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Bauwelt 2012-12

Neue Haymat

Bauwelt 12.2012 vom 23.03.2012

Neue Haymat

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Das Thema Migration wird im Einwanderungsland Deutschland noch immer von Klischees beherrscht. Das Bedrohungsszenario der „Parallelgesellschaft“ überlagert die Wirklichkeit, obwohl Immigranten längst zu Akteuren der Stadtentwicklung geworden sind. Wie können Stadtplaner und Architekten diese Prozesse sichtbar machen und gestalten?

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Bauwelt 12.12

Neue Haymat

  • Bauwelt 12.2012
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Hasan im Glück

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Designing for Diversity

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Der Superminimalist

Seite 4

Gebaute Gesellschaftskritik

Wang Shu erhält den Pritzker-Preis 2012 Wang, Wilfried, Berlin

Der Preisträger reagierte erstaunt: Er sei ja noch so jung. Tatsächlich ist der chinesische Architekt Wang Shu mit 48 Jahren einer der jüngsten unter den Pritzker-Preisträgern. Manch älterem Hoffenden mag diese Wahl einen schmerzhaften Seitenhieb verpasst haben.

Seite 5

Leuchte von Jean Marie Massaud

Kasiskes Fundstück Kasiske, Michael, Berlin

Eine Lampe, die nichts kann als Licht machen, ist zu wenig, fand Jean Marie Massaud und entwarf mit Solar eine Leuchte, auf der man auch noch Weingläser und Plätzchenteller abstellen kann.

Seite 5

Bildstörung und dergleichen

Arbeiten des Filmkünstlers John Smith in Hannover Brosowsky, Bettina Maria, Braunschweig

Eine Lilienblüte streckt sich im Zeitraffertempo dem Sonnenlicht entgegen, Vogelgezwitscher untermalt dieses idyllische Bild. Doch nach kurzer Zeit ändert sich der Sound, ein technisches Geräusch gewinnt allmählich die Oberhand.

Seite 6

Meister des Weglassens

John-Pawson-Werkschau in München Paul, Jochen, München

Bereits zwei „EL croquis“-Ausgaben widmeten sich John Pawson – nun die Ausstellung in der Pinakothek der Moderne: Minimalismus hat wieder Konjunktur, und dessen Großmeister ist gefragt dieser Tage.

Seite 8

Barrierefilter

Mit wheelmap.org rollstuhlgerechte Orte finden Knoth, Anne, Berlin

32 Stufen vor Läden und Hauseingängen zähle ich auf dem Weg von der Redaktion zum S-Bahnhof Savignyplatz. Und dann noch mal 42, um auf den Bahnsteig zu gelangen. Über Stufen habe ich mir bisher nie Gedanken gemacht.

Seite 10

Eingezwängte Melange

Erweiterung der Universität für angewandte Kunst Wien Novotny, Maik, Wien

In der schmalen Lücke zwischen zwei Altbauten will sich die Universität für angewandte Kunst in Wien erweitern. Die prämierten Vorschläge wirken wie Raumschiffe aus einer längst vergangenen Zeit und zeigen das Dilemma vom Vermarktungsdruck im Weltkulturerbe. 

Seite 14

Neue Haymat

Editorial Kleilein, Doris, Berlin

Die Debatte um das Einwanderungsland Deutschland hat in den letzten Monaten wieder einmal ein extremes Auf und Ab erlebt: Auf die großen Feierlichkeiten zu „50 Jahre Anwerbeabkommen“ im Herbst 2011, bei denen die Migrationsgeschichte endlich ihren Platz in der nationalen Geschichtsschreibung bekommen hat, folgte die „Entdeckung“ der Mordserie an zehn Immigranten.

Seite 16

Migration und Wirklichkeit

Cârstean, Anca, Bonn

Auf der Suche nach einer „multiethnischen Baukultur“ in Deutschland, abseits der spektakulären Schauplätze: sechs Fall­beispiele und ein Interview

Seite 18

Neue Haymat Dorf

İlk, Çağla, Berlin; Pressel, Dietrich, Siegen; Schwalbach, Gerrit, Siegen

Migration wird meist als städtisches Phänomen betrachtet, doch auch auf dem Dorf verändert sich die Bevölkerungsstruktur. Viele Einwanderer ziehen in die historischen Ortszentren, während die Alteingesessenen seit Jahrzehnten die neuen Einfamilienhausgebiete am Ortsrand bevorzugen.

Seite 20

Russisch-deutsches Neubaugebiet

İlk, Çağla, Berlin; Pressel, Dietrich, Siegen; Schwalbach, Gerrit, Siegen

Wie eine Gruppe von Immigranten aus den ehemaligen Sowjetrepubliken eine kommunale Investitionsbrache verhindert hat, zeigt das Neubaugebiet Honneroth am Rand der Kleinstadt Altenkirchen im Westerwald.

Seite 22

Der Großtempel im Gewerbegebiet

İlk, Çağla, Berlin; Pressel, Dietrich, Siegen; Schwalbach, Gerrit, Siegen

Der Hindutempel „Sri Kamadachi Ampal“ in Hamm, einer ehemals industriell geprägten Großstadt am Rand des Ruhrgebiets, ist der größte seiner Art in Europa: Zu dem jährlich stattfindenden Tempelfest kommen bis zu 25.000 Menschen, vor allem aus der Schweiz, aus England, Frankreich und Holland.

Seite 24

Cluster ethnischer Ökonomien

İlk, Çağla, Berlin; Pressel, Dietrich, Siegen; Schwalbach, Gerrit, Siegen

„Cluster ethnischer Ökonomien“ – so bezeichnet man in der Soziologie wirtschaftliche Aktivitäten von Migranten (Einzelhandel, Handwerk, Produktion, Dienstleistungen), die sich meist in jenen Nischenräumen der Innenstädte einrichten, die als Fehlstellen und Resträume der Stadtentwicklung neuen Nutzungen offen stehen.

Seite 26

Bauaufgabe Moschee

İlk, Çağla, Berlin; Pressel, Dietrich, Siegen; Schwalbach, Gerrit, Siegen

Etwa 200 Moscheen und 2600 muslimische Gebetshäuser gibt es in Deutschland, über hundert weitere Moscheen sind in Planung. Die „Kocatepe Camii“ (Kocatepe-Moschee) in Moers ist einer der wenigen Neubauten eines muslimischen Gemeindezentrums, dem ein Architektenwettbewerb vorangegangen ist.

Seite 28

Eigentum in der Werkssiedlung

İlk, Çağla, Berlin; Pressel, Dietrich, Siegen; Schwalbach, Gerrit, Siegen

Die "Thyssen-Siedlung" in Remscheid ist eine der vielen Werkssiedlungen, die im vergangenen Jahrzehnt privatisiert worden sind. Die multiethnische Bewohnerschaft bringt neues Leben in ein Ensemble, das bereits aus der klassischen immobilienwirtschaftlichen Verwertungskette herausgefallen war.

Seite 30

„Wir müssen ein bisschen gelassener werden“ 

Kleilein, Doris, Berlin

Gespräch mit Çağla İlk, Dietrich Pressel und Gerrit Schwalbach über Quartiersentwicklung und Baukultur in der multiethnischen Stadt.

Seite 35

Wer plant da eigentlich für wen?

Neue Haymat Terkessidis, Mark, Köln/Berlin

Seit 2006 erfasst das statistische Bundesamt Einwohner mit „Migrationshintergrund“. Eine gigantische Datenmenge liegt vor, doch was folgt daraus für Architekten, Stadtplaner und Verwaltungen? Der politisch korrekte Ansatz kommt aus dem englischsprachigen Raum und heißt „diversity“. Auch in Deutschland haben erste Kommunen ein Diversitätskonzept für die Stadtentwicklung.

Seite 40

Panische Räume

Vassilis, Tsianos S., Hamburg; Ronneberger, Klaus

Ghettos, Parallelgesellschaften, ethnische Enklaven: Mit den immer gleichen Zuschreibungen wird in Deutschland das Image migrantisch geprägter „Problemviertel“ reproduziert. Medien und Politiker können dabei auf Studien zurückgreifen, die mit Schlagworten wie „überforderte Nachbarschaften“ die Bedrohungsszenarien noch verstärken. Wie entstehen diese „urbane Paniken“, die nach 9/11 zunehmend in einen offenen Antiislamismus umschlagen?

Seite 50

Multikultureller Wohnungsbau in den Niederlanden

Neue Haymat Meier, Sabine, Amsterdam

In den Niederlanden sind Immigranten längst eine Zielgruppe auf dem Wohnungsmarkt. Wohnanlagen wie „Le Medi“ und „De Oriënt“ könnten Modelle sein für die Aufwertung migrantisch geprägter Viertel: Mit einem expressiven Formenvokabular und halböffentlichen Außenräumen sprechen sie eine neue städtische Mittelschicht an, die aus sehr unterschiedlichen Gründen nicht in die Suburbia ziehen will.

Seite 58

Transfers und Heimatgefühle

Neue Haymat Sack, Gudrun, Berlin/Karlsruhe; Nägli, Walter, Berlin/Karlsruhe

Auch in Deutschland entwickeln sich erste Ansätze, mit nicht-westlichen Bauformen und Typologien zu arbeiten. Gudrun Sack und Walter Nägeli haben für algerische Bauherrn ein Wohnhaus entworfen, das die Vorstellungen von Privatheit und Gemeinschaft in traditionellen muslimischen Familien aufnimmt.

Seite 61

Der Superkeil

Neue Haymat Reeh, Henrik, Kopenhagen

Braucht die Einwanderungsgesellschaft neue öffentliche Räume – und wenn ja, wer nutzt sie? In Kopenhagen ist ein spektakulärer Stadtraum zwischen multiethnischer Immigration und kosmopolitischer Mittelschichtskultur entstanden: der Superkilen, ein artifizieller Park mit Stadtmobiliar aus 57 Ländern, vom marokkanischen Brunnen bis zur chinesischen Palme.

Seite 70

Städtebau für Mussolini

Städtebau und politscher Konsens Welch Guerra, Max, Weimar

Prächtige Bände mit schönen Abbildungen und magerem Text sind nicht selten. Kluge Texte lesen wir hingegen zumeist in dicht gesetzten, bildlosen Büchern. „Städtebau für Mussolini“ tanzt aus der Reihe. Der schwere Band vereint einen informativen wie wissenschaftlich anspruchsvollen, langen Text mit einer üppigen Ausstattung an Fotos und Plänen sowie einer verlegerischen Sorgfalt, wie sie in dieser Weise nur ganz selten zusammen vorkommen.

Seite 71

A Visual Inventory

John Pawson Drewes, Frank F., Herzebrock-Clarholz

Der erste Eindruck von John Pawsons Visual Inventory changiert zwischen Architektur- und Kunstbuch. Die dezente Aufmachung in creme-weißem Schutzumschlag mit einem Treppendetailfoto zeugt von der Reduktion, die auch Pawsons Architektur bestimmt, und das Foto passt gleichermaßen in die Rubriken Architektur wie zeitgenössische Fotografie.

Seite 71

Pragmatische Visionäre

Ziviler Pragmatismus Hoffmann, Heike

Prächtige Bände mit schönen Abbildungen und magerem Text sind nicht selten. Kluge Texte lesen wir hingegen zumeist in dicht gesetzten, bildlosen Büchern. „Städtebau für Mussolini“ tanzt aus der Reihe. Der schwere Band vereint einen informativen wie wissenschaftlich anspruchsvollen, langen Text mit einer üppigen Ausstattung an Fotos und Plänen sowie einer verlegerischen Sorgfalt, wie sie in dieser Weise nur ganz selten zusammen vorkommen.

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