Neue Perspektiven

Text: Friedrich, Jan, Berlin; Kleilein, Doris, Berlin

Neue Perspektiven

Text: Friedrich, Jan, Berlin; Kleilein, Doris, Berlin

Ein Gespenst geht um in Deutschland: Building Information Modeling, kurz BIM. Was etwa in den USA oder in Großbritannien inzwischen mehr oder weniger Standard ist – nämlich die Zusammenarbeit aller an der Planung Beteiligten in einem einzigen digitalen Modell, auf das alle zugreifen können und das immer den aktuellen Planungsstand abbildet –, dieses Vorgehen steckt in Deutschland nach wie vor in den Kinderschuhen. Es gibt hierzulande eine Menge Vorbehalte gegen diesen nächsten (logischen, wie viele sagen) Schritt der Digitalisierung. Nicht zuletzt treibt Architekten die Sorge um, ihr Einfluss könne im Zuge der absehbaren Veränderungen schwinden.
Genau das Gegenteil sei der Fall, meint Andreas Hild, der schon seit einigen Jahren gezielt die Digita­lisierung seines Büros Hild und K vorantreibt. Weil er auf diese Weise seinen Einfluss auf ein Projekt vergrößere, sagt er. Wir trafen uns mit ihm und mit Stefan Behnisch, der neben seinen Büros in Deutschland auch eines in den Vereinigten Staaten betreibt, um mit den beiden über den digitalen Stand der Dinge zu sprechen und über ihre Prognose, wie sich die Arbeit im Architekturbüro in Zukunft verändern wird. Und vielleicht auch die Architektur selbst?
Doch Building Information Modeling ist nur eine Ausprägung der fortschreitenden Digitalisierung. Der Einfluss, den Technologien wie Virtual Reality, Augmented Reality oder Mixed Reality auf die Arbeit von Architektinnen und Architekten haben werden, ob sich irgendwann der Entwurfs- und Planungsprozess vom Skizzenpapier und vom Bildschirm ganz in vir­tuelle Räume verlagern wird – das ist heute nur im Ansatz auszumachen. Den Prozess ergänzen, das tun sie bereits. Schließlich: Damit „digital“ in dieser Bauwelt nicht zur geschrieben steht, sondern auch sichtbar wird, ist die Ausgabe mit Augmented-Reality-Inhalten angereichert. Eine Anleitung, wie Sie die erleben können, finden Sie unter diesem Link.

Wird Moskau grün?

Direkt neben dem Kreml, wo bis 2006 das gigantische Hotel Rossija stand, hat Präsident Wladimir Putin im September einen Park eingeweiht, der die Moskauer begeistert: So viele Besucher sind seit der Eröffnung gekommen, dass die Parkpfleger bereits über zertrampelte Pflanzen und nicht wachsendes Gras jammern. Der Sarjadje-Park ist eine Attraktion, und das nicht nur,weil die US-amerikanischen Architekten Diller Scofidio + Renfro ihren Wettbewerbsentwurf mitten im Zentrum der Hauptstadt realisieren konnten. Das „Buga-Gelände am Kreml“ (Der Spiegel) gilt vielen Bürgern alsSignal für einen entspannteren Umgang mit dem öffentlichen Raum im steinernen Moskau.

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