, ist die Stadt voller Streetart – mit Pinseln, Sprühdosen, Aufklebern, Postern und allerlei anderen Materialien werden Wände, Stromkästen, Verkehrsschilder etc. gestaltet.

    „The City is full of Urban Shit.“ Rudolf Klöckner widmet sich auf der Website urbanshit.de, die er von Hamburg aus betreibt, aktuellen Entwicklungen in der Streetart-Szene und der künstlerischen Aus­einandersetzung mit dem öffentlichen Raum. Er selbst beschreibt sein Blog so: „Urbanshit macht auf jeg­liche Formen von spannender, subversiver oder neuer Gestaltung, Aneignung, Aktivismus und Provokation im öffentlichen Raum aufmerksam, um diesen immer weiter als festen und akzeptierten Bestandteil des Stadtraums und der Stadtproduktion zu etablieren.“

    Vergänglichkeit ist der Streetart immanent. Dass sie temporär sind, prägt den Charakter der Arbeiten. Gleichzeitig begrenzt genau das aber die Möglichkeiten, Streetart-Werke zu erleben. Wenn etwa der Konzeptkünstler IEPE für seine Aktion „Painting Reality“ am Rosenthaler Platz in Berlin Farbe auf einer Straßenkreuzung auskippt und die Reifen der darüberfahrenden Autos daraus ein Asphaltgemälde „schaffen“, wird das Werk mit dem nächsten Regen weggewaschen. Aber Fotos und Filme der Aktion bleiben im Netz erhalten (http://urbanshit.de/?p=3433). Im Zeitalter digitaler Fotografie und Handykameras ist das Internet somit das wichtigste Medium geworden, um diese Kunstform zu dokumentieren und zu verbreiten.

  • Das war der Grund, warum Rudolf Klöckner, der Stadtplanung studiert und beim Stadtdenker-Kollektiv Space Department arbeitet, 2006 anfing zu bloggen: „Ich sehe die Stadt als literarischen Freiraum, in dem sich jeder frei ausdrücken kann. Es ist wichtig, dass darüber berichtet und diskutiert wird. Dies geschieht hauptsächlich über Blogs.“

    Besonders gelungene Streetart-Aktionen finden ihren Widerhall hundertfach im Netz und werden so weltweit wahrgenommen. urbanshit.de hat sich im deutschsprachigen Raum als Plattform dafür etabliert.

    Der Autor ist Gründer der Plattform  ­urbanophil.net – Netzwerk für urbane Kultur e.V.  In der Bauwelt stellt er in loser Folge Architektur- und Städtebaublogs vor, die man kennen sollte.


    Bauwelt 1-2.2012
    Erscheinungsdatum: 06.01.2012

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